Schwimmhalle im Neufeld kostet 75 Millionen Franken

Für die geplante 50-Meter-Schwimmhalle im Berner Neufeld stimmt das Berner Stimmvolk vermutlich im November dieses Jahres über Baukredit und Zonenplanänderung ab.

Die neue Schwimmhalle im Neufeld wird etwas teurer als erwartet. Das Berner Stimmvolk entscheidet über Baukredit und Zonenplanänderung voraussichtlich im November.

Die neue Schwimmhalle im Neufeld wird etwas teurer als erwartet. Das Berner Stimmvolk entscheidet über Baukredit und Zonenplanänderung voraussichtlich im November.

(Bild: zvg)

Der Stadtberner Gemeinderat hat am Dienstag zwei Vorlagen für den Bau einer neuen 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld verabschiedet. Das Kostendach liegt bei 75,5 Millionen Franken.

Finanziell zu Buche schlägt auch der Umstand, dass mit dem Bau der Schwimmhalle im Neufeld ein Standort mit bereits bestehenden Sportanlagen verdichtet wird, wie aus einer Mitteilung des Gemeinderats vom Dienstag hervorgeht.

Damit die Schwimmhalle in den bestehenden Cluster von Sportanlagen im Neufeld gebaut werden kann, müssen bestehende Anlagen verschoben werden. Die benachbarten Tennisfelder sollen nach Westen rücken. Das vom FC Länggasse genutzte Naturrasenfeld wird verkleinert und in ein beleuchtetes Kunstrasenfeld umgebaut. Ebenfalls neu positioniert werden die Sportfelder der Universität Bern.

«Es wäre günstiger gewesen, auf der grünen Wiese zu bauen», konstatierte Stadtpräsident Alec von Graffenried am Dienstag laut Redetext. Der Gemeinderat zeigt sich aber überzeugt, dass die Mehrkosten durch die Verdichtung des Standorts mehr als aufgewogen werden. So muss die Stadt beispielsweise auf dem nahen Mittelfeld kein Terrain beanspruchen und der Boden kann dort für Wohnzwecke genutzt werden.

So soll die 75,5 Millionen Franken teure Schwimmhalle von innen aussehen.

«Wir haben alles darangesetzt, um die Kosten tief zu halten und dass wir möglichst viel für das Geld bekommen», führte von Graffenried aus. Das Projekt wurde in den letzten Monaten einer strikten Spar- und Optimierungsrunde unterworfen. Damit konnten im Endeffekt rund neun Millionen Franken gespart werden, so dass nun ein Kostendach von 75,5 Millionen Franken definiert wurde.

Land im Baurecht erwerben

Ein Grossteil des Bodens im Neufeld gehört der Burgergemeinde Bern. Bereits heute verfügt die Stadt Bern über ein Baurecht für das Stadion und die westlichen Fussballfelder. Für den Bau der Schwimmhalle und die neue Anordnung der Sportfelder braucht die Stadt jedoch eine grössere Baurechtsfläche. Die zusätzliche Fläche muss die Stadt ebenfalls im Baurecht von der Burgergemeinde erwerben. Weiter braucht es für den Bau der Schwimmhalle auch noch eine Anpassung des Zonenplans. Sagt das Volk Ja zu dem Projekt, könnten die Bauarbeiten voraussichtlich im Sommer 2020 starten. Drei Jahre später soll die Schwimmhalle in Betrieb genommen werden.

Hallenbäder stark ausgelastet

Die Hallenbäder in der Stadt Bern sind stark ausgelastet und oft überbelegt, begründet der Gemeinderat den Neubau in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Stadt bräuchte mindestens doppelt so viele Schwimmbahnen wie aktuell vorhanden. Im Rahmen eines Wettbewerbs entschied sich die Stadt für einen niedrigen Bau, «der sich gut ins Gelände einfügt», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Weiter soll die neue Schwimmhalle in Bezug auf Ökologie und Energieeffizienz vorbildlich werden. Auf dem Dach ist eine Photovoltaik-Anlage geplant. Gute Dämmung und weniger Glasanteil an der Fassade sollen dafür sorgen, dass die Halle vergleichsweise wenig Heizwärme benötigt. Geheizt wird mit Fernwärme aus der Energiezentrale Forsthaus.

Verbaut werden auch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Gebrauchtes Bade- und Duschwasser wärmt via Wärmepumpe das frische Badewasser auf. Das gebrauchte Badewasser wird entchlort und zusammen mit dem Regenwasser in ein Rückhaltebecken geleitet. Dieses Wasser wird für die Toilettenspülung, die Gebäudereinigung oder die Bewässerung von Sportfeldern genutzt.

Das 50-Meter-Becken der Schwimmhalle umfasst zehn Bahnen und lässt sich mit einem mobilen Trennsystem unterteilen. Dazu kommen ein Lehrschwimmbecken und ein Becken mit Sprunganlage. Die gesamte Anlage wird hindernisfrei gebaut. Sie soll von der breiten Öffentlichkeit sowie von Schulen und Vereinen genutzt werden können. Das Projekt geht auf eine im Jahr 2015 überwiesene Initiative für ein zusätzliches Hallenbad zurück. Nachdem der Gemeinderat nun die beiden Vorlagen verabschiedet hat, ist als nächstes der Stadtrat am Zug. Die Stimmberechtigten können voraussichtlich im November 2019 über die beiden Vorlagen abstimmen.

Stadtpräsident Alec von Graffenried: «Die Halle ist zwar teuer, wir sind aber überzeugt, dass die Schwimmhalle auch künfitgen Generationen gute Dienste erweisen wird.»

nfe/sda

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