Spitäler in Langnau und Burgdorf sollen effizienter werden

Die Führung der Regionalspital Emmental AG präsentiert ihre Überlebensstrategie.

Vernetzung, Rationalisierung, Modernisierung: So lässt sich die Strategie zusammenfassen, mit welcher die Regionalspital Emmental AG (RSE) der absehbaren Wettbewerbsverschärfung entgegentreten will. Ab 2012 werden Spitäler nicht mehr anhand des effektiven Aufwandes, sondern mittels Fallpauschalen entschädigt. Schwarze Zahlen werden ab dann nur noch diejenigen Spitäler schreiben können, deren effektive Kosten diese Fixbeträge nicht überschreiten. Gestern informierte die Geschäftsleitung über die Zukunftsstrategie des Unternehmens.

«Das wird kein Sonntagsspaziergang», sagt Matthias Moser, Verwaltungsrat der RSE, mit Blick auf die anstehenden Restrukturierungen. Tatsächlich überwiegt unter Experten die Einschätzung, dass es der RSE schwerfallen dürfte, ihre beiden Standorte in Langnau und Burgdorf langfristig in den schwarzen Zahlen zu halten. Dies nicht zuletzt, weil die RSE in den vergangenen Jahren wiederholt durch spektakuläre Rücktritte in Direktorium und Verwaltungsrat in die Schlagzeilen geraten war. Zuletzt trat vor gut zwei Wochen Ariane Gerber Popp, Chefärztin Orthopädie und stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung, von ihren Ämtern zurück. Als Grund dafür nannte sie «unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft, namentlich im Bereich der Organisation».

Optimistisch in die Zukunft

Bruno Haudenschild, Geschäftsführer der RSE, bestreitet, dass die Unternehmung ungenügend auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet sei. «Die personellen Wechsel wurden überbetont.» Die mediale Konzentration auf die Personalfrage lenke zudem von der hervorragenden Arbeit ab, welche das Spitalpersonal tagtäglich verrichte. Nicht zuletzt wegen dessen Knowhow sei er überzeugt, dass die RSE im Wettbewerb bestehen könne. Zudem sei es in Anbetracht der absehbaren Überalterung der Bevölkerung paradox, eine Reduktion der Anzahl Spitalbetten herbeizureden. «Dass wir sparen müssen, ist aber unbestritten», sagt Eva Jaisli, Verwaltungsratspräsidentin ad interim. Das Ziel der RSE bleibe aber unverändert: eine qualitativ hochstehende Grundversorgung für das ganze Emmental – und das explizit mit beiden der RSE angeschlossenen Spitälern in Burgdorf und Langnau.

Synergien ausnutzen

Sparpotenzial sieht Haudenschild unter anderem im Aufbau von Netzwerken. So soll die Zusammenarbeit mit dem Berner Inselspital gesucht und primär im Bereich der Onkologie vertieft werden. Vernetzung wird aber auch innerhalb der Region angestrebt. So soll etwa der Austausch mit Hausärzten, Rehazentren, Alters- und Pflegeheimen sowie mit Spitex und geriatrischen Einrichtungen vertieft werden. Der Aufbau von Netzwerken soll nicht nur Mehrfachuntersuchungen verhindern und damit die Kosten senken, sondern gleichzeitig die Qualität der Behandlung steigern, so Haudenschild. Mit baulichen Massnahmen sollen schliesslich auch innerhalb der Spitäler Synergien geschaffen und Wege verkürzt werden. Die geplanten Bauvorhaben über gut 42 Millionen Franken – darunter auch diverse Sanierungsmassnahmen sowie der Ausbau der Notaufnahmen an beiden Standorten – müssen letztlich vom Grossen Rat genehmigt werden.

Schliesslich sollen die Kompetenzen der beiden Standorte gefördert und aufeinander abgestimmt werden. So sollen in Burgdorf schwerpunktmässig Onkologie, Psychiatrie und Viszeralchirurgie angesiedelt werden, während sich in Langnau Orthopädie und Gynäkologie konzentrieren sollen. «Wir brauchen aber nicht nur einen Strukturwandel, sondern auch einen Kulturwandel», sagt Jaisli. Namentlich sollen Arbeitsabläufe optimiert und damit die Aufenthaltszeit der Patienten minimiert werden. Die Herausforderung liege darin, dass derartige Massnahmen nicht auf Kosten der Qualität gehen dürften: «Der Patient sollte davon nichts merken», sagt Jaisli.

Der Bund

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