Tamilen-Protest bei Nydeggkirche

Tamilische Demonstranten halten erneut Mahnwachen ab – auf Privatgrund, bei der Berner Nydeggkirche.

In Sri Lanka wird auf brutale Art und Weise weitergekämpft – in Bern wird weiterprotestiert. Gestern und vorgestern fanden erneut kleinere Kundgebungen auf dem Bundesplatz statt. Gemäss Polizeiangaben demonstrierten am Montag rund 50 Tamilen gegen den Krieg in ihrem Herkunftsland. 40 Personen seien einer Kontrolle unterzogen worden.Zu den bisher heftigsten Protesten kam es vergangenen Sonntag, als mit Steinen und Baustellenmaterial auf das indische Botschaftsgebäude geworfen wurde. Indien soll der sri-lankischen Armee Waffen liefern («Bund» von gestern).Sicherheitsdirektor Reto Nause (cvp) zeigt sich ob der «vielen unbewilligten Demonstrationen» nicht erfreut. Wie sich Stadt und Polizei in Zukunft verhalten werden, könne er nicht sagen, sagte Nause gestern auf Anfrage. Nur so viel: «Wir beobachten die Situation sehr genau.» Zudem stehe er immer noch zu seinem Angebot: je eine bewilligte Kundgebung im Mai und im Juni. «Die andere Seite hat sich noch nicht zur Vereinbarung geäussert.»Derweil weichen mehrere Tamilinnen und Tamilen mit ihrem Protest auf Privatgrund aus. Diese Woche halten etwa die Mitglieder eines tamilischen Tempelvereins im Hof der Berner Nydeggkirche täglich eine Mahnwache ab. Solange keine Lautsprecher eingesetzt werden und die Demonstrierenden nicht Stadtboden betreten, falle die Mahnwache nicht in die Zuständigkeit der Stadt, so Nause.Der Tempelverein sei ein verlässlicher Partner, sagt die Pfarrerin der Nydeggkirche. Zudem seien verbindliche Abmachungen getroffen worden: keine Megafone, keine LTTE-Propaganda. Überdies dauerten die Mahnwachen jeweils nur von 10 bis 17 Uhr.

Der Bund

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