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600000 Franken für den Abgetretenen

Obwohl nicht mehr aktiv, hat der frühere Insel-CEO Holger Baumann 2018 eine hohe Entschädigung erhalten.

Blick auf das Inselspital in Bern.
Blick auf das Inselspital in Bern.
Franziska Scheidegger (Archiv)

Der Aufwand für die Direktion der Berner Insel-Gruppe ist im letzten Jahr steil in die Höhe geklettert. Das zeigt ein Blick in den Vergütungsbericht. Für das Gremium wurden 3,75 Millionen Franken ausgegeben. 2017 waren es noch knapp 3 Millionen Franken gewesen.

Hauptgrund für den starken Anstieg ist der frühere CEO Holger Baumann, der 2018 die Insel-Gruppe Mitte Jahr verliess, aber schon seit Januar nicht mehr für das Spital tätig war. Er erhielt 600012 Franken – ohne arbeiten zu müssen. Das sind 100000 Franken mehr als 2017, als er noch die Geschicke der Spitalgruppe leitete. Sein Nachfolger als CEO, Uwe E. Jocham, sagte zu Baumanns Bezügen, es handle sich um «das vertraglich vereinbarte Gehalt bis Ende Juni 2018 plus Entschädigung gemäss Austrittsvereinbarung».

Baumann, der heute Geschäftsführer der Kölner Kliniken ist, wollte sich nicht äussern. Die Gründe für Baumanns Abgang bei der Insel-Gruppe wurden nie kommuniziert. Vor ihm hatte bereits Verwaltungsratspräsident Joseph Rohrer demissioniert.

Nur Fixum für Jocham

Im letzten Jahr übte Uwe E. Jocham ein Doppelmandat aus. Seine Bezüge als Verwaltungsratspräsident blieben deutlich unter der maximal möglichen Entschädigung. Er erhielt 132000 Franken. «Das ist meiner Doppelfunktion geschuldet», erklärt Jocham. «Ich habe als Verwaltungsratspräsident das Fixum bezogen und auf weitere Entschädigungen verzichtet.» Deutlich höher war sein Aufwand zu Beginn des Mandats: Im Dezember 2017 erhielt er alleine für diesen Monat eine Entschädigung von 24600 Franken, was mit dem hohen Aufwand während der Übergangsphase begründet wurde. Wie viel er als CEO erhielt, ist nicht bekannt, es dürften um die 500000 Franken gewesen sein.

Die verschiedentlich kritisierte Machtfülle des Doppelmandats ist unterdessen ausgelaufen. Im Februar wurde der ehemalige Erziehungsdirektor Bernhard Pulver neuer VR-Präsident der Insel-Gruppe. Jocham soll noch bis Juni im Verwaltungsrat verbleiben und sich dann auf seine Aufgaben als CEO konzentrieren.

Weniger Gewinn

Am Dienstag legte die Spitalgruppe die Konzernrechnung 2018 vor. Bei einem Betriebsaufwand von 1,57 Milliarden Franken resultiert ein Konzerngewinn von 12,1 Millionen, 2017 waren es 9 Millionen mehr gewesen. Tarifsenkungen im stationären Bereich und die Revision der ambulanten Tarifstruktur hätten das Ergebnis belastet, schreibt die Gruppe.

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