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Bei Automarken gibts keinen Röstigraben

Der Klimawandel beschäftigt die Schweizer Autofahrer. Doch beim Autokauf entscheiden andere Kriterien, wie die Studie des TA zeigt.

TA-Co-Chefredaktor Markus Eisenhut (links) diskutiert mit Markus Kramer (Marketing Director Aston Martin), Frank M. Rinder- knecht (Rinspeed AG) und Designer Mark Stehrenberger (MSD Design) die 6. Autostudie des «Tages-Anzeigers».
TA-Co-Chefredaktor Markus Eisenhut (links) diskutiert mit Markus Kramer (Marketing Director Aston Martin), Frank M. Rinder- knecht (Rinspeed AG) und Designer Mark Stehrenberger (MSD Design) die 6. Autostudie des «Tages-Anzeigers».
D. Meienberg

Die Zahl der Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels hat sich global innerhalb eines Jahrzehnts auf 400 jährlich verdoppelt. 42 Millionen Menschen wurden 2010 aufgrund von Wetterereignissen heimatlos. Die Erderwärmung ist allgegenwärtig und beschäftigt, zumindest vordergründig, auch die Schweizer Automobilisten. Wie die 6. Autostudie des «Tages-Anzeigers» belegt, sehen sich 75 Prozent der in der Deutschschweiz befragten Autofahrer durch Umweltfragen «sehr stark» oder «eher stark» beeinflusst.

Geht es aber um den eigentlichen Kauf, ist die Umweltfreundlichkeit nur noch für 16 Prozent das wichtigste Kriterium. Für fast doppelt so viele, nämlich 30 Prozent, ist die Attraktivität von Modell oder Angebot der wichtigste Auslöser des Kaufprozesses.

Sparsamer unterwegs

In der Westschweiz beurteilen die Autofahrer die Beeinflussung des Kaufentscheids durch die Klimadiskussion ähnlich wie die Deutschschweizer. Beim Kauf ist die Attraktivität des Angebots (35%) aber mehr als doppelt so wichtig wie die Umweltfreundlichkeit (16%). Gar verringert hat sich im Vergleich zur Erhebung von 2010 die Bereitschaft, für ein umweltfreundliches Auto 10 Prozent mehr zu bezahlen. In der Deutschschweiz sank sie von 23 auf 20 Prozent, in der Westschweiz beträgt sie gar nur 19 Prozent.

Trotzdem sind die Schweizer Autofahrer von Jahr zu Jahr sparsamer unterwegs. Lag der Durchschnittsverbrauch der Neuzulassungen 2006 bei 7,62 Litern und einem CO2-Ausstoss von 187 Gramm, rechnet Auto-Schweiz, die Vereinigung der Schweizer Automobilimporteure, für 2011 mit einem Verbrauch von 6,4 Litern und einem CO2-Ausstoss von 155 Gramm. Dazu tragen zum einen die sparsamer werdenden Verbrennungsmotoren bei, zum anderen stieg der Marktanteil der Autos mit alternativem Antrieb von 1,9 (im Jahr 2010) auf 2,2 Prozent. Bestseller waren dabei die Hybridautos mit 5342 Stück. Reine Elektroautos wurden im vergangenen Jahr 452 immatrikuliert.

Bei der Markenwahl ist in der Deutschschweiz die Sicherheit beim Fahren (67%) vor der Langlebigkeit (66%) der wichtigste Faktor, in der Westschweiz ist es der Autotyp (58%) vor der Sicherheit (54%).

30 001 bis 40 000 Franken

Leicht verlängert hat sich laut der Studie die durchschnittliche Besitzdauer. Rund 30 Prozent der Autofahrer in der deutschen und der französischen Schweiz behalten ihr Auto während sechs bis neun Jahren. Etwa 10 Prozent wechseln das Fahrzeug spätestens nach drei Jahren. 25 Prozent der Deutschschweizer geben für das Auto 30 001 bis 40 000 Franken aus. 17 Prozent sind bereit, mehr als 50000 zu investieren, während 16 Prozent künftig nicht mehr als 20 000 Franken bezahlen wollen.

In der Westschweiz sehen die Auto-Budgets ähnlich aus: Die Preisklasse von 30 001 bis 40 000 Franken ist ebenfalls die beliebteste. 14 Prozent geben über 50 000 Franken für das aktuelle Auto aus, und für 23 Prozent darf das künftige Auto nicht mehr als 20 000 Franken kosten.

Tendenziell wird in der Schweiz mit dem Autokauf in Zukunft also etwas länger zugewartet, und es wird leicht weniger Geld dafür ausgegeben.

Treue Deutschschweizer

Die Markentreue ist in der Deutschschweiz mit 33 Prozent ausgeprägter als in der Westschweiz (27%). VW gilt in beiden Gebieten als die sympathischste Marke. Kongruenz auch am andern Ende der Skala: Als gar nicht sympathisch gelten in beiden Landesteilen die Marken Dacia und Daihatsu.

Der Kombi ist in der Deutschschweiz der beliebteste Autotyp (30%), vor der Limousine mit Schrägheck (18%) und dem Van (16%). Kleinwagen fahren 12 Prozent. In der Westschweiz ist die Limousine mit Schrägheck (21%) vor dem Van (20%) und dem Kombi (18%) der populärste Autotyp. 13 Prozent fahren Kleinwagen.

Die Daten der repräsentativen 6. Autostudie des «Tages-Anzeigers» wurden zwischen dem 14. und 27. November 2011 in insgesamt 2129 Interviews erhoben.

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