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Angriff der Volkswagen-Klone

Der Skoda Citigo wirkt etwas biederer als der VW Up, aber er teilt seine Technik zum günstigeren Preis. Das Gleiche gilt übrigens für den Seat Mii.

VW Up: Das Vorbild aus Wolfsburg gibts ab 15 750 Franken.
VW Up: Das Vorbild aus Wolfsburg gibts ab 15 750 Franken.
VW
Skoda Citigo: Die konservative Variante gibts ab 14 990 Franken.
Skoda Citigo: Die konservative Variante gibts ab 14 990 Franken.
Skoda
Seat Mii: Der Latin Lover für Designfans kostet 14 750 Franken.
Seat Mii: Der Latin Lover für Designfans kostet 14 750 Franken.
Seat
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Wo ist das spitzbübische Grinsen, das mir der VW Up zuwarf, als er vor einigen Monaten auf meinem Parkplatz zum Testen bereitstand? Nun wartet dort sein Konzernbrüderchen, der Skoda Citigo. Und er sieht der Fahrt mit weitaus seriöserer Miene entgegen. Der Kleine mit dem braven Skoda-Gesicht, seitlichen Fenstern ohne kecken VW-Knick und herkömmlicher Kehrseite statt verglaster Heckklappe versteht sich eben – ganz der Skoda –, eher als «simply clever» denn frech. Mit weniger Mode-Chic, dafür allerlei praktischen Verstaumöglichkeiten im Interieur. Selbst Parktickets und Handy brauchen in Kurven nicht durch die Gegend zu fliegen.

Mit City-Notbremse

Aber lassen wir die Oberflächlichkeiten. Unter dem tschechischen Blech des Testwagens rattert derselbe 75-PS-3-Zylinder wie beim Up. Querfugen glättet dasselbe Fahrwerk. Lenkung und kleiner Wendekreis sorgen für gleich flotte Stadtfahrten. Hügel erfordern stets fleissige Schaltarbeit, die sich optional auch einer Automatik überlassen liesse. Bei drohender Kollision bis 30 km/h käme dasselbe City-Notbremssystem zum Einsatz. Fünf statt drei Türen sind bei beiden Winzlingen die praktischere Wahl. Im Fond kommen gleich grosse (respektive kleine) Passagiere und bei umgeklappten Rücksitzen dieselben 595 Liter Gepäck unter. Kein Wunder, der Citigo ist ja schliesslich auch nur ein Up – oder ist es heimlich sogar umgekehrt? Jedenfalls purzeln alle beide im slowakischen Skoda-Werk vom Band.

Der Seat kostet am wenigsten

Wie nicht anders erwartet bietet Skoda den attraktiveren Preis. Ab 14 990 Franken gibts den 60-PS-Benziner auch gleich in der sparsamen «Green Tec»-Version mit Start-Stop-Automatik und Leichtlaufreifen, die den Normverbrauch von 4,5 auf 4,1 Liter senken. Der Up startet erst bei 15 750 Franken; die vergleichbare «Blue Motion Technology»-Ausführung kostet sogar 500 Franken mehr. Dafür bietet VW unter anderem mit Sondermodellen und 16statt nur 15-Zöllern mehr Individualisierungsspielraum. Noch günstiger ist übrigens der Dritte im Bunde: Der Seat mit dem markanten Näschen und Nintendo-Namen Mii ist bereits ab 14750 Franken erhältlich, Spritspar-Extras und City-Notbremsfunktion allerdings exklusive.

Natürlich könnte man noch tief in die Optionslisten hinein Preise vergleichen, das ändert aber nichts daran, dass der teuerste Kleine den grössten Absatz findet. «Der Up verkauft sich gut», verrät VW PR-Manager Livio Piatti, «wir haben hierzulande seit der Markteinführung am 25. Februar bereits über 1000 Fahrzeuge ausgeliefert. Der aktuelle Bestelleingang bestätigt den positiven Trend.» Der Citigo wurde erst Ende Juni lanciert, die Nachfrage liegt im Bereich der Erwartungen, wie Skoda PR-Manager Donat Aebli sagt: Bis Ende Jahr sollen 400 Einheiten verkauft werden. Ähnliche Erwartungen hat man auch beim Mii.

Tscheche, Spanier oder Deutscher?

Das Markengesichtchen scheint demnach entscheidender als der Preis. So punktet der seriöse Skoda bei eher konservativen Käufern «im besten Alter»: «Der Citigo wird also über die Aspekte der Vernunft, Sicherheit und Praktikabilität beworben», erklärt Aebli. Seat spricht als «perfektes Fahrzeug für alle Design-affinen Personen in einem urbanen Raum» vor allem eine junge Kundschaft an. Und der Volkswagen – trotz jugendlichem Anstrich – letztlich das Volk.

Wenn es nach dem Konzern geht darf man sich gerne darüber streiten, ob der Tscheche, Spanier oder Deutsche die beste Wahl ist. Hauptsache, man vergisst dabei, dass es noch andere freche, seriöse oder markante Winzlinge gibt – aus Italien, Frankreich, Japan oder Korea. (nv)

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