Bundesrat Schneider-Ammann wird Ehrenbürger

Langenthal ehrt einen, der den Namen der Stadt «in die ganze Schweiz» getragen hat. Die Stadtregierung hat einen Antrag ans Parlament gestellt. Am kommenden Montag wird er behandelt.

Schneider-Ammann gilt als Vorzeigeunternehmer und Patron alter Schule. (Keystone)

Schneider-Ammann gilt als Vorzeigeunternehmer und Patron alter Schule. (Keystone)

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Die Stadtregierung von Langenthal will dem neuen Bundesrat Johann Niklaus Schneider-Ammann das Ehrenbürgerrecht verleihen. Sie beantragt dies dem Stadtparlament «in Anerkennung und Würdigung seiner überaus grossen Verdienste für unsere Stadt und Region». Er habe als Politiker und Unternehmer Ausserordentliches geleistet und «damit den Namen Langenthal in die ganze Schweiz getragen». Das Parlament wird den Antrag am kommenden Montag behandeln.

In Unternehmen hineingeheiratet

Schneider-Ammann, der im Februar 59 wird, lebt seit 1981 in Langenthal. Aufgewachsen war er in Affoltern im Emmental als Tierarztsohn. Nachdem er in die 1869 gegründete Langenthaler Firma Ammann «hineingeheiratet» hatte, stieg er dort zum Präsidenten und Delegierten des Verwaltungsrats auf und baute sie zu einem international tätigen Unternehmen mit 3000 Mitarbeitenden aus.

Schneider-Ammann gilt als Vorzeigeunternehmer und Patron alter Schule, dem nicht nur der Gewinn, sondern auch die Mitarbeitenden am Herzen liegen. 1999 wurde er für die FDP in den Nationalrat gewählt; seither präsidierte er den Branchenverband der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem. Am 22. September wurde er in den Bundesrat gewählt.

Oboisten und Dorfchronisten

Langenthal hat bisher siebenmal das Ehrenbürgerrecht verliehen. 1952 an Walter Morgenthaler, den ersten hauptamtlichen Gemeindepräsidenten von 1930 bis 1952. 1978: Hans Ischi (Gemeindepräsident von 1953 bis 1978), Walter Meyer (Gemeindepräsident von 1979 bis 1994); das Ehrenbürgerrecht erhielt auch seine Ehefrau. 1998: Max Jufer (Lehrer, Historiker und Gemeindechronist) und Emil Schaffer (Regierungsstatthalter und Nationalrat). 2009: Heinz Holliger (Oboist, Komponist und Dirigent).

Eklat um Hans-Jürg Käser

Eigentlich hätte die Stadt Langenthal bereits heute einen achten Ehrenbürger. Der langjährige Stadtpräsident Hans-Jürg Käser, der 2006 in den Regierungsrat gewählt wurde, hätte die Reihe der geehrten hauptamtlichen Gemeindepräsidenten zusammen mit seiner Ehefrau fortsetzen sollen. Kurz vor der Stadtratssitzung erschien aber im «Langenthaler Tagblatt» ein Artikel, in dem der ehemalige (und mittlerweile verstorbene) Finanzverwalter Hans Iseli unter dem Titel «Ehre, wem Ehre gebührt» kritische Worte äusserte: Die Stadt Langenthal verleihe das Ehrenbürgerrecht «inflationär». Käser habe zwar einen guten Stadtpräsidenten abgegeben, aber das sei auch seine Pflicht gewesen. Iseli missfiel zudem, dass die Ehefrau automatisch mitgeehrt wird. In der Folge verzichtete Käser von sich aus auf die Ehrung. (Der Bund)

Erstellt: 14.12.2010, 07:50 Uhr

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