Die Realität ist wieder mal viel banaler

Knechtenloch: Das Geheimnis um die Senke in der Aare ist gelüftet.

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Es sei ein «Kollateralfund» gewesen, schreibt Margrit Zwicky vom Stadtarchiv Bern. Der Archivarin ist es gelungen, ein Geheimnis zu lüften – und zwar hat sie herausgefunden, wie das Knechtenloch zu seinem Namen kam. Das Knechtenloch ist eine fünf Meter tiefe Senke in der Aare – sie liegt zweihundert Meter oberhalb des Dählhölzli-Restaurants auf der gegenüberliegenden Uferseite. Der «Bund» hat vor zwei Tagen im Rahmen der Serie «Das Bern-Ding» über die geheimnisvolle Vertiefung geschrieben und dabei festgestellt: Viele wissen um das Knechtenloch – aber niemand weiss, warum es so heisst. Die Legenden, die sich um die Senke ranken, besagen unter anderem, dass an dieser Stelle einst ein Knecht ertrunken sei – und die Bezeichnung von diesem Unglück herrühre.

Wie so oft: Die Realität ist leider viel banaler als die Fantastereien, die das Loch hervorgekitzelt hat. Als Archivarin Zwicky zu einem «ganz anderen Thema» recherchierte, stiess sie plötzlich auf die Bezeichnung Knechteninseli. So wurde im 19. Jahrhundert die Insel benannt, auf der sich heute das Restaurant Dählhölzli und der Streichelzoo befinden. Die Insel wurde durch den Dalmazibach vom Festland getrennt und reichte noch 1911 bis zur heutigen Dalmazibrücke, wie ein alter Stadtplan zeigt. Den Begriff Knechteninseli entdeckte Zwicky in einem alten, goldgeprägten Schweinslederband von 1894. Er zeigt Rundsichten von der Spitze des Münsterturmes und ist mit «Bern – Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart» betitelt. Dort steht eine kurze Bemerkung zu einem im Band vorhandenen Plan: «Die Bezeichnung Knechteninseli auf dem letzten Plane rührt davon her, dass vor 1774 zwei Brüder des patrizischen Geschlechts Knecht Eigentümer des ,Inseli unter dem Dählhölzli waren.» Es ist davon auszugehen, dass das Knechtenloch seinen Namen von der gegenüberliegenden Insel erhalten hat.

Es gibt Geheimnisse, bei welchen man im Nachhinein fast froh wäre, wenn sie Geheimnisse geblieben wären. (Der Bund)

Erstellt: 30.07.2010, 08:11 Uhr

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