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Mit «Vollstrom» auf die Überholspur

Bereits über 40 Elektro-Roadster der kalifornischen Marke Tesla sind in der Schweiz unterwegs, und im Juni eröffnet Tesla Motors den ersten offiziellen Showroom an der Pelikanstrasse 10 in Zürich.

Fährt in eine rosige Zukunft: Jochen Rudat, Sales-Manager von Tesla Motors Switzerland, am Steuer des 135 000 Franken teuren Elektro-Roadsters.
Fährt in eine rosige Zukunft: Jochen Rudat, Sales-Manager von Tesla Motors Switzerland, am Steuer des 135 000 Franken teuren Elektro-Roadsters.
Dieter Liechti

Wer hätte das gedacht: Als das «dotcom»-Wunderkind Elon Musk vor etwas mehr als 6 Jahren mit dem Projekt Tesla Motors begann, wurden die Arbeiten im kalifornischen San Carlos von den grossen Autoherstellern nur belächelt. «Bastelei», spotteten die einen, «schade um das viele Geld», kritisierten die andern. Doch Musk und sein Team hielten den Anfeindungen stand und haben in den vergangenen Monaten unter dem Motto «Let’s burn rubber, not oil» bereits über 1100 Exemplare ihres Elektro-Roadsters in rund 30 Ländern verkauft.

Mehr als 40 dieser Stromer sind bereits auf den Schweizer Strassen unterwegs – und das trotz eines Einstandspreises von 135?000 Franken. Damit gibt es in keinem anderen Land der Welt auch nur annähernd so viele Tesla Roadster pro Einwohner wie in der Schweiz. «Und das Interesse an unserem sauberen Sportler ist ungebrochen», freut sich Jochen Rudat, Sales Manager der Schweiz über den Erfolg.

Lust statt Frust beim Sparen

Und der dürfte längst nicht zu Ende sein, denn im Juni eröffnen die umweltbewussten Amerikaner nach London, Monaco und München ihren vierten Tesla-Showroom in Europa – an der Pelikanstrasse 10 in Zürich. «Das trendige Umfeld mit dem Kaufleuten als Nachbar passt sicher sehr gut zu unserer Marke», freut sich Jochen Rudat auf die Eröffnung.

Freuen dürfen sich auch jene Schweizer, die bereits einen Tesla bestellt haben. Denn im Gegensatz zu den bisher bekannten Ökomobilen bietet der Roadster vor allem offen richtig Fahrspass. Wo viele Konkurrenten als rollende Verzichtserklärung unterwegs sind, macht der Tesla Lust aufs Autofahren. Das ist einerseits das erklärte Ziel des Teams um Elon Musk, andererseits auch genetisch bedingt. Denn der Stromer basiert schliesslich auf dem Lotus Elise – einem kompromisslosen britischen Sportwagen.

In 3,9 Sekunden auf Tempo 100

Ganz so kompromisslos wie sein Ursprung lässt sich der Tesla allerdings nicht mehr fahren, denn immerhin muss er auch die über 400 Kilogramm der Batterie transportieren. Doch das spürt man nur auf dem Weg von Zürich nach St. Moritz, denn geradeaus spurtet der Tesla wie ein Porsche – in nur gerade 3,9 Sekunden erreicht der Stromer Tempo 100.

Dabei wird dieser vermeintliche Kraftakt mit der Leichtigkeit des Seins bewältigt. Denn die maximal 400 Newtonmeter Drehmoment des Elektromotors stehen von Anfang an parat und beschleunigen den Roadster zwar fast lautlos, aber umso eindrücklicher. Oder mit den Worten der Spezialisten der deutschen Fachzeitschrift «Auto, Motor und Sport»: «Man kann sich die unterschiedliche Kraftentfaltung zwischen einem ähnlich starken Auto mit Benzinmotor und dem Tesla so vorstellen: Der Benziner beschleunigt wie ein Tennisball, der einen holprigen Hang runterkullert. Das E-Auto wird vorankatapultiert wie ein Tennisball beim Aufschlag – einem Ass!» Während jeder Porsche aber weit über die 200-Stundenkilometer-Grenze hinaus beschleunigt, wird dem Tesla bei Tempo 200 der Strom abgedreht. Das kann man in der Schweiz getrost verkraften, selbt in Deutschland macht das Sinn. Denn nur so ist es möglich, dass der Roadster auch die fast 400 Kilometer Reichweite erreicht – zumindest theoretisch. Praktisch dürfte das auch den meisten Sparfahrern nicht gelingen, denn zu gross ist die Freude mit dem Tesla auch mal richtig Strom zu geben und nicht nur, wie die Konkurrenz, im Strom mitzuschwimmen.

Daimler und Toyota an Bord

Während das Zusatzgewicht des Lithium-Ionen-Akkus bei der Agilität für Abstriche sorgt – das ist Klagen auf hohem Niveau –, sind es genau diese Kilos, die dem Tesla mehr Komfort beibringen. Denn wo der Lotus über die Strasse brettert, bügelt der Tesla die gröbsten Löcher und Bodenwellen überraschend souverän aus. Trotzdem wird der E-Flitzer die Automobilindustrie nicht von einem Tag auf den andern umkrempeln können, wie sich das Elon Musk vor 6 Jahren noch vorgestellt hat: Zu teuer ist die Technik, zu gering sind die Kapazitäten. Aber elektrifiziert haben die Amerikaner die Branche mit ihrem Auto längst. Und so erstaunt es auch nicht, das nach Daimler nun auch Toyota mit Tesla Motors eine Kooperation eingegangen ist. So wollen die Japaner gemeinsam mit Tesla E-Autos für den US-Markt entwickeln und bauen. Die Fahrzeuge sollen in einer kürzlich stillgelegten Fabrik in Kalifornien gebaut und 2012 auf den Markt gebracht werden. Toyota werde 50 Millionen Dollar in den Elektroautohersteller investieren, teilte der Konzern gestern mit.

Tesla RoadsterMasse: Elektro-Roadster mit 2 Plätzen. Motor: Elektromotor mit 288 PS. Getriebe: 1-Gang-Automatik. Fahrleistungen: Spurt 0 auf 100 in 3,9 Se- kunden. Höchstgeschwindigkeit 200 km/h. Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit 53 kWh. Reichweite: Maximal 400 Kilometer. Preis: ab 135?000 Franken. Vertretung: ab Mitte Juni an der Pelikan- strasse 10 in Zürich. Infos: www.teslamotors.com/switzerland

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