Mühleberg besteht knapp

Die Aufsichtsbehörde Ensi gibt dem AKW Mühleberg die Note «genügend» – zumindest auf kurze Frist. Die Meinungen der Experten seien jedoch stark auseinandergegangen.

Mühleberg darf erst nach den laufenden Nachrüstungsmassnahmen wieder ans Netz.

Mühleberg darf erst nach den laufenden Nachrüstungsmassnahmen wieder ans Netz.

(Bild: Adrian Moser)

Das AKW Mühleberg im Kanton Bern darf erst wieder hochgefahren werden, wenn die zurzeit vorgenommenen Nachrüstungsarbeiten am Notsystem umgesetzt sind. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi sieht aber auch darüber hinaus Handlungsbedarf.

Für den Hochwasser-Nachweis sei die Verstopfung des Notkühlsystems durch Geschiebe geprüft worden, sagte Georg Schwarz, Leiter Anlagetechnik des Ensi heute vor den Medien in Brugg AG. In vielen Punkten seien die Expertenmeinungen stark auseinandergegangen. Das Ensi sei im Zweifelsfall immer vom ungünstigen Fall ausgegangen.

Lösung nicht optimal

«Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir den Nachweis in der vorliegenden Form akzeptieren», hielt Schwarz fest. Für den Langzeitbetrieb sei eine Lösung, bei der man sich ultima ratio auf mobile Pumpen abstütze, nicht optimal. Das Ensi habe deshalb schon am 5. Mai gefordert, dass für den Langzeitbetrieb eine wirklich diversitäre Kühlwasserversorgung realisiert werde, sagte Schwarz.

Das AKW Mühleberg erfülle mit den Nachrüstmassnahmen wieder die Minimalanforderungen, sagte Ensi-Direktor Hans Wanner. Auch er betonte, dass das Ensi für den Langzeitbetrieb mehr fordere.

Kompaktkühler auf Prüfstand

Das Ensi prüfe nun den von der Mühleberg-Betreiberin BKW vorgeschlagenen Kompaktkühler, der im Notfall den Reaktor mit Luft kühlen soll. Zurzeit wird in Mühleberg bereits das Einlaufbauwerk mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen ergänzt.

Die BKW nahm dafür das AKW Mühleberg bereits am 30. Juni vom Netz, fünf Wochen vor dem Beginn der jährlichen Revisionsarbeiten. Ende August gab das Ensi grünes Licht für die Verbesserungen am Notsystem.

Das Ensi prüft zudem einen Bericht der BKW zu den Rissen im Kernmantel des Reaktors. Die BKW will die Resultate einer Überprüfung bekanntgeben, wenn das AKW wieder angefahren wird. Die BKW rechnet damit, dass das umstrittene AKW spätestens Ende September wieder ans Netz geht.

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