Bolligen sagt Ja zu «Wohnen im Alter»

Diskussionen und Rückweisungsanträge um das Projekt für den Lutertalpark: Am Schluss aber gab es eine klare Mehrheit.

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Das Projekt Traubenkirsche mit Wohnungen für Senioren kann realisiert werden. Die Bolliger Gemeindeversammlung, die von 428 Stimmberechtigten besucht wurde, gab am Dienstagabend grünes Licht für das Vorhaben im Lutertal. Dieses beinhaltet mehrere Punkte: Für die Verlegung der Tennisplätze in die Wegmühle zahlt die Gemeinde 970'000 Franken. Der Genossenschaft Lutertalpark, welche das Projekt für begleitetes Wohnen verfolgt, wird ein zinsloses Darlehen von 1,65 Millionen Franken gewährt, dies entspricht rund einem Zehntel der Baukosten. Der Baurechtszins für die Parzelle, die der Gemeinde gehört, wird auf 100'000 Franken jährlich festgelegt.

Es sei eine «Win-win-win-Situation», sagte Gemeindepräsident Rudolf Burger (Bolligen parteilos): für den Tennisklub, das Wohnen im Alter, aber auch für die Gemeinde. Unter dem Strich lohne sich das Engagement auch finanziell. Neben dem Baurechtszins bringen die Senioren Geld: Rund 40 zusätzliche Haushaltungen in Bolligen ergeben pro Jahr 120'000 Franken zusätzliche Steuern, so die Rechnung.

Die Stimmberechtigten deckten den Gemeinderat trotzdem mit Kritik und Rückweisungsanträgen ein: Die Tennisplätze sollten im Lutertal bleiben, so lautete eine Meinung, und später auf das Areal des Flugbrunnenschulhauses verlegt werden. Der Gemeinderat möchte das sanierungsbedürftige Schulhaus abreissen und einen Neubau neben dem Lutertalschulhaus erstellen. Stefan Vögeli von der SP sagte, der Gemeinderat habe zu lange zugewartet und seine Aufgaben ganz schlecht gelöst. Für die SP ist das Ergebnis «unausgewogen». Insgesamt stimmte sie aber dem Geschäft zu. Auch FDP und EVP unterstützten das Projekt. Die SVP wollte den Baurechtszins indexieren und damit der Teuerung unterwerfen. Ein Votant fand, die Kosten zwischen Tennisklub und Gemeinde seien nicht richtig verteilt. Ein anderer verlangte eine Etappierung. Zsolt Madaràsz, Vizepräsident des Tennisklubs, setzte sich zur Wehr. Der Tennisklub werde nicht vergoldet. Der Klub besitzt ein Baurecht im Lutertal bis 2025. Zudem habe der Fussballklub 2001 einen ähnlich hohen Betrag für einen neuen Platz erhalten.

Die Rückweisung an den Gemeinderat wurde mit klarem Mehr gegen 65 Stimmen abgelehnt. Eine Indexierung des Baurechtszinses scheiterte ebenfalls. Am Schluss sprachen sich mehrere Hundert Bolligerinnen und Bolliger für das Projekt und 52 dagegen aus. (Der Bund)

Erstellt: 25.11.2010, 08:27 Uhr

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