Reportage

Ein Lehrer kämpft gegen den Staat

François Jamin galt als pädagogisches Schwergewicht – unter anderem, weil er vieles in der Staatsschule infrage stellte. Dann wurde der Lehrer der Tagesschule Brünigen entlassen – auch, weil er viele Fragen stellte.

Ein kleines Paradies in der grossen bernischen Schullandschaft: Die Tagesschule Brünigen hoch über der Gemeinde Meiringen. (Valérie Chételat)

Ein kleines Paradies in der grossen bernischen Schullandschaft: Die Tagesschule Brünigen hoch über der Gemeinde Meiringen. (Valérie Chételat)

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Und dann hat François Jamin auf den Tisch geklopft. Kräftig. Laut. Die Hand zur Faust geballt. Die Finger so sehr zusammengedrückt, dass sie weiss wurden – so wie jetzt. Der Tisch hüpft etwas unter dem Schlag. Dann lässt François Jamin die Hand sinken. Einen Moment ist es ganz still im Raum, so, wie es damals gewesen sein muss, als er, der Lehrer, die Faust unvermittelt auf den Tisch vor dem Schulleiter knallen liess. «Das war nicht diplomatisch, ja, ich war nicht immer diplomatisch, und das ist mir klar», sagt er.

In diesem einen Faustschlag steckte all das, was er über Monate hinweg immer wieder in Worte zu fassen versucht hatte: Wut, Frustration, Verzweiflung, Ohnmacht, Desillusionierung, Einsamkeit. Es waren Gefühle, die er der Schulleitung, der Schulkommission, dem Kollegium und am Ende dem ganzen bernischen Schulwesen gegenüber hatte. Dieser eine Faustschlag war die Geste eines Mannes, der seinen Schülern über Jahre hinweg beigebracht hatte, dass Schule Schülerinnen und Schüler nicht wütend, frustriert, verzweifelt, ohnmächtig, desillusioniert und einsam zu machen hat. Sondern glücklich.

Eigentlich.

So glücklich zumindest, wie es Sarah Carvaglio war an der Ganztagesschule Brünigen, in welcher er als Lehrer arbeitete, bis er entlassen wurde.

Endgültig.

Die Tränen einer Teenagerin

Der Föhn bläst an diesem Nachmittag durchs Haslital. Es ist warm für die Jahreszeit. Oben, an den Hängen, auf welchen sich schon bald die Unterländer tummeln, liegt der erste Schnee. Unten im Tal, in welchem die Oberländer wohnen, hat sich der Schnee der Wärme wegen gar nicht erst richtig festgesetzt. Sarah Carvaglio hat sich dennoch die dicke Jacke angezogen. Am Rücken trägt sie einen Rucksack. Sie kommt direkt von der Schule.

Von jener, welche sie heute in Meiringen besucht.

Sarah Carvaglio setzt sich an den Tisch auf der Terrasse des Restaurants, in welchem ihr Vater arbeitet. Er ist auch da und setzt sich auf die andere Seite des Tischs. Sarah Carvaglio nippt an ihrer Cola, sie hebt und senkt ihr Glas stets mit der rechten Hand. Unter der Jacke sieht man nicht, dass Sarah Carvaglios linke Seite gelähmt ist. Dass die Jacke verhüllt, ist nicht Absicht, steht aber symbolisch für das, was Sarah Carvaglio ist: eine ganz gewöhnliche Teenagerin.

Sarah Carvaglio lehnt sich einen Moment in ihrem Stuhl zurück, dann fährt sie sich mit dem Handrücken über die Augen. «Das passiert ihr immer, wenn sie sich an ihre Schulzeit in Brünigen erinnert», erklärt der Vater ruhig, als seine Tochter einen Moment ins Stocken gerät. Der Tränen wegen.

Sarah Carvaglio legt ihre beiden Arme auf den Tisch, zuckt mit den Schultern und redet, obwohl ihr die Tränen über die Wangen laufen. «Es ist einfach so, dass er mich zu der gemacht hat, die ich heute bin. Er war ein super Lehrer. Der beste», sagt sie. Er. Das ist François Jamin.

Entgegen dem Rat von Sarah Carvaglios Therapeuten haben sich ihre Eltern vor neun Jahren entschlossen, ihre Tochter in die normale Schule und nicht in eine Schule für körperbehinderte Kinder zu schicken. Weil Lehrer François Jamin sagte, er nehme das Kind in seiner Klasse auf. Ab 2001 fuhr Sarah Carvaglio aus dem Tal mit dem Bus täglich Richtung Brünigpass zur Schule. Hier, in Meiringen, gilt der Umkehrschluss: Es sind nicht die Kinder vom Berg, die ins Tal zur Schule müssen, weil ihre Schule von der Schliessung bedroht ist. Die Kinder aus dem Tal gehen – freiwillig – nach oben. Damit die Schule offen bleiben kann.

Die Selbsthilfeaktion eines Dorfs

Susanne Huber ist Gemeindepräsidentin von Meiringen. Ende Jahr hört sie auf. Die SVP-Politikerin wurde im Mai Mutter und arbeitet als Geschäftsführerin der Volkswirtschaft Berner Oberland. Dies wird sie auch nach dem Rücktritt als Gemeindepolitikerin tun. Als arbeitende Mutter, die ihr Kind in einer Tagesstätte betreuen lässt, wenn sie arbeitet, ist sie in ihrer Partei in etwa ebenso eine Exotin, wie es die Tagesschulen im Oberhasli sind. Oder zumindest waren. «Die Gründung der Tagesschule Brünigen war eine Selbsthilfeaktion», sagt Susanne Huber. Mittlerweile gibt es auch eine Tagesschule in der Nachbargemeinde Guttannen – sie ist auch offen für Kinder aus Meiringen, gegründet wurde sie aus demselben Grund wie die Tagesschule Brünigen. Für die Gemeindepräsidentin hat sich die Aktion zur Rettung der Schulen längstens zu mehr entwickelt: «Eine Tagesschule bedeutet heutzutage für eine Gemeinde einen Standortvorteil. Gerade auch für eine Region, die eher von Abwanderung bedroht ist.» Und die bereits eine über die Landesgrenzen hinaus bekannte Privatschule in der Gegend hat: die Ecole d’humanité am Hasliberg. Brünigen war die zweite Schule in der 8500-köpfigen Region Oberhasli, die ebenfalls bekannt geworden ist. Als ganztägige Staatsschule mit einem besonderen pädagogischen Konzept. Mittlerweile gibt es in Meiringen auch noch einen Mittagstisch. Weil das Bedürfnis plötzlich da war.

Es ist ein mittlerweile flächendeckendes Bedürfnis im Kanton Bern nach Angeboten ausserhalb der Unterrichtszeit: 138 Gemeinden haben im Schuljahr 2010/11 insgesamt 193 Tagesschulangebote, welche aus dem Lastenausgleich mitfinanziert werden. Seit dem 1. August 2010 sind die Gemeinden verpflichtet, bei genügender Nachfrage Tagesschulmodule zu führen.

Zwölf Jahre nachdem die Lehrer in Brünigen in der neu gegründeten Tagesschule «ein enormes Entwicklungspotenzial dieses Schulmodells» erkannt haben, wie sie damals schriftlich festgehalten haben, schiessen Tagesschulen im Kanton Bern wie Pilze aus dem Boden. Indes: weniger des möglichen Entwicklungspotenzials als der gesellschaftlichen Nachfrage wegen.

Dabei ist man sich in der erziehungswissenschaftlichen Literatur eigentlich einig: Der Vorzug einer Tagesschule liegt – oder besser: läge – vor allem in ihren pädagogischen Möglichkeiten. Eine Tagesschule erlaubt, «aus der traditionellen Lektionen- und Unterrichtsschule einen Erfahrungs- und Lebensraum zu machen, in welchem es nicht nur um Stoffvermittlung geht», wie es etwa im Buch «Pädagogische Ansprüche an Tagesschulen» heisst.

Allerdings: Entstanden sind in den letzten Jahren nicht in erster Linie Tagesschulen, die als in sich geschlossene Schulen mit einem speziellen pädagogischen Konzept auf sich aufmerksam machen. Sondern Schulen, die Personal beschäftigen, das vorab die ausserschulische Betreuung garantiert – manchmal nicht einmal im selben Schulhaus, in welchem die Kinder, die das Tagesschulangebot nutzen, zur Schule gehen. «Tagesschulen mit einem A-la-carte-Modell» nennt diesen Umstand der Erziehungswissenschaftler Walter Herzog. Der Leiter der Abteilung Pädagogische Psychologie am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bern stellt im Buch fest, dass die Gesellschaft immer weniger wisse, was «eine Tagesschule in pädagogischer Hinsicht eigentlich ist». Die Bildungspolitik schöpfe ihre Ideen fast ausschliesslich aus «ökonomischen Analysen und betriebswirtschaftlichen Postulaten», pädagogische Argumente würden nur am Rande beigezogen.Und dieser Meinung sei er immer noch, hält Herzog gegenüber dem «Bund» fest.

Politik oder Pädagogik zuerst?

In Brünigen lebten die Gründer der Tagesschule den Umkehrschluss der Politik: Zuerst kam das pädagogische Konzept, daraus folgten Forderungen an die Schulkommission und die Gemeindebehörden. Weil Schulkommission und Gemeinde eine Schulschliessung verhindern wollten, unterstützten sie das besondere pädagogische Konzept der Schule – zumindest am Anfang. 16 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 6. Klasse besuchten gemeinsam die Tagesschule Brünigen, als François Jamin noch unterrichtete. Ein Drittel ihres Tages verbrachten die Kinder an der Schule, die «für mich wie eine grosse Familie war», wie es Sarah Carvaglio sagt. Und wie in einer Familie fühlten sich die Lehrer verantwortlich dafür, der unterschiedlichen Entwicklung der einzelnen Kinder gerecht zu werden. «François Jamin entwickelte mit jedem Kind ein individuelles Lernprogramm. Auch deshalb bin ich so weit gekommen, wie ich jetzt bin», sagt sie.

Sybille Graber ist Mutter von drei Kindern. Sie ist Mütterberaterin und arbeitet Teilzeit als Erwachsenenbildnerin in Bern. Ihre Berufstätigkeit war ein Grund, die Kinder nach Brünigen in die Tagesschule zu schicken, aber nicht der Hauptgrund. «Vor allem das Konzept hat mich überzeugt.» Allen drei Kindern sei François Jamin gerecht geworden: demjenigen, das Lernschwierigkeiten hat, demjenigen, das überdurchschnittlich begabt ist, und demjenigen, das sich ganz durchschnittlich entwickelt. Das Lernprogramm erstellten die Kinder Anfang Woche mit ihrem Lehrer, der sich «mehr als Coach denn als Lehrperson begriffen hat», wie Graber sagt. Selbstständig erarbeiteten sich die Kinder ihren Schulstoff – im Mathezimmer, im Deutschzimmer oder in einem anderen Raum, der für ein Fach reserviert war.

«In der Stadt wurde ich bewundert für die Schule, die wir oben in Brünigen hatten», sagt Sybille Graber. Bewundert für eine Schule, deren pädagogisches Konzept vielfach im In- und Ausland publiziert worden ist. Bewundert dafür, dass die Eltern innerhalb der Volksschule ihre Schule selber wählen konnten. Bewundert aber auch dafür, dass sich François Jamin und ein Lehrerkollege – später eine Lehrerkollegin – nur um 16 Kinder kümmern mussten. In einem einzigen Haus. Mit zahlreichen Räumen, die sie für sich alleine hatten.

Wo gibt es das noch?

220 Kinder teilen sich ein Haus

Ernst Kehrli sitzt im Schulleitungsbüro der Primarschule Meiringen. Er selber hat seine Schulzeit an der Ecole d’humanité verbracht. Nebenan, im Schulhaus Kappellen, unterrichten «seine» 28 Lehrer im Schnitt 20 Kinder pro Klasse in einem Schulzimmer. Es gibt einen Pausenplatz, einen Werkraum, ein Chemie- und Physikzimmer für alle zusammen. Ergibt in etwa eine Schülerdichte von 220 Kindern pro Morgen im ganzen Schulhaus.

Und oben in Brünigen hatte ein Lehrer alleine für 16 Kinder ein Haus mit mehreren Räumen zur Verfügung.

«Die Fragen im Kollegium mussten eines Tages unweigerlich kommen», sagt Ernst Kehrli. Warum konnte der Lehrer oben etwa seine Lektionenzahl hoch halten, während in den Dorfschulen wegen sinkender Schülerzahlen Lektionen abgebaut wurden? Warum wurden für die Schule in Brünigen Sonderlösungen getroffen, während die Lehrerinnen und Lehrer unten im Dorf ihren Unterricht ständig den neusten Vorschriften anzupassen hatten?

Ja, war es denn wirklich so?

Martin Glarner ist Präsident der Schulkommission Meiringen. Immer wieder notiert er sich etwas auf seinen Block, stellt den Konflikt mittels Zeichnung dar, zeigt die verschiedenen Hierarchieebenen auf und sagt dann: «Manchmal führte sich François Jamin auf wie an einer Privatschule. Brünigen war aber immer eine staatliche Schule, und wenn das Geld vom Staat kommt, hat man sich auch an gewisse Vorschriften zu halten, die der Staat macht.» Dann zeigt Glarner das Spannungsfeld einer Schule auf: Da sind der Kanton, die Gemeinde, die Schulkommission, die Eltern, die Lehrer und irgendwo auch noch die Kinder.

Für François Jamin kamen die Kinder stets zuerst. «Er war ein pädagogisches Schwergewicht», sagt der Schulleiter. «Er war wertvoll, und es war wertvoll, dass er da war.» Auch, weil er unbequeme Fragen stellte – ausnahmslos allen. Damit hatten weder Kehrli noch Glarner Mühe. Sagen sie. «Wenn aber die Fragerei in eine Verweigerungshaltung gegenüber den staatlichen Auflagen ausartet, dann wird es für einen Schulleiter ganz schwierig, der darauf achten muss, dass alle im Kollegium diese Auflagen erfüllen», sagt Kehrli. Am Kollegiumstag teilnehmen, Beurteilungsberichte schreiben, sich um neue Gesetzesartikel kümmern. «Für Jamin war vieles, was vom Staat kam,‹Wischiwaschizeugs›.» Es waren Auflagen, die Jamin daran hinderten, so Schule zu geben, wie er es für richtig empfand.

Und François Jamin streitet das nicht einmal ab.

Artikel 17 des bernischen Volksschulgesetzes, den sogenannten Integrationsartikel, umsetzen? François Jamin beugt sich über den Tisch: «Der hat mich nie interessiert. Weil es für einen Lehrer eine Selbstverständlichkeit sein sollte, Kinder mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten zu integrieren. Ich habe das schon immer auch ohne diesen Artikel gemacht.»

Den Kollegiumstag besuchen, an welchem über die Schulentwicklung diskutiert wird? François Jamin lacht. «Schule entwickeln? Wie soll denn das gehen, wenn alle immer nur auf die Uhr schauen, weil der Kollegiumstag am heiligen freien Mittwochnachmittag stattfindet?»

Vorgegebene Beurteilungsberichte schreiben? «Ich habe über die Kinder mehr gewusst, als in diesen vorgedruckten Bögen steht. Auch dank intensiven Elterngesprächen.»

Zu viele Freiheiten genommen?

Mit der Zeit hat sich François Jamin in den Augen seiner Vorgesetzten zu viele Freiheiten genommen für einen Lehrer, der beim Staat angestellt ist. Der einzige ist er allerdings nicht: «Es gibt auch andere Beispiele von Schulen im Kanton, wo Lehrer mit der Bürokratie Mühe bekunden», sagt Schulinspektorin Verena Hostettler, die für den Schulkreis Oberhasli zuständig ist. Nicht jede Anti-Bürokratie-Haltung eines Pädagogen indes mündet in dessen Entlassung.

Verena Hostettler sieht in ihrem Berufsalltag viele Lehrer, und sie, die ebenfalls ausgebildete Lehrerin ist, weiss: «Wer so engagiert Schule gibt, wie es François Jamin tat, ist gefährdet, die geltenden Gesetze und Vorschriften als Schikane zu verstehen. Heute arbeiten Lehrer in geleiteten Schulen, in denen Vorgesetzte Richtlinien vorgeben, die eingehalten werden müssen.» Wenn eine Schulleitung etwa über Elterninformationen Bescheid wissen wolle, «dann muss sich jede Lehrperson daran halten. Solche organisatorischen Vorgaben schränken die methodisch-didaktischen Freiräume nicht ein.» Aber sie haben die ganze Schullandschaft verändert: Heute denken, morgen umsetzen – für einen Lehrer ist das inzwischen unmöglich geworden.

Bleibt da noch Zeit für Pädagogik?

Schulkommissionspräsident Martin Glarner beugt sich wieder über seinenBlock, macht ein paar Notizen. «Was ist ein guter Lehrer?», fragt er zurück. «Ist es der, der am meisten Kinder in die Sekundarschule bringt, oder der, der den Kindern eine hohe Sozialkompetenz vermittelt?» Hat er darauf eine Antwort? «Nein, wir stellen uns die Frage immer wieder.»

Immer öfter liefern die Eltern die Antwort: «Wenn Lehrer X im Fach Französisch erst bei Etappe 8 ist und Lehrerin Y mit ihrer Klasse bei Etappe 12, fragen die Eltern, was Lehrer X falsch macht, dass er so langsam ist.» Das, sagt Glarner, sei für viele Eltern entscheidend. Gemessen wird die Lehrerschaft an der Erfüllung des staatlichen Lehrplans. Der für alle verbindlich ist.

Zeit für Pädagogik? Bliebe vielleicht dann, wenn man diese ganz aus dem Schatten der Politik holen würde. So, wie man das in Meiringen ansatzweise gemacht hat. «Als die Tagesschule Guttannen ein Thema für unsere Gemeinde wurde, war der erste Reflex von Politikern und Schulvertretern: Die andere Gemeinde will uns die Kinder wegnehmen und bringt uns dazu, Klassen zu schliessen!», sagt Susanne Huber. Irgendwann, nach vielen hitzigen Diskussionen, haben die Behörden dann gemerkt, dass die Schulen im Oberhasli nur eine Zukunft haben, wenn man diese gemeinsam anpackt.

François Jamin hat noch keine neue Stelle gefunden. Auch, weil er mit vielem an der Staatsschule hadert: «Dass sich Kinder dem System anpassen und fügen müssen und nicht das System der natürlichen Entwicklung des Kindes angepasst wird, ist fatal.» Trotz allem hofft er, der auch Vater ist, eine Stelle zu finden, «bei welcher oberstes Ziel ist, dass Kinderwachsen können».

Für den Vater von Sarah Carvaglio ist klar, dass der Schulbesuch in Brünigen seiner älteren und auch der jüngeren Tochter nur gutgetan hat: «Weil François Jamin mit dem Herzen unterrichtet hat. Und das war entscheidend.» (Der Bund)

Erstellt: 22.12.2010, 09:00 Uhr

Er wollte Kinder wachsen lassen und glücklich sehen: Lehrer François Jamin. (Valérie Chételat)

In der Tagesschule Brünigen war sie «einfach nur glücklich»: Schülerin Sarah Carvaglio. (Valérie Chételat)

Tagesschulen sind nicht Ganztagesschulen

Ganztagesschule ist nicht gleich Tagesschule. Dies hält die Erziehungsdirektion fest: «Die Begriffe Tagesschule und Ganztagesschule sind klar voneinander abzugrenzen.» Tagesschulen sind ein ergänzendes, freiwilliges Angebot der Schuleund meist im Schulhaus oder nahe der Schule eingerichtet. Eine Schule kann aber zusammen mit der Tagesschule auch so eng verknüpft werden, dass sie als Ganztagesschule geführt wird; damit ist die Teilnahme an einzelnen Tagesschulmodulen nicht mehr freiwillig. Ob ein Dorf über eine Tagesschule oder eine Ganztagesschule verfügt, dieser Entscheid liegt in der Kompetenz der Gemeinde. In einer als Ganztagesschule geführten Schule werden Schule, Essen und Freizeit in einer konstanten Gruppe von Schülerinnen und Schülernorganisiert.

Die Betreuung ist täglich von morgens bis abends gewährleistet, und die Teilnahme an den Tagesschulmodulen ist für Schülerinnen und Schüler in der Mehrheit der Zeit verpflichtend. Hierzu schliessen die Gemeinden mit den Eltern Vereinbarungen ab. Ganztagesschulen gibt es im Kanton Bern gemäss Auskunft auf der Erziehungsdirektion momentan in drei Gemeinden:Meiringen-Brünigen(Montag bis Freitag ausser Mittwochnachmittag),Schüpfen-Ziegelried (einzelne Module buchbar),Köniz-Oberscherli (Mindestnutzung von 50% der Betreuungsmodule erforderlich).

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