Das hohe C der A-Klasse

Mit dem CLA Shooting Brake baut Mercedes seine neue Kompaktreihe spektakulär weiter aus.

Nummer 4: Der CLA Shooting Brake ist die vierte und exklusivste Spielart der erfolgreichen neuen A-Klasse von Mercedes-Benz. Foto: Mercedes-Benz

Nummer 4: Der CLA Shooting Brake ist die vierte und exklusivste Spielart der erfolgreichen neuen A-Klasse von Mercedes-Benz. Foto: Mercedes-Benz

Tatsächlich revolutionär hat man es gefunden, als Mercedes-Chef Dieter Zetsche an der IAA in Frankfurt im September 2011 die «revolutionäre Neuauslegung der Kompaktklasse» ankündigte und die von Designchef Gorden Wagener dynamisch gestylte neue A-Klasse auf die Bühne rollen liess. Es war der überraschende und gleichsam wegweisende Schritt der Schwaben, in diesem Segment neue Wege einzuschlagen – weg vom Image des Senioren-Kleinwagen, hin zu zum trendigen Kompaktmodell. Und das auf Augenhöhe mit der Konkurrenz aus Ingolstadt und München – wenn nicht sogar leicht darüber.

Fulminanter Start

Spektakulär findet man jetzt, drei Jahre später, auch die Fortsetzung dieses eingeschlagenen Weges, die Marke Mercedes auch für eine wesentlich jüngere Klientel als zuvor attraktiv zu machen. So liessen die Stuttgarter schon kurz nach der Lancierung der Kompakt-Limousine die noch dynamischere Coupé-Version folgen, was die Verkaufszahlen weiter ansteigen liess. Weltweit wurden im Jahr 2013 inklusive der ebenfalls modernisierten B-Klasse 382'000 Kompakte mit dem Stern abgesetzt, 2014 war es schon fast eine halbe Million. Mit ein Grund dafür: Vor genau zwölf Monaten brachten die Stuttgarter den GLA auf den Markt, den ersten Kompakt- SUV der Marke. Obwohl völlig neu im Segment, wusste er sich auf Anhieb gegen den X1 von BMW und den Q3 von Audi durchzusetzen. Und so konnte Zetsche am diesjährigen Salon in Genf freudvoll vermelden, dass Mercedes von seiner neuen Kompakt-Generation bereits über eine Million Fahrzeuge ausgeliefert hat. Mehr noch: Mercedes will dabei 50 Prozent Neukunden gewonnen haben. Zweifel an dieser Aussage sind kaum angebracht: In der Schweiz hat der GLA auf Anhieb 2627 Käufer gefunden. Was wesentlich dazu beigetragen hat, dass von 18'400 hierzulande ausgelieferten Mercedes im vergangen Jahr fast die Hälfte Kompaktmodelle waren.

Shooting Brake als Nummer 4

Und die Erfolgsgeschichte – national wie international – dürfte weitergehen. Denn Ende Monat kommt Nummer 4 der Bestsellerreihe auf den Markt, der Shooting Brake. Ein in mancherlei Beziehung spezielles Auto, sehr wohl bereit, als CLA das hohe C der A-Klasse zu spielen. Denn mit dem Neuling knüpft Mercedes wie schon beim CLS vor zweieinhalb Jahren an eine ebenso spezielle Tradition an. An die Zeit, als in den 60er- und 70er-Jahren beispielsweise Aston Martin für seinen damaligen Besitzer David Brown einen DB 5 Shooting Brake kreierte. Und später Ferrari in limitierter Auflage den 365 GTB/4 Daytona Shooting Brake auflegte. Selbst zu Filmruhm hat es ein Shooting Brake gebracht: Jaguar liess ein exklusives Modell dieses besonderen Fahrzeugtyps für den Streifen «Harold and Maude» fertigen. Selbstredend auf der Basis einer anderen Legende – dem E-Type.

Gelungener Kniff der Designer

Zwar ist der CLA im Vergleich zum grossen Shooting-Brake-Bruder der Neuzeit – dem CLS, der sich auf fast fünf Meter elegante Länge streckt –, mit seinen 4,63 Metern natürlich nicht von gleicher Grandezza. Aber die Proportionen stimmen auch beim Lifestyle-Kombi der A-Klasse. Statt abrupt wie beim Coupé lässt Chefdesigner Wagener das 1,43 Meter hohe Dach sanft ins Heck einfliessen. Das passt perfekt zum leicht gestreckten Unterbau und hat keine spürbare Reduktion des Stauraumes zur Folge. Ein Designkniff hat dies ermöglicht: Während die obere Fensterkante zugunsten der Optik coupéhaft flach ausläuft, neigt sich die Dachlinie erst viel später und subtiler. So ergibt sich trotz der extrem schräg stehenden Heckscheibe ein respektables Ladevolumen von 495 Liter (bei umgeklappter Rückbank 1354 Liter); das sind immerhin 25 Liter mehr als beim bis zur B-Säule identischen Coupé. Was man dennoch bemängeln kann: Die Heckklappe ist relativ schmal, weil Wagener die Schlussleuchten nicht hineinschneiden wollte. Sieht gut aus, ist aber nicht ganz so praktisch.

Innen Mercedes-like edel

So, wie das pfeilförmige Heck den Shooting Brake auch in seiner Kompaktversion zu einem optisch aussergewöhnlichen Fahrzeug macht, gibt sich der Neuling auch in seinem Innern extrovertiert. Serienmässig an Bord ist ein Multimedia- Systemmit frei stehendem 7-Zoll- Farbdisplay, das über einen Drehknopf auf der Mittelkonsole allerdings nicht so intuitiv zu handhaben ist wie beispielsweise das iDrive bei BMW. Die verwendeten Materialen sind Mercedes-like edel, die Verarbeitung ist top. Ein Head-up- Display gibt es allerdings (noch) nicht. Auch der Shooting Brake basiert grundsätzlich auf der neuen Frontantriebs- Architektur der Stuttgarter, wobei jeweils der stärkste Benziner und Diesel sowie die 360 PS starke AMG-Version mit Allradantrieb (4Matic) zu haben ist. Bei ersten Probefahrten hat im Besonderen der 177 PS starke Diesel (220 CDI) überzeugt. Das Aggregat harmoniert perfekt mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und beschleunigt den 1,6 Tonnen schweren Shooting Brake in 8,3 Sekunden auf 100 km/h (Spitze 228 km/h). Dennoch soll er sich laut Werk mit 4,3 Litern bescheiden. Sportlichste Version neben dem Überflieger aus der AMG-Edelschmiede in Affalterbach mit dem laut Mercedes «stärksten serienmässigen Vierzylinder der Welt», ist der 2-Liter-Benziner mit 221 PS. Betont als Sparer gibt sich im Gegensatz dazu der kleinere der beiden Selbstzünder mit Vorderradantrieb. Der soll im Schnitt nur 3,9 Liter auf 100 Kilometer verbrennen, was einem CO2 von 101 g/km entspricht. Die Preise für den Shooting Brake beginnen bei 41'200 Franken. Als CLA 45 AMG kommt der Lifestyle-Kombi mindestens auf 75'200 Franken zu stehen.

Peter Hegetschweiler fuhr den CLA Shooting Brake auf Einladung von Mercedes Schweiz am 9./10. März in Deutschland.

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