Klimademo mit dem Velo

Statt zu Fuss, demonstrierten am Samstagnachmittag die Klimajugendlichen mit dem Fahrrad auf Berns Strassen. Das Auto sei mitverantwortlich für die Klimakrise, finden sie.

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Carlo Senn@derbund

In Bern haben sich am Samstagnachmittag etwa 1500 Klimastreikende eingefunden. Die Demonstranten marschierten für einmal nicht, sondern fuhren mit dem Fahrrad durch die Strassen. Damit möchten sie auf den «Zusammenhang zwischen Verkehr und Klimakrise» aufmerksam machen, wie sie in einer Mitteilung schreiben.

Demo auf dem Velo

Zuvor um 13.30 an der Berner Fabrikstrasse 8, Hochschulzentrum der Pädagogischen Hochschule, Treffpunkt für den Velo-Tross. Vor Ort finden Teilnehmende die Idee, mit dem Zweirad zu demonstrieren, gut. «Das ist mal was anderes», sagte eine junge Frau lachend. Auch das Wetter spielt mit, die Sonne scheint, keine Wolke ist sichtbar.

Der Altersdurchschnitt ist tief, doch es haben sich auch einige ältere an der Demonstration eingefunden: «Ich bin, seit ich denken kann, mit dem Fahrrad unterwegs», sagt einer davon. Deshalb müsse er an dieser Kundgebung unbedingt teilnehmen, betont er.

Kurz bevor sich der Tross in Bewegung setzt, sind noch nicht viele Menschen vor Ort. Das Briefing der Klimabewegung für die Organisatoren ist deutlich: «Wir sind friedlich, wir bleiben friedlich», sagt der Wortführende. Wenn jemand etwas kaputt mache, solle man ihn darauf aufmerksam machen oder stoppen, sagt er.

Um 14 Uhr radelten doch noch viele an den Treffpunkt an der Berner Fabrikstrasse 8 ein. Eine Armee aus Fahrrädern formiert sich. Als einer beginnt, die Klingel zu betätigen, tun es ihm einige nach, das Geklingel ist laut.

Der Umzug startet kurz nach 14 Uhr. Via Länggassstrasse bewegt sich die Demonstration zum Bollwerk, weiter über die Lorrainebrücke und auf der Viktoriastrasse bis zur Kornhausbrücke. Durch die Altstadt und am Bundeshaus vorbei fahren die zahlreichen Teilnehmenden weiter bis zum Kocherpark. Dort kommen die Velos nach und nach um ca. 15.15 Uhr zum Stillstand.

An der Länggassstrasse finden sich auch einige Autofahrer, die in die Hauptstrasse einbiegen wollten. Sie haben das Nachsehen. Auch Personen, die mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs sind, mussten sich am Samstag etwas gedulden.

Der Spuk war allerdings relativ rasch vorbei, der Tross bewegt sich zügig zum Treffpunkt Kocherpark. Die Demonstrierenden wollen noch bis 19 Uhr Musik und Workshops anbieten.

Thunberg als Auslöserin

Die Klimastreikbewegung Schweiz sieht sich als dezentrale Jugendbewegung. Laut eigenen Angaben ist sie basisdemokratisch organisiert. Die Bewegung gibt an, «weder an eine Partei noch an eine Organisation» gebunden zu sein.

Die Bewegung entstand Ende 2018. Auslöserin war Greta Thunberg, eine damals 16-jährige Klimaaktivistin aus Schweden. In einer Rede an einer UNO-Konferenz in Polen griff sie die Politiker wegen ihrer Klimapolitik scharf an. Das Video verbreitete sich viral im Netz, woraufhin sich auch in der Schweiz viele Jugendliche zu organisieren begannen.

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