Stadt Bern

Der die Münzen verbiegt

Die Stadt Bern als Hort des Übernatürlichen? Nach Rabenbändiger Vincent Raven tritt mit dem 20-jährigen Mentalisten Gabriel Palacios erneut ein Berner in der deutschen Zauberer-Show «The Next Uri Geller» auf. Seine Spezialität: Münzen verbiegen.

Manche verbiegen Löffel – er verbiegt Münzen: Der 20-jährige Berner Mentalist Gabriel Palacios. (Bild: Adrian Moser)

Manche verbiegen Löffel – er verbiegt Münzen: Der 20-jährige Berner Mentalist Gabriel Palacios. (Bild: Adrian Moser)

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Ein trüber Nachmittag in einem Berner Café. Ein unauffälliger junger Mann sitzt an einem Tisch und schüttelt mit kurzen schnellen Handbewegungen den 1-Fränkler, den er zwischen Daumen und Zeigefinger hält. Die Münze scheint sich langsam zu verbiegen – ein optischer Trick, kein Zweifel. Bis das Schütteln aufhört: In der steinharten Kupfernickel-Münze ist ein Knick von gut 45 Grad entstanden. «Mit diesem Kunststück habe ich schon Physik-Dozenten um den Verstand gebracht», sagt Gabriel Palacios lachend.

Wer erwartet, der erst 20 Jahre alte Berner Mentalist würde auch Frauen in Holzkisten zersägen oder sich aus mit Ketten verschlossenen Särgen befreien, wird allerdings enttäuscht. «Im Gegensatz zu anderen Mentalisten suche ich die Gefahr nicht», so Palacios. Seine Zauberkunst sei «simpel, aber eigenständig».

Zweiter Berner bei «Uri Geller»

Heute Abend erhält der Magier die Gelegenheit seine Fähigkeiten einem Millionenpublikum zu demonstrieren. Der israelische Mentalist Uri Geller, der als Löffelverbieger Bekanntheit erlangte, hat Palacios und dessen Basler Kollegen in die deutsche Zauberer-Show «The Next Uri Geller» eingeladen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Berner in der Show auftritt: Letztes Jahr wählte das Fernsehpublikum den Rabenbändiger Vincent Raven zum Nachfolger Gellers. Jetzt muss Raven seinen Titel verteidigen – vielleicht gegen die beiden Schweizer? Palacios gibt sich selbstsicher: «Wir werden den Leuten jedenfalls eine ganz anständige Show bieten.»

«Disziplin und Ausdauer»

Doch wie genau funktioniert nun der Trick mit der Münze? Das sei eben eine Fähigkeit, kein Trick, präzisiert Gabriel Palacios. «Ein Mentalist kann Gegenstände Kraft seiner Gedanken manipulieren.» Chinesische Shaolin-Mönche etwa beherrschten diese Kraft so gut, dass sie eine Nadel durch eine zwei Zentimeter dicke Glasscheibe werfen könnten, so Palacios. Solche Fähigkeiten habe man halt, oder man habe sie eben nicht. Das bedeute aber nicht, dass Mentalisten einfach vom Himmel fielen, wie Palacios sagt. «Ein Mentalist zu werden, erfordert viel Disziplin und Ausdauer.» Seit neun Jahren verfolge er seine Mentalisten-Ausbildung; zuerst in einer Berner Zauberschule, später als Magier auf Wanderschaft in ganz Europa. Inzwischen könne er von seiner Zauberkunst leben.

Zumindest ein Teil der mentalistischen Fähigkeiten ist jedoch ganz natürlichen Ursprungs – etwa das «Gedankenlesen» bei Spielkarten-Tricks. «Wir Menschen kommunizieren grösstenteils mit unserem Körper», erklärt Palacios. Ein Mentalist lerne, diese Körpersprache zu lesen und daraus zu schliessen, welche Karte sein Gegenüber gezogen habe. Gelegentlich sei aber auch er als ausgebildeter Zauberer von manchen Kunststücken schlicht verblüfft, so Palacios. «Ich habe schon Dinge gesehen, für die ich einfach keine Erklärung habe.» Dem Schreibenden genügt auf alle Fälle Palacios Abschieds-Kunststück: Der Mentalist nimmt die leere gläserne Flasche, die vor ihm auf dem Tisch steht in die linke Hand; den Verschluss der Flasche legt er in die rechte. Dann klopft er mit der vollen Handfläche gegen den Flaschenboden – und plötzlich befindet sich der Verschluss in der vollkommen unbeschädigten Flasche. Lächelnd verabschiedet sich der junge Mann und lässt die Flasche und einen ziemlich ratlosen Schreibenden zurück.



«The Next Uri Geller» heute Abend um 20.15 Uhr auf Pro7.



> (Der Bund)

Erstellt: 20.01.2009, 10:29 Uhr

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