Bolligen sagt Ja zu einer Zusammenlegung der Schulen

Bolligerinnen und Bolliger genehmigen einen Projektkredit für einen Neubau. Die Schulen Flugbrunnen und Lutertal werden zusammengelegt. Dies entschied die Gemeindeversammlung am Dienstag.

Gemeindepräsident Rudolf Burger (hinten) mit Gemeinderäten vor dem Flugbrunnenschulhaus.(Adrian Moser)

Gemeindepräsident Rudolf Burger (hinten) mit Gemeinderäten vor dem Flugbrunnenschulhaus.(Adrian Moser)

Simon Wälti

Eines war gestern Abend schon klar, bevor in Bolligen die Gemeindeversammlung überhaupt begonnen hatte: Gleich wie der Entscheid zum Neubau im Lutertal auch ausfallen würde, billig würde es für die Gemeinde in keinem Fall werden. Die Kosten für die Sanierung der Anlage an der Flugbrunnenstrasse wurden vom Gemeinderat auf 12 Millionen Franken veranschlagt, auch ein Neubau im Lutertal würde, inklusive Turnhalle, etwa gleich viel kosten. Die Primarschulanlage Flugbrunnenstrasse ist laut Gemeinderat Niklaus Wahli (SP) dringend sanierungsbedürftig. So musste zum Beispiel 2009 die Turnhalle vorübergehend geschlossen werden, weil die Decke statisch nicht mehr funktionstüchtig war.

Areal für Wohnungsbau nutzen

Gestern ging es vorerst um einen Projektierungskredit von 800 000 Franken. Im Vorfeld der Gemeindeversammlung hatten SP, FDP, Bolligen Parteilos und SVP Zustimmung zu den Absichten des Gemeinderats geäussert («Bund» vom 21. 2.). Nur die EVP lehnte den Kredit ab.

Das zentrale Pro-Argument ist, dass ein Abriss der Schulanlage an der Flugbrunnenstrasse den Verkauf des Areals ermöglicht. «Dies ist der grosse Vorteil bei einer Zusammenlegung», sagte Wahli, der für das Ressort Bau verantwortlich ist. Der Landverkauf würde 6 bis 11 Millionen Franken einbringen. Die Fläche könnte in der Folge für den Wohnungsbau genutzt werden, dies würde neue Steuerzahler nach Bolligen bringen. «Wenn Sie zustimmen, ist das ein grosser Schritt für Bolligen», sagte Gemeindepräsident Rudolf Burger (Bolligen Parteilos). Wie viele Wohnungen erstellt werden können, hängt von der Frage ab, ob auch die sanierungsbedürftige Gemeindeverwaltung abgerissen wird. So steht eine grössere Fläche für den Bau von Wohnungen zur Verfügung. Die Gemeindeverwaltung müsste aber mit Kosten von sechs Millionen Franken an einem anderen Standort neu gebaut werden. Die Investitionen unter anderem für die neue Schule führen zu einem rasanten Anstieg der Schulden der Gemeinde Bolligen von heute 18 Millionen auf bis zu 32 Millionen Franken.

Ist die Turnhalle nötig?

Ein Neubau biete aus Sicht der Schulorganisation grosse Vorteile, sagte Gemeinderat Jon Duri Tratschin (SP), zuständig für das Ressort Bildung. Auch die Lehrerschaft begrüsst eine Zusammenlegung. Eine neue Turnhalle sei für den Turnunterricht der Schule nicht unbedingt nötig. Bei den Vereinen käme es aber wohl zu Engpässen. Diesbezüglich sollen Gespräche geführt werden.

Die FDP stellte den Antrag, das Vorgehen bei der Zusammenlegung abzuändern. Der Projektkredit sei von 800 000 Franken auf 350 000 Franken zu reduzieren. Ein Vorprojekt reiche aus. Zudem stellten weitere Votanten Anträge, den Kredit zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Der Gemeinderat habe eine Maximalvariante vorgelegt, sagte Adrian Götschi. Ein Studienprojekt für 300 000 Franken ermögliche eine Etappierung und ein flexibles Reagieren auf die Entwicklung der Schülerzahlen. Bei der Abstimmung obsiegte der Antrag des Gemeinderats für einen Kredit von 800 000 Franken klar. Die grundsätzliche Zustimmung zur Zusammenlegung im Lutertal fiel mit 203 zu 64 Stimmen. Der Gemeinderat sicherte zu, bereits nach dem Wettbewerb das Geschäft wieder in die Gemeindeversammlung zu bringen. Damit soll der Entscheid über die Turnhalle zu einem möglichst frühen Zeitpunkt fallen.

Schulweg besser sichern

Wird in den nächsten Jahren im Lutertal tatsächlich ein neues Schulhaus gebaut, so stellt sich für einen Teil der Schulkinder das Problem, die Hauptdurchgangsachse, die Krauchthal-/Bolligenstrasse, zu überqueren. Beim Dorfmärit besteht eine Passerelle, diese ist aber für Kinder, die weiter oben am Hang wohnen, zu weit entfernt. Deshalb soll auf der Höhe des Sternenwegs ein zusätzlicher Fussgängerstreifen mit Ampel und Mittelinsel erstellt werden. Ein sicherer Schulweg sei ein zentraler Punkt, sagte Niklaus Wahli. Geschwindigkeitskontrollen mit Radaranlage wären sinnvoll. Auch eine Neugestaltung des Sternenplatzes steht zur Debatte.

Der Bund

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