Bank EEK hat Schwarzgeld-Kunden abgewiesen

Die kleine Stadtberner Bank EEK weist für 2009 ein Rekordergebnis aus. Sie hätte allerdings wesentlich rascher wachsen können.

Hans Galli

Die Bank EEK ist ein Unikum: Sie verfügt nur über eine einzige Filiale mitten in der Stadt Bern. Sie hat keine Aktionäre, sondern Genossenschafter. Sie beschäftigt lediglich 35 Angestellte, und sie ist kerngesund.

Für das vergangene Jahr weist die Bank EEK einen Rekordgewinn von 8,8 Mio Franken aus – das sind 71 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Rekordwert ist allerdings dank einem Gewinn von 1,3 Mio Franken aus einem Liegenschaftsverkauf zustande gekommen. Ohne Sondereinnahme wäre der bisherige Rekordgewinn von 8,4 Mio Franken aus dem Jahr 2006 nicht erreicht worden.

Das Haupttätigkeitsgebiet blieb auch 2009 das Hypothekargeschäft. Die Ausleihungen stiegen um 5 Prozent auf 786 Mio Franken. Dank diesem Volumenwachstum erhöhte sich auch der Erfolg aus dem Zinsengeschäft. Es wäre noch mehr möglich gewesen. Aber die Bank habe sich an die selber gesetzten Grenzen gehalten: Nur Geschäfte im Kanton Bern und ausschliesslich zu den festgelegten Belehnungsgrenzen, sagte Direktor Daniel Pfanner vor den Medien.

Bei den Kundengeldern gab es eine Konsolidierung: Im Jahr 2008 hatten sie wegen der Finanzmarktkrise um 80 Mio Franken zugenommen. Im vergangenen Jahr nahmen sie um 5 Mio Franken ab. Einzelne grössere Kunden, welche wegen der UBS-Krise vorübergehend kalte Füsse bekommen und die Bank EEK als sicheren Hort gewählt hätten, hätten ihr Geld inzwischen wieder zu grösseren Instituten gezügelt, sagte Pfanner.

In der Vermögensverwaltung hat das Depotvolumen um 20 Prozent zugenommen – vor allem wegen der Erholung an den Aktienmärkten. Mit 306 Mio Franken wurde der Rekordwert von 316 Mio aus dem Jahr 2007 aber noch nicht wieder erreicht. Weil die Kunden weniger mit Wertschriften handelten, ging der Ertrag aus Kommissionen und Dienstleistungen zurück. «Manchmal raten wir den Kunden sogar, ihre Hypotheken zurückzuzahlen statt beispielsweise Schweizer Obligationen zu kaufen», sagte Pfanner.

Anrufe von Anwälten

Die Bank hätte allerdings sowohl die Höhe der Kundengelder als auch das Volumen in der Vermögensverwaltung stark steigern können: «Im Februar 2009, als die Schweiz Kontodaten von UBS-Kunden an die USA auslieferte, wurden wir mit Anrufen von Anwälten überhäuft: Sie suchten für ihre ausländischen Kunden eine neue Bank. Wir lehnten in dieser Phase Gelder in der Höhe von 100 Mio Franken ab, weil deren Herkunft unklar war», sagte Pfanner.

Ansonsten laufe das Geschäft mit ausländischen Kunden an der EEK vorbei. Es gebe praktisch nur Anlagen von ausgewanderten Schweizern oder von in Bern niedergelassenen ausländischen Staatsbürgern. «Aber natürlich können wir nicht garantieren, dass von der Milliarde, welche bei uns angelegt ist oder sich in den Vermögensdepots befindet, alles versteuert ist. Schwarzgeld gibt es auch bei Schweizern», fügte er bei.

Fachleute sind schwer zu finden

Dank dem guten Jahresresultat steigen auch bei der Bank EEK die Boni. Deren Höhe sei aber nicht mit jener bei Grossbanken zu vergleichen, schränkte Pfanner ein. Es sei allerdings nicht einfach, bei den Löhnen masszuhalten und gleichzeitig genügend Fachkräfte zu finden. Der Wettbewerb um die besten Leute sei härter geworden, weil Postfinance und Finma ihren Personalbestand ausbauten. Die Bank EEK suche zudem echte Berater und nicht Produkteverkäufer: «Wir betreiben die klassische Anlageberatung», sagte der stellvertretende Direktor Jürg Legler. Das Beratungsgespräch könne so enden, dass der Kunde an seinem Depot nichts verändere. Die Bank EEK habe insbesondere nie versucht, ihren Kunden strukturierte Produkte aufzudrängen.

Im laufenden Jahr 2010 sei das Umfeld nach wie vor schwierig, sagte Pfanner. Er sei aber zuversichtlich, dass seine Bank dank der starken Vertrauensbasis weiterhin Marktanteile gewinnen könne.

Der Bund

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