Mayr-Melnhof beharrt auf Schliessung

Die Maschinen der Kartonfabrik Deisswil werden wohl nicht wieder eingeschaltet: so das ernüchternde Fazit des Gesprächs in Österreich.

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Das Gespräch zwischen dem Direktor des österreichischen Kartonherstellers Mayr-Melnhof (MM), Wilhelm Hörmanseder, und einer rund 130-köpfigen Delegation der Karton Deisswil in der Nähe Wiens machte es deutlich: Die Maschinen in Deisswil bleiben abgeschaltet. Die Mitarbeiter waren zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaft Unia nach Wien gereist, um vor der Aktionärsversammlung der MM gegen die Schliessung zu demonstrieren (siehe Haupttext). Im Gegenzug für das Gespräch verzichteten die «Deisswiler» aber auf eine Protestkundgebung vor Ort. Hörmanseder zeigte Verständnis für alle Mitarbeitenden, die durch die Schliessung ihre Stelle verlieren. Er sei auch bereit, bei allfälligen Verhandlungen für einen Sozialplan selber nach Deisswil zu reisen. Von seiner Position und dem Schliessungsentscheid rückte er aber nicht ab. Man habe sich die Schliessung lange und gut überlegt, sagte er gegenüber den Fabrikangestellten. Der Entscheid sei ihm nicht leicht gefallen, doch er sei «unumgänglich». Wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, die Produktion aufrechtzuerhalten, hätte sie sein Unternehmen genutzt. «Wenn es schwierig war, haben wir immer Lösungen gefunden; ist es aber unmöglich, können auch wir nichts machen», sagte er. Nach Ansicht der betroffenen Schweizer Belegschaft bestünde eine Rettungsmöglichkeit darin, dass ein anderes Unternehmen die Kartonfabrik übernimmt. Ein endgültiger Entscheid des Mayr-Melnhof-Verwaltungsrates wird für 10. Mai erwartet.

Mayr-Melnhof hatte am 7. April mitgeteilt, die Kartonfabrik in der Gemeinde Stettlen per sofort zu schliessen. Als Grund für die Schliessung gab die Besitzerin «den drastischen Anstieg der Schweizer Emissionssteuer» an. Dem widersprach das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Die Kartonfabrik müsse die CO2-Abgabe gar nicht entrichten, da sie sich 2008 verpflichtet habe, den CO2 mit diversen Massnahmen zu senken. Sie sei daher von der CO2-Abgabe befreit worden. (lsb) (Der Bund)

Erstellt: 29.04.2010, 07:42 Uhr

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