Konfirmanden spielen Banküberfall und lösen Polizei-Grosseinsatz aus

Ein Foto-Projekt von vier Konfirmations-Schülern hat aus Versehen einen Grosseinsatz der Berner Kantonspolizei ausgelöst.

«Hände hoch, Geld her!» Aus dem gespielten Banküberfall wurde in Kehrsatz plötzlich ernst. (Archiv)

«Hände hoch, Geld her!» Aus dem gespielten Banküberfall wurde in Kehrsatz plötzlich ernst. (Archiv)

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Die vier 15-Jährigen aus der Berner Vorortsgemeinde Kehrsatz erhielten im Konfirmationsunterricht den Auftrag, eine Foto-Story zu realisieren. Das Quartett wollte einen Banküberfall nachspielen – der Pfarrer besorgte das Einverständnis der Valiant-Bank, in der örtlichen Filiale Fotos schiessen zu dürfen.

Die Schüler stellten den Überfall offensichtlich täuschend echt nach. Als sie nämlich letzten Freitagmittag in den Innenräumen der Bankfiliale Gangster spielten, müssen Passanten auf die vermeintlich verdächtigen Szenen aufmerksam geworden sein. Über Mittag ist die Bank geschlossen. «Wahrscheinlich hat jemand durchs Fenster geschaut, anders kann ich es mir auch nicht erklären», sagt der Kehrsatzer Gemeindepfarrer, Christoph Nussbaumer, der seine Schüler begleitete. Es seien mehrere Meldungen eingegangen, heisst es bei der Berner Kantonspolizei auf Anfrage.

Als die Schüler ihre Fotos beinahe schon im Kasten hatten, stürmten plötzlich zwanzig vollausgerüstete Polizisten die Bank. «Wir sind schon ein bisschen erschrocken», sagt Pfarrer Nussbaumer in seinem behäbigen Berndeutsch. Zwar seien die Polizisten zuerst nicht gerade zimperlich aufgetreten, hätten sich aber völlig korrekt verhalten. «Sie haben gleich gemerkt, dass es sich wahrscheinlich um einen Fehlalarm handelt.» Die Einsatzkräfte führten eine Personenkontrolle durch, nahmen den Schülern die Spielzeug-Pistole ab und brachten sie nach Hause.

Der Pfarrer kämpft nun mit Gewissensbissen. «Ich hätte die Polizei informieren sollen – im Nachhinein ist man immer schlauer.» Die Sache wird wohl für Nussbaumer auch finanziell ein Nachspiel haben: Die Rechnung für den Einsatz flattert bald in seinen Briefkasten. Wie hoch sie ausfallen wird, darüber gibt die Polizei keine Auskunft. (Der Bund)

Erstellt: 16.05.2011, 15:11 Uhr

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