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Giulia, 2. Akt

Alfa Romeo bietet die Sportlimousine Giulia ab sofort in der Allradversion Veloce an. Alfa-Fahrspass bleibt dennoch garantiert.

Blaues Wunder auf Herbstlaub: Dank Allradantrieb kommt die Alfa Romeo Giulia Veloce nicht ins Schleudern. Fotos: Alfa Romeo
Blaues Wunder auf Herbstlaub: Dank Allradantrieb kommt die Alfa Romeo Giulia Veloce nicht ins Schleudern. Fotos: Alfa Romeo

Ihren ersten, grossen Auftritt hatte die neue Giulia vor über einem Jahr. Ihre Bühne damals: die IAA, Frankfurts Automesse von Weltformat. Für Harald Wester, im September 2015 noch CEO von Alfa Romeo, genau der richtige Ort, um die Auferstehung der Mailänder Traditionsmarke zu zelebrieren. Vier Milliarden Euro hatte Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne zuvor gesprochen mit dem Ziel, Alfa endlich aus dem Dauertief mit zuletzt noch 65'000 produzierten Autos im Jahr herauszuführen. Sein Auftrag an Wester: acht neue Modelle bis 2018 auf den Markt zu bringen. Und spätestens bis 2020 einen Absatz von 400’000 Einheiten pro Jahr. Eine klare Ansage. Und ebenso schnell war auch klar, mit welchem Alfa Romeo dieser Neubeginn anzupacken sei – mit einer Giulia. Weil nomen auch im Automobilbau omen ist. Und weil kein anderes Mittelklassemodell der Italiener den Aufbruch in eine neue Ära besser hätte symbolisieren können.

Fulminanter 1. Akt

Und wie Alfa Romeo diese Ära lancierte. Liess schon die Urgiulia von 1962 mit ihrem 90-PS-Doppelnockenwellen-Motor dank Hinterradantrieb und ihrer betont sportlichen Fahreigenschaften die Herzen der Alfisti hoch und höher schlagen, trat die neue Giulia bei ihrer Uraufführung in Frankfurt gleich so auf: Mit einem 510 PS starken V6-Turbo-Benziner aus der Zusammenarbeit mit Ferrari und entsprechend beeindruckenden Leistungswerten. Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 3,9 Sekunden, Topspeed 307 km/h. Ein höchst dynamischer Vierplätzer mit Stolz zur Schau gestelltem Scudetto, dem für Alfa typischen Kühlergrill, komplett gefertigt in Leichtbau und aufgebaut auf einer für den Relaunch der Marke neu entwickelten (Hinterrad-)Plattform. Auf ihr werden künftig alle neuen Alfa basieren – so wie es der kompakte SUV Stelvio tut, der vor zwei Wochen an der Los Angeles Auto Show erstmals gezeigt wurde.

Mit Überholprestige: Die Veloce-Front.
Mit Überholprestige: Die Veloce-Front.

Ein fulminanter 1. Akt mit der Giulia war es also in Frankfurt, einer im wahrsten Sinn auf Topniveau. Denn auf der Bühne stand einzig die Topversion, flankiert von jenem Urmodell, das für die Mailänder die Glanzzeiten der 60er- und 70er-Jahre verkörpert hatte. Von einer Alternative zur 510 PS starken Quadrifoglio- Version war weit und breit nichts zu sehen und nur ganz wenig zu hören. Erst zu Beginn dieses Jahres machten die Alfa-Macher dann publik: Es wird die Giulia auch in zwei kleineren Dieselversionen und als 4-Zylinder-Benziner geben.

Allradantrieb für den 2. Akt

Auch wenn die Italiener unermüdlich betonen, dass die Giulia von der Topversion zum Basismodell herunter entwickelt worden sei und somit alle neuen Alfas die entsprechenden Fahrspassgene in sich tragen würden, tat sich nicht nur beim Blick auf das Datenblatt und auf die Preisliste eine mehr als imposante Lücke auf: Hier der Basisdiesel mit 150 PS ab 41'550 Franken, dort die Topversion Quadrifoglio mit 510 PS für (mindestens) 87'000 Franken. Auch rein atmosphärisch war es so. Und so bringt Alfa Romeo jetzt in einem 2. Akt die Giulia Veloce auf die Bühne, ebenfalls in Anlehnung an ein Modell aus der glorreichen Vergangenheit. Dank einer Giulia Veloce GT Sprint hat Marcello Mastroianni einst das Herz der französischen Filmgöttin Catherine Deneuve erobert – zumindest auf der Leinwand. Klar. Mit der auch optisch ultimativen Quadrifoglio können (und müssen) sich die beiden Veloce-Versionen, der 210-PS starke Selbstzünder und der Benziner mit 280 PS, allerdings nicht messen.

Sportlich eingerichtetes Cockpit.
Sportlich eingerichtetes Cockpit.

Obwohl beide ebenfalls sehr «scharf» aussehen. Und dennoch kommt vor allem der Turbobenziner, der die Leichtbaulimousine in 5,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt, dem Überbruder von seiner Performance her respektvoll nahe. Dass Alfa Romeo seine Veloce-Modelle serienmässig mit dem ebenfalls neu entwickelten Allradsystem Q4 ausrüstet, tut ihnen jedenfalls keinen Abbruch und kommt auch keiner Abkehr vom bereits wieder hochgelobten Hinterradantrieb gleich.

Im Heck lassen sich 420 Liter verstauen.
Im Heck lassen sich 420 Liter verstauen.

Im Normalfall leitet das variable System 100 Prozent des Antriebsmoments ohnehin an die Hinterachse, die äusserst präzise Lenkung ist so weitgehend frei von Krafteinflüssen durch den Antrieb. Auch dann, wenn in extremis bis zu 50 Prozent an die Vorderachse gehen, bleibt Fahrspass in der Giulia Veloce Fahrspass. Allerdings für genau 30'000 Franken weniger als beim Quadrifoglio. Peter Hegetschweiler fuhr die neuen Giulia-Veloce-Versionen auf Einladung der Fiat-Chrysler-Automobiles Switzerland SA am 24./25. November in Italien.

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