Badesaison

Die Saison der neuen Gewissheiten

In der Region Bern neigt sich die Badesaison dem Ende zu. Die Städter dürfen ihre Freibäder noch bis zum 25. September benützen. Die Bilanz fällt für einen Sommer mit Wetterturbulenzen überraschend aus.

Im Marzili herrschte schon am Freitag wieder bestes Badewetter. Statistisch wird die Saison wohl eine Punktlandung.

Im Marzili herrschte schon am Freitag wieder bestes Badewetter. Statistisch wird die Saison wohl eine Punktlandung. Bild: Adrian Moser

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«Sind die Sommerferien vorbei, kannst du die Badesaison abhaken.» Diese Weisheit habe er von seinen Vorgängern mit auf den Weg bekommen, sagt Peter Hagen, Anlagenchef der Bäder Marzili und Lorraine. Der Sommer 2011 hat an dieser Gewissheit arg gerüttelt. Denn für alle Frei- und Flussbäder in der Stadt und der Region Bern waren die Ferien desaströs. Dafür pilgern die Bernerinnen und Berner auch jetzt noch, Mitte September, zum Sonnen auf die Liegewiesen.

Angefangen hatte die Saison verheissungsvoll: 36'000 Menschen besuchten im Mai die Bäder in der Stadt, dreimal so viel wie üblich. «Da rechneten wir noch mit einer Bombensaison», sagt Hagen. Es kam anders. Auf verregnete Juniwochenenden folgte ein Juli, der Anstalten machte, als wollte er seine Mitgliedschaft im Kreis der Sommermonate kündigen. Statt der üblichen 170'000 Eintritte in den Berner Freibädern verzeichnete das städtische Sportamt nur 55'000, wie Markus Gasser, Leiter Betrieb und Finanzen, erklärt. Ans Rekordeschreiben konnte nur das damals frisch wiedereröffnete Hallenbad im «Weyerli» denken: 861 Eintritte an einem Tag – «ein Spitzenwert», sagt der dortige Anlagenchef Ruedi Hoffmann – dank des schlechten Wetters.

Ein Sommer zum Vergessen?

Wegen des Monats Juli ist es für das Freibad Weiermatt in Köniz – es schliesst bereits morgen – ein Sommer zum Vergessen geworden. Mit 120'000 Eintritten blieb die Besucherzahl ein Fünftel unter dem jährlichen Schnitt. In der Statistik seit 1996 rangiert die Jahresbilanz im untersten Viertel. Juni und Juli schmerzten hier besonders stark, wie der Bademeister auf Anfrage erklärt: Gerade einmal halb so viele Eintritte wie üblich verzeichnete das Freibad in dieser Zeit.

Keinen Katzenjammer gibt es bei anderen angefragten Bädern in der Region zu hören: dem Aarebad in Muri, dem Parkbad in Münsingen, dem «Hirzi» in Münchenbuchsee und in der Badi am Moossee. Wie die meisten Bäder in der Region sind sie noch bis zum nächsten Wochenende geöffnet. Hier ist man verbreitet zufrieden mit einer «durchschnittlichen» bis «guten» Saison. Zwar drückten die tristen Julitage massiv aufs Resultat. Ausschlaggebend war aber der August. «Der hat alles kompensiert», sagt Martin Brechbühler vom Parkbad Münsingen.

August polierte Statistik auf

Der Monat war im Mittel zu warm und schenkte den Bernern, wenn auch spät, doch noch einen Badesommer. Die Aaretemparatur blieb konstant hoch und erreichte am 23. August mit 21,9 Grad den Jahresbestwert. An den Eingangspforten der Freibäder herrschte Gedränge: Statt den üblicher 40'000 strömten 130'000 Gäste in den vier Augustwochen in die Badi. «Die zweite Augusthälfte war fantastisch, damit hat man die ganzen Einbussen wieder aufgeholt», sagt Gasser vom Sportamt. Fazit: 2011 wird in Bern wohl genauso gut wie frühere Jahre. Bislang sind in den Anstalten auf dem Gemeindegebiet etwa 610'000 Menschen baden gegangen. Gasser rechnet damit, dass bis zum städtischen Saisonschluss am 25. September die nötigen 40'000 Eintritte beisammen sind, um die Vorjahresmarke zu erreichen.

Erst verwöhnt, dann heikel

Es hätte noch besser kommen können, glaubt Peter Egger, Co-Betriebsleiter des Muribads, wo man mit 90'000 Eintritten ebenfalls ein «stabiles» Jahresergebnis erwartet. Er glaubt wie sein Kollege in Moosseedorf, dass die Leute nach dem warmen Frühling schon im Mai und Juni «schönwettergesättigt» waren. Gewöhnliche Junitemperaturen reichten dann nicht mehr aus, um das Volk ins Wasser zu locken – auch das eine Erkenntnis dieses Sommers. Manche klagten darum oft zu Unrecht. «Unsere Stammgäste sagen, so früh und so lange hätten sie noch nie baden gehen können», sagt Egger. Nach der Entkräftung der alten Badesaison-Weisheit im Marzili hat auch Peter Hagen anscheinend eine neue gefunden: «Die Aare ist am Ende der einzig wichtige Massstab», sagt er. Die Berner kämen einfach immer auf einen «Schwumm», wenn die Flusstemperatur an der 20-Grad-Marke kratze. «Selbst wer in der Karibik schwimmen war, lässt sich das nicht entgehen», sagt er. «Die Aare ist halt etwas ganz anderes – und für uns Berner einmalig.» (Der Bund)

Erstellt: 10.09.2011, 09:17 Uhr

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