Hintergrund

Junger Bieler setzt höchstem Minarett den Halbmond auf

Rechtzeitig zum Beginn des Fastenmonats Ramadan am 1. August wurde auf dem Royal Clock Tower in Mekka der goldene Halbmond montiert – mit Hilfe aus Biel.

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«Die Montage in 600 Metern Höhe war sehr anspruchsvoll», sagt Jungunternehmer Dominik Scheurer, «glücklicherweise ist alles reibungslos verlaufen.» Der 28-jährige Bieler hat mit seiner Viermannfirma Scheurer Design & Engineering das Symbol des Islams mit einem eindrücklichen Durchmesser von 23 Metern konstruiert. Der «Hilal» besteht aus ultraleichten und -stabilen Bauteilen aus Kohlefasern – Scheurers Spezialität.

Der Halbmond krönt das mit 601 Metern zweithöchste Gebäude der Welt. Er ist begehbar und beherbergt unter anderem ein astronomisches Observatorium, eine Wetterstation, eine Wohnung für die Wissenschaftler sowie einen Gebetsraum. In der Nacht, wenn über eine riesige Lautsprecheranlage die Gläubigen zum Gebet gerufen werden, öffnen sich in der Sichel Klappen, und Scheinwerfer strahlen zehn Kilometer gen Himmel. Der Mecca Royal Clock Tower steht unmittelbar neben der Grossen Moschee mit der Kaaba, dem Allerheiligsten des Islams. Das höchste Minarett der Welt, das die «New York Times» als «Kitsch-Kopie» des Big Ben in London bezeichnet, beherbergt unter anderem ein Hotel mit 858 Zimmern.

Scheurer war als Nichtmuslim nicht vor Ort

Scheurer hat mit seiner Firma neben dem Halbmond auch die bis zu 23 Meter langen Zeiger der Turmuhr konstruiert. Der Halbmond sei aber deutlich anspruchsvoller gewesen, sagt der junge Bieler. Die fünf Einzelelemente mussten in Dubai probehalber zusammengesetzt werden. Einen Transport per Helikopter lehnten die Saudis ab &endash über der Heiligen Stadt gilt ein Flugverbot. Also wurde die Sichel wieder zerlegt und per Lastwagen nach Mekka gefahren. An Seilen hängend, haben ihn Arbeiter in 600 Metern montiert und die Nahtstellen mit dem goldenen Keramikmosaik belegt. Scheurer selbst war nicht vor Ort, Nichtmuslimen bleibt der Zutritt zur Stadt verwehrt.

Mit der Montage des Halbmondes ist Scheurers Engagement im Königreich beendet. Das Projekt für eine Metro, die das rund um den Uhrturm entstehende Quartier erschliessen soll, wurde auf Eis gelegt; «wegen der instabilen politischen Lage», wie der gelernte Bootsbauer sagt. Scheurer hatte sich einen Auftrag für die Konstruktion von Dachgewölben aus Karbon für die Bahnhöfe erhofft. Nun widmet er sich wieder seinem anderen Fachgebiet: Auch in der Formel 1 ist ultraleicht und ultrastabil gefragt. (Der Bund)

Erstellt: 25.07.2011, 07:22 Uhr

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