10er-Tram: Baumalleen und Baulärm beschäftigen

In der überfüllten Feuerwehrkaserne fand eine angeregte Tramdebatte statt. Baulärm und Baumalleen entlang der 10er-Tramlinie beschäftigen Anwohner am meisten.

Der dichte ÖV-Verkehr im Zentrum macht Sorgen.

Der dichte ÖV-Verkehr im Zentrum macht Sorgen. Bild: Simon Thönen

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Der Schulungssaal in der Berner Feuerwehrkaserne am Viktoriaplatz war gestern Abend mit über hundert Anwohnern und Anwohnerinnen des künftigen 10er-Trams überfüllt. Nach dem Ja des Stadtrats zum Projektierungskredit für das Tram von Ostermundigen nach Köniz konnte die Berner Bevölkerung ihre Meinung zum aktuellen Projektstand kundtun. Dabei ging es eigentlich nicht um die Frage Ja oder Nein zum Tram. Denn diesen Entscheid wird das Stimmvolk von Bern, Köniz und Ostermundigen 2014 fällen, wenn das Bauprojekt vorliegt. Die gestrige Anhörung war eine Gelegenheit, konkrete Kritik und Anregungen an der laufenden Planung, dem Vorprojekt, bei Behörden und Planern vorzubringen, damit diese sie prüfen und – nach Möglichkeit – berücksichtigen können.

Kleine Grundsatzdebatte

Aber natürlich wollten etliche auch ihre – meist kritischen – grundsätzlichen Ansichten zum Tramprojekt vorbringen. Man dürfe nicht einfach auf ein Wachstum von Bevölkerung und Verkehr setzen, warnte eine Frau. «Wir sind nicht einfach unkritisch für Wachstum», sagte Verkehrsdirektorin Regula Rytz (Grünes Bündnis). Es sei aber sinnvoll, in den Zentren verdichtet zu bauen, wo die Menschen mit dem öffentlichen Verkehr transportiert werden können. Sonst werde letztlich das ganze Land zugebaut. Bernmobil-Direktor René Schmied verwies darauf, dass die Busse der 10er-Linie jährlich 15 Millionen Passagiere transportieren – gleich viel wie alle Postautos im Kanton Bern. Und die Fahrgastzahlen nähmen jährlich um zwei Prozent zu. Schmied: «Wenn man weiss, wie voll die Busse schon heute sind, ist klar, dass man etwas unternehmen muss.»

Ein älterer Herr, der ein selbst verfasstes Flugblatt mit kritischen «Gedanken zum 10er-Tram» verteilte, warf den Behörden vor, sie würden «das Pferd am Schwanz aufzäumen». Zuerst müsse geklärt werden, wo die Trams künftig durch die Innenstadt fahren, erst danach könne man das 10er-Tram planen. «Auch der Gemeinderat will eine zweite Tramachse zur Entlastung der Hauptgassen», sagte Rytz. Bis zur Volksabstimmung müsse geklärt sein, wo die Route verlaufen wird. Gebaut werden könne die zweite Achse aber erst nach dem 10er-Tram. In der Zwischenzeit werde man den ÖV-Verkehr im Zentrum mit provisorischen Massnahmen reduzieren, versprach Rytz.

Schicksal der Bäume bewegt

Das Schicksal der Baumalleen im Norden Berns beschäftigt die Anwohner stark: Weil die Strasse verbreitert werden muss, müssen viele der Alleebäume gefällt werden. Dass danach neue Bäume gepflanzt werden sollen, beruhigte die Anwohner nicht. Die Planer versprachen, die Erhaltung von zwei Baumreihen zu prüfen, liessen aber durchblicken, dass dies nicht einfach umsetzbar wäre. Viele Wortmeldungen drehten sich um die üblichen Themen bei grossen Bauprojekten: den Baulärm etwa oder die Frage, wann die Verhandlungen mit Besitzern beginnen, deren Land für das Projekt gebraucht wird. (Der Bund)

Erstellt: 01.12.2011, 07:54 Uhr

Info

Frist für Eingaben zum Projekt: 31. 1. 2012.

Unterlagen: www.tramregionbern.ch

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