Zur Sache: «Wir erwarten keine Überraschung»

Patrick Miazza, der Leiter des Kernkraftwerks Mühleberg, im Kurzinterview.

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Herr Miazza, das AKW Mühleberg läuft seit fast 40 Jahren. Weshalb interessieren Sie sich erst jetzt dafür, woher das Uran für den Betrieb des AKW stammt?

Wir interessierten uns immer dafür, vielleicht nicht unbedingt in dem Detaillierungsgrad, wie es die heutige Auseinandersetzung zur Kernenergie erfordert. Der grösste Teil des von uns gekauften Urans wurde in den 50er- und 60er-Jahren in den USA abgebaut, da lässt sich die genaue Herkunft nicht mehr eruieren. Es trägt aber einen Stempel der US-Behörden, der bestätigt, dass es den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Die BKW hat auch in Kasachstan und Usbekistan Uran gekauft.

Das war eine kleine Menge. Wir wissen, dass ein umweltschonender Prozess angewandt wurde. Zudem bestätigte uns unser deutscher Lieferant Nukem, dass die kasachischen Minen dort gemäss ISO-Norm zertifiziert sind.

Für 2010 wissen Sie, aus welcher Mine das Uran kommt. Laut Ihren Unterlagen ist diese australische Mine Ranger nicht zertifiziert.

Das haben wir nicht aufgeführt, weil die entsprechenden Fakten vorliegen und es für uns selbstverständlich ist. Meine Brennstoffexperten bestätigen mir: Ranger verfügt über sämtliche neuen ISO-Zertifikate.

Die Axpo hat für die AKW Beznau die Lieferkette im Detail belegt – doch dann musste sie zugeben, dass die Angaben nicht stimmten.

Wir werden keine Überraschung erleben, wir kennen unsere Verträge mit den Lieferanten aus den USA, Frankreich und Deutschland.

Die Axpo hatte auch Verträge – doch sie erhielt vertragswidrig Brennstoff aus der russischen Anlage Majak.

Unsere Versorgung ist einfacher, weil wir kein Plutonium und kein Material aus der Wiederaufarbeitung brauchen.

Sie haben Brennstoff bezogen, der aus abgerüstetem Material hergestellt wurde. Wurde dieser Stoff in Majak bearbeitet?

In dieser Frage muss man präzise sein: Es wurden uns zuletzt im Dezember 2002 Brennstoffbestandteile von unserem US-Lieferanten geliefert, dessen Ursprung aus abgerüstetem Material stammt. Wir wissen, dass ein Teil davon in Russland bearbeitet wurde. Genauer wissen es nur die amerikanische und die russische Regierung sowie die internationale Behörde IAEA. Wir leisteten damit immerhin auch einen kleinen Beitrag zur Abrüstung. (Der Bund)

Erstellt: 19.11.2010, 08:17 Uhr

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