Stadt Bern

Perlen aus eigenem Sumpf

Denn wir wissen nicht, was wir haben: Karin Hänzi und Anja Vatter wollen den Bernern und Bernerinnen zeigen, was es in ihrer eigenen Stadt zu entdecken gibt. Dafür haben sie eine Webseite lanciert.

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Das Geklöne könne sie nicht mehr hören, sagt Anja Vatter: Bern sei ein Kaff, in Bern laufe nichts, Bern hinke Zürich hinterher. Dabei biete doch kaum eine andere Stadt eine derart hohe Lebensqualität wie die Bundesstadt. Die nahen Berge, die Aare, das viele Grün, das reichhaltige Kulturangebot. «In Deutschland gibt es ähnlich grosse Städte – die haben nur ein Restaurant», sagt Vatter.

Anja Vatter und Karin Hänzi sind zwei junge Schreibende – und beide glühende Lokalpatriotinnen. Sie sind überzeugt, dass die Berner und Bernerinnen nicht wissen, was sie an ihrer Stadt haben. Entweder weil man sich als Berner gewöhnlich nicht gross darum kümmere, was ausserhalb des Szene-Rands geschehe – oder weil man sich an das Bekannte gewöhnt habe. Darum haben die zwei jungen Frauen die Webseite www.stoebern.stadtkinder.ch lanciert.

Auf «Stöbern» finden sich Trouvaillen aus verschiedensten Sparten, Ecken, Szenen. Vorgestellt werden Menschen, Gruppen, Lokale oder Läden aus Kultur, Gastronomie und Gewerbe. Und auch wenn es den Städter und die Städterin am Wochenende ins Grüne zieht, kann das Portal mit einem Vorschlag dienen – in der Kategorie «Ausflüge».

Jede Woche ein neuer Beitrag

Noch sind die kurzen Beiträge etwas spärlich – aber jede Woche soll ein neuer Artikel dazukommen, versprechen die Macherinnen. Da wird etwa «Raffinesse & Tristesse» vorgestellt – farbenfrohe Einrichtungsgegenstände aus alten Olivenöldosen. Oder da werden altbewährte Grössen im Leben an der Aareschlaufe gewürdigt – wie etwa der Sirupproduzent «Les Sirupiers de Berne». Oder da werden Jungspunde präsentiert, welche das angeblich behäbige Bern aufzumischen versuchen. Zum Beispiel die jung-urbane Kunstgalerie Milieu. Im Beitrag stellt einer der Betreiber der Galerie bezeichnenderweise fest, dass es nicht einfach sei, Kunst aus hiesigen Gefilden ans Publikum zu bringen: «Es ist schwieriger, jemanden aus dem eigenen Sumpf zu zeigen als aus dem anderen Teich.»

Auch Auswärtige sollen sich auf «Stöbern» als Perlentaucher verdingen können, finden die zwei Macherinnen. Ganz bewusst hätten sie sich aber nicht an Bern Tourismus gewendet. «Wir wollen keine Hotels vorstellen müssen, die zu wenig ausgelastet sind», sagt Karin Hänzi, die als freie Journalistin arbeitet, manchmal auch für den «Bund».Was die Webseite aufgreife, das sei völlig subjektiv und willkürlich, sagt Vatter, die an der PH Bern für Kommunikationsbelange zuständig ist. Unabhängigkeit ist den beiden Frauen so wichtig, dass sie auch auf Werbung verzichten – und damit auf die Chance, dereinst an der Seite zu verdienen. Das sei auch nicht das Ziel, sagen die beiden: Das Projekt sei ein Geschenk an ihre Heimatstadt. (Der Bund)

Erstellt: 03.02.2009, 08:02 Uhr

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