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Das Sorgenkind wird smarter

Diesmal könnte es klappen: Obwohl der neue Forfour gemeinsam mit dem Renault Twingo entwickelt wurde, ist ein echter Smart aus ihm geworden.

«Zwei Erwachsene und ein Kasten Bier» sollten laut dem ursprünglichen Konzept ins Auto passen – nicht mehr, nicht weniger. Und dann das: ein Smart für vier Erwachsene und ein ganzes Bierfass! Oder sollte man sagen für ein Sake- Fass? Schliesslich basierte der erste Forfour auf dem Mitsubishi Colt. Wie beim japanischen Kleinwagen gab es einen Frontmotor und Vorderradantrieb – mit dem Fortwo hatte der vieräugige 4-Sitzer kaum etwas gemeinsam. Nur die Preise waren typisch Smart.

Nach zwei Jahren war Schluss

Das konnte nicht gut gehen, und das tat es auch nicht: 2006, nach nur zwei Jahren Produktionszeit, wurde das Modell mangels Nachfrage eingestellt. Und nun wagt Smart also einen zweiten Anlauf mit vier Türen. Dazu ist die Mercedes- Tochter erneut eine Kooperation eingegangen – diesmal stammt der Partner aus dem Land, in dem sie wahrscheinlich eher Rotweinkisten transportieren. Wobei der neue Forfour nicht nur gemeinsam mit dem neuen Renault Twingo entwickelt wurde: Er rollt sogar vom selben Band in Slowenien. Ob es diesmal tatsächlich so viel besser gehen kann?

«Der neue Forfour hat die Gene seines Bruders», versichert Entwicklungschef Markus Riedel. 3-Zylinder im Heck, Hinterradantrieb, Tridion-Sicherheitszelle, dieselben Getriebe, Assistenzsysteme, Multimedialösungen und quietschbunten Dekors – alles mit an Bord. Im Gegensatz zu früher ist die Verwandtschaft zudem augenfällig. Der Viersitzer hat einfach zwei Türen mehr und streckt sich um 80 Zentimeter auf 3,49 Meter Aussenlänge. Das verhindert zwar das reizvolle Querparkieren, steigert aber den Reisekomfort: Dank des verlängerten Radstands steckt der «grosse» Smart Bodenunebenheiten spürbar besser weg. In Sachen Agilität gibt es kaum Einbussen: Der Wendekreis von unter neun Metern entspricht dem des früheren Fortwo.

Ab 15'400 Franken

Und ob es nun darum geht, Bier, Sake, Rotwein oder – wahrscheinlicher noch – Kind und Kegel zu transportieren: Der Forfour ist nun mal die praktischere Wahl. Im Kofferraum stehen zunächst nur 185 Liter zur Verfügung, doch das Readyspace genannte Sitzkonzept erlaubt es, die Rückbank mit einem Handgriff wegzuklappen und das Volumen auf beachtliche 975 Liter zu steigern. Um im klassenüblich dimensionierten Fond Kindersitze zu fixieren, lassen sich die Türen zudem in einem Winkel von fast 90 Grad öffnen.

Der Aufpreis gegenüber dem Bierkasten- Smart ist bescheiden: Der Forfour mit 71 PS starkem 3-Zylinder und manuellem 5-Gang-Getriebe (vorerst die einzige verfügbare Motorisierung) kostet ohne Extras 15'400 Franken und damit nur 1000 Franken mehr als der Fortwo. Ernüchtern könnte allenfalls der Vergleich zum smarten Zwilling: Der vergleichbare Twingo steht ab 13'400 Franken in der Preisliste. (Nina Vetterli)

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