Mini macht den Käufer zum Designer

Die BMW-Tochter enthüllte an der Automesse in Detroit die neuen 3-Türer, 5-Türer und das Cabrio. Bei den Neuerungen stechen die Gestaltungsmöglichkeiten für die Kundschaft hervor.

Das auffällige Flaggenmotiv der Heckleuchten der neuen Mini-Modelle wurde in aufwendiger LED-Technik ausgeführt. Foto: PD

Das auffällige Flaggenmotiv der Heckleuchten der neuen Mini-Modelle wurde in aufwendiger LED-Technik ausgeführt. Foto: PD

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Mini gehts gut. Die Marke erzielte 2017 mit 371 881 weltweiten Verkäufen einen Zuwachs von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit laut BMW «die besten Absatzzahlen aller Zeiten». Auch in der Schweiz läufts rund: Mit 5689 verkauften Minis wurde das Vorjahresergebnis um 8 Prozent übertroffen. «Wir freuen uns, dass wir mit der Neuausrichtung der Marke einen neuen Bestwert beim Absatz erreicht haben», sagt Peter Schwar­zenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG. «Ich bin überzeugt, dass wir 2018 den Erfolg der Marke fortschreiben werden – dazu wird die Neuauflage des drei- und fünftürigen Minis sowie des Cabrios ab März beitragen.»

Für die Premiere der Neuauflage hatn sich BMW erneut gegen den Genfer Auto-Salon im März entschieden, die Neulinge wurden gestern in Detroit enthüllt. «Die Naias ist traditionell die erste global beachtete Fachmesse des Jahres und hat daher als Saisonauftakt wegweisenden Charakter», heisst es bei den Briten.

Neues zweidimensionales Logo

Bei den Neuerungen fallen auf den ersten Blick vor allem zwei Details auf: die neuen Heckleuchten und das neue Mini-Logo. In Verbindung mit den LED-Scheinwerfern weisen die Heckleuchten ein neues Design auf. Als Hinweis auf die britische Herkunft der Marke sind die Leuchten am Heck in einem Union-Jack-Design gehalten. «Für mich ist gutes Design nicht zu laut, es muss aber ein Stück weit polarisieren – sonst läuft es Gefahr, beliebig zu sein», erklärt Oliver Heilmer, der seit September 2017 das Mini-Design leitet. Das auffällige Flaggenmotiv spiegelt sich in der Strukturierung der Lichtfunktionen wider: So sind die Blinker horizontal und die Bremsleuchten vertikal ausgerichtet, während das Schlusslicht zusätzlich die diagonal verlaufenden Linien der britischen Flagge darstellt. Alle Lichtquellen, die die Union-Jack-Grafik bilden, sind in aufwendiger LED-Technik ausgeführt.

Genau in die andere Richtung wurde das neue Logo der Kultmarke entwickelt: Als Neuinterpretation des bisherigen Logos ist es jetzt in einem zweidimensionalen «Flat Design» ausgeführt. «Damit repräsentiert auch das Logo den neuen Markenauftritt, der durch die Konzentration auf das Wesentliche den Fokus auf zentrale Werte wie Fahrspass, unverwechselbares Design, Premium-Qualität und Emotionalität richtet», erklärt man in Oxford. Das Logo findet man wie bisher auf Motorhaube, Gepäckraumklappe, Lenkrad, im Display des Zentralinstruments und auf der Fernbedienung aller Modelle.

Wem das nicht genügt, der kann sich in Zukunft mit dem Programm «Yours Customised» selber zum Designer ernennen: Das neue Individualisierungsprogramm umfasst Nachrüstprodukte, deren Design vom Kunden gestaltet wird und die exakt nach diesen Vorgaben gefertigt werden. Zum Angebot von «Yours Customised» gehören die Seitenblinkereinleger, Dekorleisten für das Interieur auf der Beifahrerseite, LED-Einstiegsleisten und LED-Türprojektoren. Die Produkte können im Onlineshop (www. yours-customised.mini) ausgewählt, gestaltet und bestellt werden. Dabei können Kunden zwischen verschiedenen Farben, Mustern, Oberflächenstrukturen und Icons wählen und selbstentworfene Texte und ihre eigene Unterschrift in das Design einfliessen lassen.

E-Mini für 2019 angekündigt

Aber fahren können die neuen Mini-modelle natürlich auch. Stimmen die vollmundigen Versprechungen der PR-Abteilung, dann gibt es ab dem März «mehr Fahrspass und Effizienz bei weniger Gewicht».

Dazu wurden die Motoren (vorerst noch mit 75 bis 192 PS) von A bis Z optimiert. «Die Überarbeitung soll zu einer Reduzierung der Verbrauchs- und CO2- Werte um bis zu 5 Prozent sowie zu einer Optimierung des Emissionsverhaltens führen. Damit sollen die Motoren auch künftige, strengere Abgasnormen erfüllen. Die Weiterentwicklung erstreckt sich vom Grundmotor über die Twin-Power-Turbo-Technologie, die Motorelektronik, die Ölversorgung, die Ansaugluftführung und das Kühlsystem bis zu den Abgasanlagen. Zusätzlich wurde auch das Gewicht der Antriebseinheiten reduziert.

Noch wichtiger für den Mini-Fahrspass, der sich durch das stetige Wachstum in den vergangenen Jahren recht weit vom einstigen Gokartfeeling entfernt hat, ist das optional angebotene 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das sich durch besonders schnelle Gangwechsel auszeichnen soll. Die Bedienung erfolgt über einen neuen elektronischen Gangwahlschalter. Für den Cooper S gibt es auf Wunsch ein Sportgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad.

Ein völlig anderes Erlebnis verspricht die wichtigste Neuheit der Briten für 2019 – der rein elektrische Mini. «Es wird ein echter Mini sein», verspricht Mini-Designchef Heilmer schon jetzt. «Maximale Emotion auf minimaler Verkehrsfläche.» Im Detail soll seine elektrische Natur durch unkonventionelle und innovative Details erkennbar sein. «Details, die einerseits die traditionelle Mini-Welt zitieren und sie gleichzeitig mit neuen Technologien verbinden wird», sagt Mini-Designchef Oliver Heilmer weiter. «Denn ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft nicht mehr nur Fahrzeuge gestalten, sondern Erlebnisse.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.01.2018, 19:48 Uhr

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