Die Musik kehrt ins Berner Casino zurück

Das Berner Symphonieorchester hat am Mittwochabend seine Rückkehr in das Casino Bern gefeiert.

Mit einem Spaziergang vom Kursaal zum Berner Casino hat das Symphonieorchester seine Rückkehr zur alten Wirkungsstätte gefeiert. (Video: Martin Erdmann)
Martin Erdmann@M_Erdmann

Das Berner Symphonieorchester kehrt nach Hause zurück. Das Ende des zweijährigen Exils im Kursaal wurde mit einem Spaziergang von der temporären Wirkungsstätte zum frisch sanierten Zuhause zelebriert. Dies bei Temperaturen, die auch nach Feierabend noch so hoch waren, dass dem Orchester die anfangs angedachte Konzertgarderobe erlassen wurde. So verliessen die rund hundert Musiker und Musikerinnen den Kursaal in legeren Hemden und ärmellosen Kleidern. Der Schweiss lief trotzdem. Ob sich unter die Schweissperlen vereinzelte Abschiedstränen gemischt haben? Axel Wieck, Orchestermanager des Konzert Theaters Bern, verneint. «Die Vorfreude auf die Rückkehr ist gross.» Zwar sei die Akustik im Kursaal «erstaunlich gut» gewesen, doch letztendlich sei man immer nur Gast gewesen. «Das Casino hingegen ist unser Zuhause.»

Der gestrige Spaziergang war jedoch erst symbolischer Natur. Der eigentliche Umzug geht erst Mitte August über die Bühne. Ein Unternehmen, das viel Sorgfalt benötigen wird. Denn unter den rund fünf Tonnen Material, die verschoben werden, befinden sich Dinge, die so sensibel wie kostspielig sind. So befindet sich im Orchesterfundus eine Geige, deren Wert sich auf rund eine Million Franken beläuft. «Die wird nur von jenen angefasst, die auf ihr spielen», sagt Wieck. Sperrigere Instrumente wie Harfe (30'000 Franken), Kontrabass (150'000 Franken) oder ein Paukensatz (70'000 Franken) werden den geübten Händen der Orchestertechniker überlassen. Transportschäden gibt es laut Wieck selten, doch sie kommen vor. «Einem Löwenkopf, der einen Kontrabass ziert, sind die Holzohren abgebrochen.» Zum Glück sei das Orchester gut versichert.

Obwohl die beiden Häuser kaum einen Kilometer auseinander liegen, dauerte der Spaziergang eine knappe Stunde. Das, weil auf dem Kornhausplatz ein musikalischer Zwischenstopp eingelegt wurde. In einem feierlichen Rahmen gibt es das Ensemble am 5. September zu sehen. Dann spielt es erstmals im neuen Casino-Konzertsaal. Die Wünsche des Orchestermanagers an die neue Schaffenswelt bleiben bescheiden. «Wenn die Akustik nicht schlechter ist als vor der Sanierung, ist schon viel gewonnen.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt