Mehr Punch für die Kurve

Mazda spendiert dem MX-5 zusätzliche Leistung und Assistenzsysteme. Geblieben ist die unvergleichliche Fahrfreude im meistverkauften Roadster der Welt.

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Reiner Fahrspass. Leicht dahingesagt. Die meisten modernen Autos bieten zwar enorm viel, pure Fahrfreude hingegen kaum. Eine löbliche Ausnahme bildet da der Mazda MX-5, der seit 1989 mit seiner puristischen Art die Fans begeistert. Mit über einer Million verkaufter Einheiten ist der Japaner der mit Abstand meistverkaufte Roadster der Welt. Das Erfolgsrezept dahinter klingt simpel und einleuchtend zugleich: Leichtbau, Heckantrieb, Saugmotor, perfekte Balance, dazu eine knackige Schaltung und eine präzise Lenkung. Mehr braucht der Fahrenthusiast nicht, um glücklich zu sein.

Gut, eine ordentliche Strasse braucht es dazu natürlich noch. Eine wie die Transfagarasan, diese berühmte rumänische Passstrasse zwischen Sibiu und Pitesti, die sich in unzähligen Kurven über das Fagaras-Gebirge schlängelt. Sie wurde einst in der britischen TV-Sendung «Top Gear» zur besten Strasse der Welt gekürt – und wenn das Moderatoren-Trio um Jeremy Clarkson sich zu so einer Aussage hinreissen lässt, dann will das etwas heissen.

«Der MX-5 und die Transfagarasan, das ist ein perfektes Paar», glaubt man auch bei Mazda Europe. Daher lud der japanische Hersteller dorthin ein, weil auf dieser Passstrasse die Vorzüge der überarbeiteten Variante des Roadsters ideal erkundet werden können. Geschraubt wurde in erster Linie an der Leistung: Der 2-Liter-Vierzylinder, der in der Schweiz den Bärenanteil der Verkäufe ausmacht, leistet nun 184 PS, das sind 24 PS mehr als bis anhin; das maximale Drehmoment von 205 Nm (+5 Nm) steht nun bereits ab 4000 statt 4600 Touren bereit. Ausserdem dreht der Sauger jetzt bis 7500 statt bis 6800 Touren, und über das gesamte Drehzahlband steht mehr Power zur Verfügung.

Daraus resultiert eine bessere Beschleunigung von 6,5 statt 7,3 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100. Vor allem aber ist der Kraftzuwachs jederzeit spürbar: Der 2-Liter ist deutlich elastischer, zieht ab 4000 Umdrehungen kräftig an und schiebt auch kurz vor dem roten Bereich noch munter vorwärts; die maximale Leistung steht erst bei 7000 Touren an. 184 PS reichen für dieses Auto locker, schliesslich gilt es ja nur ein Leergewicht von 1260 Kilogramm zu bewegen. Und gerade auf einer Passstrasse wie der Transfagarasan ist das leichte Gewicht entscheidend, geht es hier doch nicht um Topspeed, sondern vor allem darum, flink aus den engen Kehren heraus zu beschleunigen. Der ebenfalls erhältliche 1,5-Liter-Motor mit 132 PS bleibt in der Leistung unverändert, schafft nun aber wie der stärkere 2-Liter die Abgasnorm Euro 6d-Temp – und das ohne den Einsatz eines Partikelfilters.

Die Version mit Stoffdach empfiehlt sich

Entscheidend für das unvergleichliche MX-5-Fahrgefühl ist aber die Balance, und die könnte nicht besser sein als in diesem Roadster. Die Rede ist hier übrigens stets von der handgeschalteten Version mit Stoffverdeck – das ist der MX-5, den man haben muss. Die Variante mit versenkbarem Stahldach ist schwerer, träger und teurer, und die Version mit Automatikgetriebe kann man ohnehin vergessen. Nein, wenn MX-5, dann mit Stoffmütze und Handschaltung. Die perfekte Gewichtsverteilung von je 50 Prozent pro Achse, der tiefe Schwerpunkt, die mittige Sitzposition und das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk sorgen für ein Fahrverhalten, das zu Recht als reine Fahrfreude bezeichnet werden kann. Das Handling erschliesst sich einem sofort, der Japaner ist jederzeit äusserst einfach zu kontrollieren und vermittelt einem das Gefühl, direkt mit dem Fahrzeug verbunden zu sein. Die manuelle Sechsgangschaltung ist so knackig und präzis, dass man sich fragt, wieso die anderen Hersteller nicht auch so etwas bauen können.

In der Summe ist der überarbeitete MX-5 die gleiche Fahrspassmaschine wie schon immer, nur etwas schärfer und auch etwas feiner. Neu erhältlich ist ein Optionenpaket mit einem Aufmerksamkeitswarner, einem City- und Rückfahr-Notbremssystem, einer Verkehrszeichenerkennung, einem Spurhalteassistenten und einer Rückfahrkamera. Und das Lenkrad ist nun auch in der Länge verstellbar, was viele Kunden schätzen werden. Die Preise für die überarbeitete Version beginnen bei 24'900 Franken (132 PS, Ausstattungsvariante Challenge), die empfehlenswerte Variante mit 184 PS in der Topausstattungslinie Revolution gibts ab 35'800 Franken. Der MX-5 RF mit versenkbarem Stahldach wird ab 31'500 Franken (132 PS, Ambition) bis 38'800 Franken (184 PS, Revolution) angeboten.

Noch einmal zurück zur Transfagarasan. Sie ist tatsächlich eine wunderbare Passstrasse, die mit ihren unzähligen Kurven jeglicher Art dem Fahrer alles bietet. Ob sie tatsächlich die beste Strasse der Welt ist? Als Schweizer lächelt man bei dieser Frage bescheiden. Wir haben so viele atemberaubende Bergpässe, die sich auch noch herrlich miteinander kombinieren lassen – wenn es also nur um den Fahrspass geht, darf man sich die Reise in die Karpaten getrost sparen.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 14.09.2018, 14:57 Uhr

Mazda MX-5

Modell: Roadster mit Stoffverdeck oder versenkbarem Stahldach
Masse: Länge 3915 mm, Breite 1735 mm, Höhe 1225 bis 1235 mm, Radstand 2310 mm
Kofferraum: 130 Liter
Motoren: zwei Benziner mit 132 PS und 184 PS
Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 6,5 bis 8,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 203 bis 220 km/h
Verbrauch: 6,3 bis 6,9 Liter auf 100 Kilometer
CO2-Ausstoss: 143 bis 156 Gramm pro Kilometer
Markteinführung: Ab sofort
Preis: Ab 24'900 Franken
Direkter Konkurrent: Fiat 124 Spider ab 26'750 Franken
Weitere Konkurrenten: Mercedes-Benz SLC (ab 39'800 Franken), Lotus Elise Sport 220 (ab 59'600 Franken) und Nissan 370Z Roadster (ab 50'560 Fr.)

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