Architekt wohnt in Ex-Kapelle

Sakrale Atmosphäre inklusive: Ein Berner Architekt hat eine Kapelle zu einem Wohnhaus umgebaut.

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In Bern gibt es seit 1998 das Konzert- und Kleinkunstlokal «La Cappella» in der ehemaligen Wesley-Kapelle im Breitenrainquartier. Nun hat ein Berner Architekt eine weitere Methodistenkapelle zu einem Wohnhaus umgebaut.

Der Architekt heisst Cornelius Morscher und wohnt mit seiner Familie selber im Erdgeschoss des Gebäudes am Balmweg unweit des Eigerplatzes. Ursprünglich wollte er den grossen, hohen Sakralraum der ehemaligen Lukaskapelle zu einem Loft umnutzen. Morscher liess diese Idee aber bald fallen: Der Umbau wäre bei nur einer Wohnung im Haus nicht zu finanzieren gewesen.

Also liess der Architekt im oberen Teil des Sakralraums eine zweite Wohnung einbauen, die aber nur so weit in den Raum ragt, dass Morschers Wohnung weiterhin die hohen Kirchenfenster mit rundem Abschluss aufweist. «Uns war wichtig, dass ein bisschen sakrale Stimmung noch da ist», sagte Morscher am Mittwochnachmittag bei einem Besuch der Nachrichtenagentur sda.

Das Kreuz bleibt drauf

Obwohl er nicht religiös sei, habe er aus diesem Grund auch das Kreuz auf dem Dach stehen lassen, ebenso die religiöse Inschrift an der Fassade. Aus dem Jahr 1924 stammt das Gebäude, das auch noch eine dritte Wohnung aufweist: Die ehemalige Pfarrerwohnung im zweiten Stock.

1 bis 1,5 Millionen Franken hat Morscher für den Umbau des Gebäudes ausgegeben. Die frühere Besitzerin, die evangelisch-methodistische Kirche Bern, entschloss sich 2010 zum Verkauf der Kapelle, weil sie mit dem Geld ihre Zion-Kapelle in der Altstadt umbauen wollte.

Grosses Interesse an Begehung

Nach dem Journalistenbesuch wollte Morscher den Umbau der Lukaskapelle an einem Anlass des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins präsentieren. Es werde wohl für Architekten mehr und mehr eine Aufgabe, eine Kirche, die nicht mehr benutzt werde, umzubauen, hatte Morscher in der Einladung geschrieben.

Der Anlass stiess auf Interesse: Morscher erwartete 300 Fachleute und andere Interessenten am Anlass mit dem Namen «de cinq à sept».

spr/sda

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