Abfuhr für Fusion im ehemaligen Laupenamt

Das Verdikt der Gemeindeversammlungen ist klar und deutlich: Ferenbalm, Golaten, Gurbrü, Kriechenwil, Wileroltigen und Laupen werden nicht zu «Gross Laupen» fusionieren.

Die Fusion im ehemaligen Laupenamt ist vom Tisch.

Die Fusion im ehemaligen Laupenamt ist vom Tisch. Bild: Manu Friederich

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Alle sechs führten gestern Abend gleichzeitig ab 20 Uhr ihre Gemeindeversammlung durch – und schon kurz vor neun Uhr war die Sache gefahren: Ferenbalm, Golaten, Gurbrü, Kriechenwil, Wileroltigen und Laupen werden in näherer Zukunft nicht zu «Gross Laupen» fusionieren. Als erste Gemeinde schritt das kleine Golaten zur Abstimmung – und verwarf mit 57 gegen 23 Stimmen die Weiterarbeit am Fusionsprojekt G 6. Damit war das Projekt bereits gescheitert und wird abgeschrieben. Das Golatner Verdikt ist deutlich, immerhin waren 35,2 Prozent der Stimmberechtigten anwesend.

Wileroltigen, nach Golaten am weitesten von der potenziellen Zentrumsgemeinde Laupen entfernt, zeigte sich ebenso wenig heiratswillig: 57 Wileroltiger sagten Nein, nur 28 Ja, die Stimmbeteiligung betrug 34,1 Prozent. Gar keine Fragen offen lässt das Resultat Gurbrüs: Gerade mal 6 Personen hätten sich eine Weiterarbeit am Fusionsprojekt vorstellen können – 54 folgten dem Antrag ihres Gemeinderats und sagten Nein; dies bei einer Stimmbeteiligung von 37,7 Prozent. Und auch Ferenbalm (Stimmbeteiligung 16,3 Prozent) lehnte die Vorlage mit 102 Nein- gegen 57 Ja-Stimmen klar ab.

Nur Kriechenwil mag Laupen

Laupens direkter Nachbar Kriechenwil – Stimmbeteiligung 18,3 Prozent – hätte gerne weitere Fusionsabklärungen getroffen: Die Kriechenwiler sagten mit 38 zu 21 Stimmen Ja zu der Vorlage. Auch Laupen selber war mit 49 gegen 18 Stimmen dafür. Allerdings betrug in der mit Abstand grössten G-6-Gemeinde die Stimmbeteiligung magere 3,6 Prozent.

Mit der klaren Abfuhr durch vier der sechs Partnergemeinden wurde das Projekt für eine schlauchförmige bernische Gemeinde westlich der Saane gestern Abend beerdigt. Ob man im ehemaligen Laupenamt nun andere, kleinere Fusionsprojekte anpacken wird, ist derzeit noch unklar. Zunächst wird jede Gemeinde ihr gestriges Abstimmungsergebnis auswerten und analysieren. Im März wird die federführende Kommission noch einmal zusammentreten und eine Lagebeurteilung vornehmen.Dass die Ablehnung so deutlich ausfallen würde, hätte wohl niemand vorausgesagt. Doch schon vor den Abstimmungen war klar gewesen, dass es für die Fusion eng werden dürfte: Der Gemeinderat von Gurbrü hatte seinen Stimmberechtigten die Vorlage zur Ablehnung empfohlen und die Golatner Exekutive beschloss Stimmfreigabe.

G 6 ist nicht das erste Fusionsprojekt im ehemaligen Amt Laupen, das vom Volk abgelehnt wird: Im Mai 2008 scheiterte die «Heirat» der beiden Enklaven Clavaleyres und Münchenwiler. (Der Bund)

Erstellt: 31.01.2012, 06:55 Uhr

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