«Das wird ein grosses Ding werden»

Ende Juni 2019 soll in Bern das Starmus-Festival stattfinden. Astrophysiker und Künstler wollen 50 Jahre Mondlandung feiern – zusammen mit der Bevölkerung.

Als Mitglied des Festival-Direktoriums wäre der Physiker Stephen Hawking in Bern zu erwarten.

Als Mitglied des Festival-Direktoriums wäre der Physiker Stephen Hawking in Bern zu erwarten. Bild: Jason Szenes /Keystone

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Wer sich für Weltraumfahrt und Astronomie interessiert, sollte sich die letzte Juniwoche im nächsten Jahr vormerken. Im besten Fall wird er in Bern gleich vor der Haustüre Vorträge der Starwissenschaftler Stephen Hawking und Richard Dawkins besuchen, mit Moonwalkern in Berührung kommen und ein Konzert mit dem Gitarristen Brian May von der weltberühmten Band Queen hören können. May ist selber Astrophysiker und damit gewissermassen die Verkörperung dessen, was das Starmus-Festival sein will: eine Veranstaltung, die Astronomie und Weltraumforschung mit Musik zusammenbringen will. Oder etwas genereller: Wissenschaft und Kunst. Der Name Starmus steht für diese Verbindung – Sterne und Musik.

Physiker mit Vorträgen in Schulen

«Das wird ein grosses Ding werden», sagt Willy Benz, Professor der Physik am Institut für Weltraumforschung und Planetologie der Universität Bern. Benz trat am Donnerstag zusammen mit dem Berner Stadtpräsidenten Alec von Graffenried in einem Uni-Saal in Bern vor die Medien. Ihre Botschaft: Das Starmus-Festival soll zum 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung nach Bern kommen.

Mit diesem Festival, das 2011 ins Leben gerufen wurde und bisher viermal durchgeführt wurde – dreimal in Teneriffa, einmal in Trondheim –, werde sich Bern als Universitäts- und Forschungsstandort international präsentieren können, sagte von Graffenried. Mit einem vielfältigen Programm, zum Beispiel mit Vorträgen in Schulen, solle eine breite Öffentlichkeit für Wissenschaft begeistert werden. Während einer Woche, vom 24. bis 29. Juni 2019, werden 2000 bis 3000 Forscherinnen und Forscher in Bern weilen. «Uns gefällt», sagte der Stadtpräsident, «dass es sich nicht um einen Kongress im Elfenbeinturm handelt.» Zudem sei die Kombination von Wissenschaft mit Kultur überzeugend, gerade für Bern als Kulturstadt. «Ich hoffe, die Kulturszene wird auf den Zug aufspringen», sagte er – mit Ausstellungen und anderen Veranstaltungen.

Bezug zu Albert Einstein

Stadt und Kanton werden das Festival unterstützen. Noch ist das Budget, das drei bis vier Millionen Franken umfasst, aber nicht abgesichert. Jetzt sollen lokale, nationale und internationale Partner gesucht werden, welche als Sponsoren auftreten. «Wir sind optimistisch, dass wir das benötigte Geld auftreiben können», sagte Martin Bachofner, Chef von Bern Welcome, an einer gleichzeitig in London stattfindenden Pressekonferenz, die nach Bern übertragen wurde. Bern Welcome kümmert sich als Dachorganisation um Tourismus und Veranstaltungen und damit um den Wirtschaftsstandort Bern.

Bern scheint für dieses Festival prädestiniert zu sein. Bachofner und von Graffenried erwähnten den Physiker Albert Einstein, der eine Zeit lang in Bern lebte. Willy Benz hob die Bedeutung der Weltraumforschung an der Universität Bern hervor. Bei der ersten Mondlandung 1969 hatte die Apollo-11-Mission ein in Bern konzipiertes Experiment an Bord. Es war der einzige nicht amerikanische Versuch: ein Sonnenwindsegel. Damit es möglichst lang Sonnenwind auffangen konnte, wurde die Folie vom Astronauten Buzz Aldrin ausgerollt, sobald er auf der Mondoberfläche stand. Die amerikanische Flagge stellte er erst danach auf.

Mit Moonwalkern ist zu rechnen

Die Universität Bern war seither mit Dutzenden von Experimenten an Weltraummissionen beteiligt. Bei der Rosetta-Mission, welche die Kometenforschung vor wenigen Jahren in neue Sphären katapultierte, spielten die Spektrometer aus Bern eine zentrale Rolle. Für den Gründer des Starmus-Festivals, den Astrophysiker Garik Israelian, war der enge Bezug der Universität Bern zur ersten Mondlandung der Grund, in Bern für die fünfte Durchführung anzuklopfen, wie es am Donnerstag hiess.

Ob all die berühmten Wissenschaftler 2019 tatsächlich nach Bern kommen werden, steht jedoch noch in den Sternen. Willy Benz sagte am Donnerstag, die Mitglieder des Starmus-Direktoriums – unter ihnen Stephen Hawking, Richard Dawkins und Brian May – hätten bei den bisherigen Festivals jeweils Wert darauf gelegt, mit von der Partie zu sein und aufzutreten. Er nehme deshalb an, sie würden das auch in Bern so halten. «Solche Stars entscheiden aber manchmal erst im letzten Moment», sagte Benz. Bei Hawking spiele ausserdem sein Gesundheitszustand eine Rolle. Mit der Präsenz von Moonwalkern in Bern, also von Astronauten, die auf dem Mond herumspazierten, darf man laut Benz rechnen. (Der Bund)

Erstellt: 01.02.2018, 21:15 Uhr

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