Einheitspolizei: Letzter Schritt bald gemacht

Mit der Integration von Burgdorf, Langenthal, Moutier, Ostermundigen, Münchenbuchsee und Zollikofen ist Police Bern praktisch abgeschlossen.

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Auf Ende Jahr geht in Burgdorf eine über 100-jährige Tradition zu Ende. Mit einer Feier und einem Erinnerungsbuch ist das Ende der Stadtpolizei Burgdorf kürzlich gewürdigt worden.

Die Stadt- und Gemeindepolizeien von Burgdorf, Langenthal, Moutier, Ostermundigen, Münchenbuchsee und Zollikofen werden auf Anfang 2010 in die Kantonspolizei integriert. Damit wird die letzte Etappe in der Umsetzung der Einheitspolizei Police Bern vollzogen. Nur noch ein paar kleine Berner Juragemeinden verfügten dann noch über eigene Polizisten, heisst es auf Anfrage bei der Medienstelle der Kantonspolizei.

Auch sie werden bis in einem Jahr verschwunden sein. Nach der grossen Fusion der Stadt- und der Kantonspolizei Bern Ende 2008 und der Integration der Stadtpolizei Biel vor einem Jahr wird das Projekt Einheitspolizei 2011 abgeschlossen sein.

Die Älteren bleiben bei der Stadt

«Niemand wechselt gerne, aber wir haben für alle eine gute Lösung gefunden», sagt Romy Kieliger, stellvertretende Leiterin der Burgdorfer Sicherheitsdirektion. Fünf junge Polizisten wechselten zur Kantonspolizei, die älteren Mitarbeiter hätten bei der Stadt bleiben wollen. Sie arbeiten nun bei der städtischen Abteilung Sicherheit und Ordnung. «Burgdorf hat beim Kanton Leistung im Umfang von fünf Polizisten eingekauft», sagt Kieliger. Damit bleibt die Polizeileistung im gleichen Umfang. Burgdorf hoffe, von den Synergien der Zusammenlegung profitieren zu können und bei Bedarf auf die grossen Ressourcen der Kantonspolizei zurückzugreifen. Anlässe wie die Solätte oder die Kornhausmesse habe die Stadtpolizei Burgdorf schon bisher nicht alleine bestreiten können.

«Die Ausgangslage ist sehr positiv»

Mit der Integration der Stadtpolizei Langenthal in die Kantonspolizei habe man etwas aus der Hand gegeben, sagt Langenthaler Stadtpräsident Thomas Rufener. Der frühere Stadtpräsident und heutige Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (fdp) war seinerzeit gegen die Einheitspolizei. Mit über 67 Prozent Ja-Stimmen wurde Police Bern bei der kantonalen Volksabstimmung aber auch von den Langenthaler Stimmberechtigten deutlich angenommen, wenn auch die Zustimmung nicht so hoch ausfiel wie im übrigen Kantongebiet. Im Kanton Bern sagten knapp 79 Prozent der Stimmberechtigten Ja zur Einheitspolizei. Doch fast drei Jahre nach der Abstimmung gibt sich Rufener zuversichtlich: «Die Ausgangslage ist sehr positiv.» Eine Professionalisierung im Sinne einer Aufgabenteilung habe bereits stattgefunden. Die Eishockeyspiele habe die Stadt längst nicht mehr mit ihren fünf Leuten abdecken können.

Langenthal nutzt die Änderung nun, um die bisherige «schlanke Polizei» in Form von mehr bestellter Leistung gegenüber dem Istzustand ein bisschen zu erweitern. Dafür muss Langenthal aber auch mehr Geld aufwerfen. «Der Spareffekt durch die Einheitspolizei hat sich nicht bewahrheitet», sagt Rufener.

Zwei Langenthaler Stadtpolizisten wechselten zur Kantonspolizei, zwei würden im städtischen Amt für öffentliche Sicherheit weiterbeschäftigt, und ein Mitarbeiter habe auf eigenen Wunsch eine andere Lösung gefunden.

Führungstechnisch nicht optimal

Eine eigene uniformierte Polizei hatte bisher auch Ostermundigen. Zwei Polizisten treten zur Kantonspolizei über, und vier bleiben bei der Gemeinde angestellt. Obwohl Ostermundigen keine Grossanlässe habe, die die Gemeinde nicht mit ihrem Sechsmannteam habe bewältigen können, habe man gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei gemacht, sagt David Keller, Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit. Man wolle deshalb weder im Voraus klagen noch ein Loblied singen. Aber ob die Einheitspolizei eine «wahnsinnig gute Idee ist», davon sei er nicht überzeugt. In Absprache mit der zuständigen Gemeinderätin Ursula Norton Boss könne er sagen: «Aus der Sicht grundsätzlichen Führungshandwerks ist es nicht optimal, die Verantwortung und die Kompetenzen zu trennen.»

Wachen werden verstärkt

Per 1. Januar 2010 gehen auch der Gemeindepolizeiverband Münchenbuchsee und Zollikofen sowie die Gemeindepolizei Moutier in der Kantonspolizei auf. Die Wachen der Kantonspolizei in Münchenbuchsee und Zollikofen werden um je eine Person verstärkt. Mit dem Abschluss des Projekts Police Bern gibt es im Kanton Bern nur noch eine einzige uniformierte Polizei. Die Bevölkerung hat damit für alle sicherheits- und gerichtspolizeilichen Angelegenheiten nur noch einen Ansprechpartner. (Der Bund)

Erstellt: 29.12.2009, 07:55 Uhr

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