Jahresrekord! – Oder doch nicht?

Zwischen Freitag und Sonntag streikte die Messstation Schönau in Bern – die Aaretemperatur aus dieser Zeit ist daher noch unbekannt.

Lisa Stalder

Unter eingefleischten Berner Aareschwimmern herrschte in den vergangenen Tagen grosse Verwirrung: Wer vor dem Sprung ins kühlende Nass noch schnell die Wassertemperatur bei der Messstation Schönau ablesen wollte, dem zeigte sich ab Freitag, kurz nach 14 Uhr, immer das gleiche Bild: 20,6 Grad. Grund war natürlich nicht eine physikalisch sehr unwahrscheinliche Temperaturkonstanz der Aare, sondern schlicht ein Defekt der Messstation. So hiess es auch im Internet auf der Webseite www.aaremarzili.info stets: 20,6 Grad. Angesichts des Werts vom Freitagnachmittag und der herrschenden Lufttemperaturen konnte man davon ausgehen, dass der Aareschwumm das ganze Wochenende angenehm sein würde. Doch eine Frage musste unbeantwortet bleiben: Reichte es für ein neues Jahreshoch?

Der Zeitpunkt für den Ausfall des Messcomputers sei tatsächlich nicht ideal, hiess es gestern beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), das für die Messstation zuständig ist. Aber bei 150 Messstationen im Kanton komme das manchmal vor. Der Fehler sei gestern Nachmittag wieder behoben worden. In der Tat, kurz nach 14 Uhr lief die Anzeige wieder einwandfrei und zeigte 21,47 Grad an. Auch die Anzeige auf www.aaremarzili.info funktionierte wieder. Hier wurde um 14 Uhr noch der Wert vom Freitag angegeben, doch bereits um 15 war die Aare dann 21,8 Grad warm. Dieser Wert, der auch am späteren Nachmittag nicht mehr übertroffen wurde, bedeutete Jahresrekord.

Oder auch nicht – noch sind die Werte zwischen Freitag und gestern Nachmittag nämlich nicht bekannt. Gut möglich also, dass am Sonntag, als es in Bern rund 34 Grad warm war, die Aare in der Bundesstadt die 22-Grad-Marke überschritten hat. Im Muribad jedenfalls hatte die Anzeigetafel am Sonntag schon 22 Grad angezeigt. Wurde am Ende der Rekord verschlafen? Keine Bange: Enthusiastische Aare-Statistiker werden die Lücke heute oder spätestens morgen füllen können. Die Mitarbeiter des Bafu, die den Computer in der Messstation Schönau flickten, konnten die fehlenden Daten nämlich auf einem Memory-Stick retten.

Der Bund

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