Gemeinderat sucht Betreiber für Loungebetrieb im Marzilibad

Kein Privater ist bis anhin bereit, einen Pilotversuch für einen Loungebetrieb im Marzilibad durchzuführen. Dafür gibts ein Konzert im Freibad Weyermannshaus.

Vielleicht gibt es diesen Sommer für die Badenden im Marzili von Donnerstag bis Samstag einen Loungebetrieb. (Franziska Scheidegger)

Vielleicht gibt es diesen Sommer für die Badenden im Marzili von Donnerstag bis Samstag einen Loungebetrieb. (Franziska Scheidegger)

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Sie sind ein Markenzeichen des Zürcher Sommers: die Badi-Lounges. In Bern hingegen hatten die Behörden bis anhin Bedenken, die werktätige Bevölkerung den Feierabend in einem Freibad ausklingen zu lassen. Hauptargument gegen eine Öffnung der Badis an langen Sommerabenden ist die Lärmbelastung für die angrenzenden Quartiere. Im Hinblick auf den Sommer 2011 hingegen wäre der Gemeinderat bereit, über seinen eigenen Schatten zu springen. Er wolle und könne den Wunsch zahlreicher Kreise nach einer Lounge im Freibad Marzili nicht ignorieren, hält der Gemeinderat in einem Bericht zu einem Vorstoss von Henri-Charles Beuchat (CVP) fest. Er sei daher bereit, versuchsweise einen Bar- und Loungebetrieb im Bereich des Männerbads durchführen zu lassen. Allein: Es gibt zurzeit keinen privaten Betreiber, der donnerstags bis samstags von 20 bis 23 Uhr im Marzili wirten möchte, wie Sven Baumann, Generalsekretär der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS), auf Anfrage erklärt. Ein potenzieller Interessent habe sich für die Grosse Schanze entschieden und habe letzten Sommer auf der Einsteinterrasse eine «City Beach» durchgeführt, sagt Baumann.

Gilt Alkoholverbot auch abends?

Möglicher Stein des Anstosses dürfte die Frage nach dem Alkoholausschank sein, der in den städtischen Bädern grundsätzlich verboten ist. Marc Heeb von der Gewerbepolizei weist darauf hin, dass für eine Lockerung oder Aufhebung dieses Verbotes ein Beschluss des Gemeinderates nötig wäre. So dürften etwa beim Marzili-Movie auch keine alkoholischen Getränke verkauft werden, sagt Heeb. Laut BSS-Generalsekretär Baumann gilt das Alkoholverbot nur während der offiziellen Betriebszeiten des Freibads. Ob etwa beim Urban Sound Festival vom 24. September dieses Jahres im Freibad Weyermannshaus Wein und Bier oder allenfalls noch härtere Stoffe ausgeschenkt werden können, sei «noch nicht entschieden», sagt Baumann.

Büne Huber hat verzichtet

Beim Open Air im «Weyerli» handelt es sich um die erste reine Konzertveranstaltung in einem städtischen Freibad. Die Abteilung Kulturelles hat dafür bereits die Werbetrommel gerührt, obwohl noch keine Bewilligung, ja nicht einmal ein Gesuch vorliegt. «Wir haben im Rahmen einer Vorabklärung grundsätzlich grünes Licht gegeben», sagt Gewerbepolizist Heeb. Die Auflagen würden von den Absichten des Gesuchstellers abhängen. Grundsätzlich sei aber um 22 Uhr Nachtruhe. «Wir haben nicht zig Anlässe an öffentlichen Orten, die bis 2 oder 3 Uhr nachts dauern», sagt Heeb. Diese Ansicht wird auch von Generalsekretär Baumann geteilt. «Wir wollen keinen Chilbibetrieb in Freibädern.» Grundsätzlich könne jedermann ein Gesuch für ein Fest in einem Freibad stellen. So habe etwa Büne Huber von Patent Ochsner einst geplant, seinen 50. Geburtstag im Weyermannshaus zu feiern. Die Feier sei schliesslich nicht an den Auflagen gescheitert. «Der Gemeinderat ist aber der Meinung, dass Freibäder grundsätzlich zum Baden da sind», sagt Baumann.

Klar ist zudem, dass das «Weyerli» auch kein Standort für einen Loungebetrieb wäre. Aus dem Scheitern eines Testbetriebs im Westside zieht der Gemeinderat den Schluss, «dass ein solches Konzept nicht an der Peripherie angesiedelt werden kann». (Der Bund)

Erstellt: 10.03.2011, 07:02 Uhr

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