Langenthal verbietet Sexmesse Amor

Die Erotikausstellung Amor war vom Regierungsstatthalter bereits bewilligt worden. Nun ist die Messe gestern von der Stadtregierung verboten worden. Die Veranstalter bezeichneten den Entscheid als «unverständlich».

Vom 16. bis zum 18. April sollte in Langenthal die Erotik-Messe Amor über die Bühne gehen. Die Bewilligung des Regierungsstatthalters lag vor. Und nun hat – nachdem es in der Bevölkerung und in der EVP zu rumoren begann – der Gemeinderat die Notbremse gezogen. Er verbiete «aus naheliegenden Gründen» die Nutzung der Markthalle für eine solche Ausstellung, schreibt er. Mit dem «sofortigen Rücktritt vom Mietvertrag» wird eine Vereinbarung aufgelöst, die von einer untergeordneten Amtsstelle unterzeichnet worden war. Stadtpräsident Thomas Rufener sagt auf Anfrage, den Zuständigen habe es in diesem Fall am nötigen Fingerspitzengefühl gefehlt. Der Stadtregierung sei es bei ihrem «politischen Entscheid» einzig um die Frage gegangen, wofür öffentliche Anlagen zur Verfügung gestellt werden sollen – und wofür nicht.

«Brutal unverständlich»

Dieser Entscheid sei «brutal unverständlich», sagt Jean-Paul L., der für die Organisatoren, die er nicht bekannt geben will, als «Pressesprecher» agiert und in Erotikkreisen unter dem Namen J. P. Love bekannt ist. Auch seine eigene Identität wollte er nicht näher bezeichnen. Er habe das Gefühl, sich im falschen Film zu befinden, sagt er. Alle Verträge seien unterschrieben, und es sei bereits viel Geld investiert worden – ins Engagement der «Künstler», in die Technik und die Werbung. Über die Reaktion der Organisatoren könne er noch nichts sagen, «aber ich denke, wir bleiben am Ball», meint L.: «Die Sache ist noch nicht abgehakt.»

Die Erotik-Messe Amor war in Bern 2007 nach zweimaliger Durchführung von der BEA Bern Expo AG aus dem Programm geworfen worden – wegen eines drohenden Imageschadens für den Messeplatz. Die «Amor» hatte aus polizeilicher Sicht alle Auflagen erfüllt. Auch in Langenthal wäre es laut L. «eine saubere Sache» geworden: «zwar viel nackte Haut – aber kein Live-Sex».

Der Bund

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