Lüthis gelassener Blick Richtung IIHF

Beim SCB nimmt man die Neuauflage der Champions Hockey League zur Kenntnis, mehr aber noch nicht.

Gibt es bald wieder Champions-Hockey-League-Spiele in Bern wie hier im Herbst 2008? (Peter Klaunzer)

Gibt es bald wieder Champions-Hockey-League-Spiele in Bern wie hier im Herbst 2008? (Peter Klaunzer)

Die Antwort von SCB-CEO Marc Lüthi kommt, noch bevor die Frage gestellt ist. «Wir ziehen nicht zurück», verkündet er ohne das geringste Zögern. Alles andere als ein Festhalten an der Klage gegen den internationalen Eishockey-Verband (IIHF) hätte auch verwundert. Daran kann auch die gestrige Ankündigung der Neulancierung der Champions Hockey League (CHL) durch ebendiese IIHF nichts ändern.

«CHL sollte kostendeckend sein»

Natürlich begrüsst Lüthi grundsätzlich die Neuauflage der CHL, gibt aber zu bedenken: «Dies ist nun der dritte Versuch. Wir haben immer gesagt, dass wir am Anfang nicht etwas verdienen müssen damit. Aber kostendeckend sollte das Projekt schon sein – und ist es momentan nicht.» Weiter wollte der SCB-CEO die Ankündigung nicht kommentieren, ebenso wenig wie eine allfällige Teilnahme des SCB bei erfolgter Qualifikation. «Dafür muss die IIHF erst Details zur neuen CHL liefern.»

Was der internationale Verband gestern bekannt gab: Nächste Saison sollen 16 europäische Teams (jeweils Meister und Qualifikationssieger der sieben bestklassierten Nationen sowie Continental-Cup-Sieger und Titelverteidiger/ZSC Lions) in der CHL spielen. Wofür die IIHF garantiert, sind für die kommenden drei Jahre Administrationsaufwände von 1,5 Millionen Franken.

Zudem soll den Klubs, die sich für die abgesagte CHL-Saison 2009/10 qualifiziert hatten, eine Abfindung in der Höhe von geschätzten 100 000 Franken oder Euro bezahlt werden. Was aber deutlich weniger ist als die vom SCB beim internationalen Sportgericht (CAS) in Lausanne eingeklagten 1,2 Millionen Franken. «Die IIHF hatte ein Jahr lang Zeit, die Sache mit einer Zahlung von 100 000 Euro aus der Welt zu schaffen. Nun ziehen wir nicht zurück», bekräftigt Lüthi noch einmal. Zumal er sich vor kurzem noch verhandlungsbereit gezeigt hatte. Der SCB wäre zu einer aussergerichtlichen Aussöhnung bereit gewesen, die IIHF nicht.

SCB-Klage steht auf guten Beinen

Etwas komisch mutet vor diesem Hintergrund die gestrige Kommunikation der CHL-Wiederaufnahme an. «Es gibt ganz viele Gründe, warum sie sich dazu gezwungen sahen», sagt Lüthi. «Vielleicht fürchten sie die Konkurrenz durch die European Trophy (dem dieses Jahr lancierten europaweiten Vorbereitungsturnier der Klubs). Vielleicht haben sie herausgefunden, dass unsere Klage gar nicht auf so schlechten Beinen steht. Jedenfalls ist das neue Projekt noch nicht durchdacht.» Schadenfreude will bei Lüthi aber nicht aufkommen. «Am liebsten wäre mir, es wäre eingehalten worden, was ursprünglich abgemacht worden war.» Nun ist die IIHF gefordert. Bereits bis zum 17. Dezember will sie eine vorläufige, bis zum 3. Januar 2011 eine definitive Zusage von den Klubs. Und ein Sponsor soll bis dahin auch noch gefunden werden. «Die IIHF wird so bald als möglich eine Ausschreibung machen, um einen Marketing-Partner zu finden», liess man am Hauptsitz in Zürich ausrichten.

Der Bund

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