BEKB führt Internet-Banking per Fingerabdruck ein

Die Berner Kantonalbank (BEKB) geht beim Online-Banking voran: Als erste Schweizer Bank führt sie den Fingerabdruck als Sicherheitsmerkmal ein.

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Die Banken animieren die Kunden, ihre Zahlungen per Internet zu erledigen – weil dies Kosten spart. Computerspezialisten warnen jedoch, es gebe kein absolut sicheres System. Die Banken wiederum kontern, auch Zahlungsbefehle per Brief könnten in falsche Hände geraten, wenn Briefkästen aufgebrochen werden. Erst recht gefährlich sei es, grössere Mengen an Bargeld herumzutragen oder die Banknoten unter die Matratze zu legen.

Die Berner Kantonalbank (BEKB) bietet ihren Kunden beim Online-Banking jetzt eine Neuheit an: den Sicherheitscheck per Fingerabdruck.

Wie alle Sicherheitslösungen für das Internet-Banking besteht auch das System der BEKB aus mehreren Schritten:

• Zuerst gibt der Kunde am PC seine Benutzernummer und das Passwort ein.

• Anschliessend erscheint auf dem PC-Monitor ein Bild mit einem verschlüsselten Code.

• Der Kunde hält nun das von der Bank erhaltene Lesegerät – etwa so gross wie eine Kreditkarte – an den Bildschirm. Mit der eingebauten Minikamera liest er das Bild in seine Karte.

• Anschliessend legt er seinen Finger auf den in der Karte eingebauten Scanner. Ein Chip kontrolliert, ob der Fingerabdruck mit dem in der Karte gespeicherten übereinstimmt.

• Sobald der Fingerabdruck als echt akzeptiert wird, entschlüsselt die Karte den im vorher eingelesenen Bild enthaltenen Code.

• Mit dem Code erhält der Kunde Zugang zum Internet-Banking.

Vorerst für die Cyberbank

Die BEKB hat laut Mediensprecher Hanspeter Merz 100 000 Kunden, welche Online-Banking betreiben. 30 000 davon sind Kunden der Cyberbank – der rein elektronischen Tochterfirma der BEKB. In einem ersten Schritt wird das System ausschliesslich ihnen angeboten. Sie können die Karte für 30 Franken erwerben – später wird der Preis 95 Franken betragen, wie auf der Homepage nachzulesen ist. Mit der Karte können die Kunden via www.money-net.ch ihre Zahlungen erledigen. Über www.trade-net.ch können sie Börsentransaktionen vornehmen. Noch im Verlaufe dieses Jahres werde die Fingerabdruck-Karte auch den übrigen 70 000 E-Banking-Kunden der BEKB angeboten, versichert Mediensprecher Merz.

Ein Jahr lang getestet

Die BEKB hat das System im vergangenen Jahr getestet. «Aufgrund der positiven Ergebnisse wurde entschieden, das neue Verfahren auf den Markt zu bringen», teilte die BEKB gestern mit.

Zahlen per Fingerabdruck wurde in den vergangenen Jahren im Detailhandel in Deutschland getestet und eingeführt. Mitgliedern des Hamburger Chaos-Computer-Clubs gelang es, das System mit kopierten Fingerabdrücken zu überlisten.

Die BEKB räumt in ihrer gestrigen Medienmitteilung ein: «Das Internet-Banking ist mit Risiken verbunden, die nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden können.» Das von ihr getestete System habe die Bank jedoch bezüglich Sicherheit überzeugt, sagte Merz. Die Anbieter betonen insbesondere, dass der Fingerabdruck nur in der Karte gespeichert werde und nie im Netz erscheine. Damit sei ausgeschlossen, dass ein Hacker die Fingerabdruckdaten abfangen könne.

Bieler Firma Axsionics

Entwickelt wurde das System von der Bieler Firma Axsionics. Das Unternehmen entstand im Jahr 2003 durch Ausgliederung aus der Bieler Fachhochschule. Seither hat Axsionics eine Reihe von Innovationspreisen gewonnen. Das Unternehmen ist privat finanziert: Auf der Homepage werden unter anderem die Finanzgesellschaft CC Private Equity Partners, die Zürcher Kantonalbank sowie die Stiftung für technologische Innovation (STI) als Geldgeber genannt.

Bei den meisten Innovationen ist der Weg zum Durchbruch länger als geplant. Für die von Axsionics entwickelte Fingerabdruck-Karte war er schon im Frühjahr 2007 angekündigt worden. Seither sind drei Jahre vergangen. Jetzt hofft Axsionics, dass nach dem Vorstoss der BEKB weitere Banken das System einführen werden. (Der Bund)

Erstellt: 12.01.2010, 08:36 Uhr

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