Jaunpass: Unmut über Asylzentrum

Nun ist es definitiv: Das provisorische Asylzentrum in der militärischen Truppenunterkunft auf dem Jaunpass wird am Mittwoch vom Bund in Betrieb genommen.

Gemeinderatspräsident Andreas Hutzli kritisierte vor der Boltiger Bevölkerung die Informationspolitik des BFM.

Gemeinderatspräsident Andreas Hutzli kritisierte vor der Boltiger Bevölkerung die Informationspolitik des BFM.

(Bild: Thomas Reufer)

Eveline Gugger Burckdorfer, die Vizedirektorin des Bundesamtes für Migration (BFM), stand der Boltiger Bevölkerung am Montagabend auf dem Jaunpass Rede und Antwort. Das Zentrum soll bis zum 15. Februar 2012 rund 50 Asylsuchenden Unterkunft bieten. Das BFM begründete seinen Entscheid damit, dass wegen steigender Flüchtlingszahlen aus Nordafrika die Unterbringungskapazitäten erreicht seien. Vorwiegend junge, männliche Asylsuchende mit geringen Aufnahmechancen will man auf dem Jaunpass unterbringen.

Der Gemeinderat von Boltigen hatte seine Opposition schon im Juni angekündigt. Man befürchtet Einbussen beim Tourismus und eine Gefährdung des sozialen Friedens innerhalb der Gemeinde. Gemeindepräsident Fred Stocker übte gestern vor knapp 40 Boltigern harsche Kritik an der Informationspolitik des BFM. Die Veranstaltung sei viel zu kurzfristig angekündigt und zu unpassender Uhrzeit anberaumt worden. «Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt.» Bedenken wurden vor allem bezüglich der Sicherheit der Bevölkerung, aber auch des Zentrums geäussert. Die Anlage wird die Firma ORS Service AG betreuen, die Sicherheit sollen Securitaspatrouillen gewährleisten. Bereits 2004 fungierte die Anlage gegen den Willen der Boltiger ein halbes Jahr als Asylzentrum.

Der Bund

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