Regierungsräte treffen frustrierte Simmentaler

In den Simmentaler Spitalstreit gerät Bewegung: Die bernische Regierung will rasch Lösungen finden.

Die Spital Thun-Simmental AG (STS) will die Spitäler Saanen und Zweisimmen (im Bild) durch einen Neubau in Saanenmöser ersetzen. (Franziska Scheidegger, Archiv)

Die Spital Thun-Simmental AG (STS) will die Spitäler Saanen und Zweisimmen (im Bild) durch einen Neubau in Saanenmöser ersetzen. (Franziska Scheidegger, Archiv)

Kein Spital mehr in Zweisimmen – dafür eines in Saanenmöser. Das Ende der Zweisimmer Gewerbeschule. Der Umzug des Regierungsstatthalteramts nach Saanen und die Verlegung der Zweisimmer Gymnasialklassen: Die Simmentaler fühlen sich vom Kanton Bern vernachlässigt und nicht ernst genommen, ihre Wut hat sich angestaut. Deshalb sind am Dienstag gleich drei Regierungsräte der Einladung des Zweisimmer FDP-Grossrats Hans-Jörg Pfister nach Zweisimmen gefolgt: Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer (sp), Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud (sp) und Regierungspräsident Hans-Jürg Käser (fdp). «Im Dialog wollen beide Seiten gemeinsam die anstehenden Herausforderungen anpacken und nach Lösungen suchen», teilte die Regierung gestern mit.

Wie zu erwarten war, brachte das Gespräch mit Vertretern der örtlichen Gemeinden und der Wirtschaft keine verbindlichen Resultate hervor. «Es war trotzdem wichtig, unsere Erwartungen wurden erfüllt», sagt Pfister. Die Regierung habe den Frust der Menschen endlich hautnah spüren können. So sei etwa angesprochen worden, dass von der lokalen Bevölkerung niemand mehr bereit sei, mit dem «wankelmütigen» Verwaltungsrat der Spital Thun-Simmental AG (STS) zusammenzuarbeiten – die STS will die Spitäler Saanen und Zweisimmen durch einen Neubau in Saanenmöser ersetzen. «Auch die Ärzte haben ihre liebe Mühe mit dem Gremium, weil sie nicht in Entscheidungen einbezogen werden. Viele gute Fachleute haben das Simmental deshalb schon verlassen.»

Lösung für Schloss Blankenburg?

Auch die Aufhebung des gefährlichen Bahnübergangs Laubegg wurde besprochen; der Bund hatte das Vorhaben wegen damit verbundener Rodungen untersagt. Eine neue, machbare Variante sieht nun aber eine Brücke über die Simme und eine anschliessende Querung des Bahngleises mit einem Überführungsbauwerk 120 Meter oberhalb der Laubeggbrücke vor. Der entsprechende Kredit kommt laut Pfister im Juni vor den Grossen Rat. Erzürnt hatte die Simmentaler ferner die Schliessung des Schlosses Blankenburg. Falls eine vom Kanton unabhängige Trägerschaft für die Bewirtschaftung gefunden werde, könne es aber allenfalls wieder als «Zeremonienlokal ausserhalb der Zivilstandsämter» dienen, schreibt die Regierung. «Wir konkretisieren nun das Nutzungskonzept», sagt Pfister.

Der Regierungsrat seinerseits will das Gespräch mit der STS und dem Saanenland suchen. Um die «verfahrene Situation» so schnell wie möglich zu entschärfen, sollen sich danach «alle Betroffenen mit Unterstützung der Regierung an einen Tisch setzen».

Der Bund

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