Die Wiederauferstehung im neuen Stadion

Am kommenden Wochenende öffnet die Arena Thun ihre Tore. Die Verantwortlichen erhoffen sich Fussball- und Kulturspektakel.

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10'000 Zuschauer finden Platz im kleinen, aber feinen Stadion, das in der rekordverdächtigen Zeit von knapp anderthalb Jahren gebaut wurde. Die Arena ist die neue Heimat des FC Thun, der damit seine «Wiederauferstehung» vollendet.

2005 machte der Klub europaweit Schlagzeilen, als er überraschend die Champions League erreichte. Die Millionen, die er mit den Spielen in der Königsklasse verdiente, waren allerdings schnell verpulvert.

Die Mannschaft fiel danach auseinander, ein Sex-Skandal kam dazu, der Abstieg aus der obersten Schweizer Spielklasse war nicht abzuwenden. Zur tristen Entwicklung passte, dass das Volk 2006 den Bau eines neuen Stadions ablehnte: Die wenig betuchte Stadt könne sich das nicht leisten, beschied der Souverän.

Ersatz für das alte (und öfters überflutete) Lachenstadion musste trotzdem her. Die Behörden machten sich deshalb auf die Suche nach einem privaten Investoren. Fündig wurden sie bei der Investorengruppe HRS/ARCO Real Estate. Die HRS hatte zuvor schon die Stadien in St. Gallen und Neuenburg gebaut.

Stadion und Einkaufszentrum

Im März 2007 unterzeichneten Stadt und Burgergemeinde Thun die entsprechenden Verträge. Damit war der Weg frei für den Bau des Stadions und - gleich nebenan - des Einkaufszentrums «Panorama-Center». Kostenpunkt: 170 Millionen Franken.

Dann ging alles sehr schnell: 2008 hiess das Volk die Umzonung gut, im Februar 2010 folgte der Spatenstich, jetzt wird das Stadion eröffnet und Ende September das Panorama-Center mit rund 20 Geschäften.

Die Euphorie ist gross in Thun, zumal der Klub mittlerweile wieder in die Super League aufgestiegen ist und diese Saison sogar europäische Luft schnuppern darf.

Zur Eröffnung am Samstag empfangen die Thuner den deutschen Bundesligisten 1. FC Köln. Garniert wird der - nicht ausverkaufte - Anlass von einem Hochseilakt und einem Volksfest mit allerlei Attraktionen. Am Sonntag folgt ein Tag der offenen Tür.

Damit die Arena ein Erfolg wird, braucht es aber mehr als Fussball. Kongresse, Bankette und kulturelle Events aller Art sollen künftig die Menschen anlocken. Bereits im September sind die Mundartrocker Gölä, Polo Hofer und Hanery Amman zu Gast in der Arena.

Ein Neubau nach dem anderen

Mit dem neuen Stadion in Thun setzt sich die Modernisierung der Infrastruktur im Schweizer Profi-Fussball fort. Von den zehn Klubs der Super League haben nur noch Lausanne und Sitten ein altes Stadion.

Neue Stadien gab es in den letzten Jahren in Basel (2001), Genf (2003), Bern (2005), Neuenburg (2007) und beim Absteiger St. Gallen (2008). In Luzern wird Ende Juli die Swissporarena eröffnet.

Ausgerechnet Zürich - Sitz des Weltfussballverbandes Fifa - verfügt seit dem Abbruch des Hardturms über kein richtiges Fussballstadion mehr. Die beiden Super-League-Klubs GC und FC Zürich müssen ihre Heimspiele deshalb im Sportstadion Letzigrund austragen.

DerBund.ch/Newsnet

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