Hohe Netze an zwei Berner Brücken

Die Brückensuizid-Problematik hat sich in den letzten Wochen verschärft. Es sind zunehmend Menschen, die sich unterhalb der Brücken befunden haben, traumatisiert worden. Jetzt werden Notmassnahmen ergriffen.

Die Kirchenfeldbrücke wird mit einem Netz ausgestattet. (Franziska Scheidegger)

Die Kirchenfeldbrücke wird mit einem Netz ausgestattet. (Franziska Scheidegger)

Dies sagte Thomas Reisch, Oberarzt der Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD), gestern an einer Medienorientierung. Das Thema steht aufgrund einer Motion auf der politischen Agenda. Diese hat der Stadtrat kürzlich angenommen – sie verlangt die Sicherung von fünf Berner Brücken. Der Gemeinderat ist dadurch verpflichtet, bis in zwei Jahren Netze an den Brücken zu installieren.

Da sich die Situation nun zugespitzt hat, reagiert die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün mit Notmassnahmen. Ab heute werden auf der Kirchenfeldbrücke und auf der Kornhausbrücke in den kritischen Bereichen drei Meter hohe Gitternetze zwischen den Kandelabern montiert.

Auf der Kirchenfeldbrücke werden die Bereiche über Aarstrasse und Sportplatz Schwellenmätteli gesichert, auf der Kornhausbrücke werden Netze auf einer Länge von 4 mal 50 Metern installiert. Die Netze bleiben bestehen, bis längerfristige Massnahmen umgesetzt sind. Der Stadtingenieur Hans-Peter Wyss versprach gestern, dass man bald eine Lösung präsentieren wolle.

Bernhard Stähli, Koordinator Care-Team Kanton Bern, appellierte auch an die Zivilcourage der Bevölkerung: Es gelte, Personen anzusprechen, die den Anschein machen, suizidal gefährdet zu sein. «In dieser Zeit müssen wir einander gegenseitig tragen, Wärme geben – mehr als Metallnetze braucht es dieses Netz», sagte Stähli. (jäg)

Der Bund

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