«Ranger Mine» in Australien hat Flüsse radioaktiv verseucht

Nur von einer einzigen Mine kann der Energiekonzern BKW mit Sicherheit sagen, dass ihr Uran im Atomkraftwerk Mühleberg Strom produziert. Das betreffende Abbaugebiet heisst «Ranger Mine».

Umweltschützer protestieren 1997 vor der «Ranger Mine». (Keystone)

Umweltschützer protestieren 1997 vor der «Ranger Mine». (Keystone)

Die «Ranger Mine» liegt im Kakadu-Park im australischen Northern Territory – dem grössten Nationalpark des Landes, ausserdem gleichzeitig Weltkultur- und Weltnaturerbe. Man habe sich für das dortige Material entschieden, weil die Mine nach modernsten Kriterien betrieben werde und einwandfrei sei, heisst es bei der BKW. Dem scheint aber nicht unbedingt so zu sein: Wie die «Far Eastern Economic Review» berichtete, waren die Menschen rund um die Mine vor sechs Jahren Wasser ausgesetzt, das die gesetzlich zulässige Uran-Konzentration um den Faktor 400 übertraf – laut der «Deutschen Welle» ist es gar immer wieder zu solchen Vorfällen gekommen.

1988 geschah eine noch grössere Katastrophe: Damals gelangte Radioaktivität aus der Mine sechs Monate lang unkontrolliert in die Umgebung. Abgesehen von der Umweltbelastung kommt es immer wieder zu Konflikten mit der lokalen Bevölkerung. 1996 hatten die Betreiber der Ranger Mine Pläne verkündet, nach denen im Nationalpark zwei neue Förderstätten erschlossen worden wären. Dabei ignorierten sie, dass der Boden seit dem Aboriginal Land Rights Act von 1976 wieder offiziell den Aborigines gehört – das Vorhaben scheiterte schliesslich am Widerstand der Bevölkerung. Trotz dieses Erfolgs fühlen sich die australischen Ureinwohner vertrieben von ihrem Land und ihren heiligen Stätten. Der Betreiber der Mine beteuern hingegen, viel Geld in soziale und kulturelle Projekte für die Aborigines zu stecken, zudem werden Umweltverträglichkeitsberichte erstellt. Allerdings kann dies die indigenen Völker Australiens nicht besänftigen: Vergangenen August machten einige ihrer Mitglieder ihrem Ärger über den Uranabbau an einem Kongress in Basel Luft.

Der Bund

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