Seat flutet den Markt mit seinen SUV

Mit dem Tarraco lanciert Seat 2019 bereits seinen dritten SUV. Rekordzahlen beim Absatz schreibt die spanische VW-Tochter aber schon jetzt.

Wie der VW Tiguan und der Skoda Kodiaq basiert der Seat Tarraco auf dem VW-Querbaukasten, darum sind unter der Tarnfolie auffallende Parallelen auszumachen. Foto: PD

Wie der VW Tiguan und der Skoda Kodiaq basiert der Seat Tarraco auf dem VW-Querbaukasten, darum sind unter der Tarnfolie auffallende Parallelen auszumachen. Foto: PD

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SUV boomen. Und wie! Seat boomt. Und wie! Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres schraubten die Spanier den Absatz mit einem Plus von 17,6 Prozent auf ein Allzeithoch. Auch in der Schweiz legte Seat von Januar bis Ende Juni tüchtig zu, um satte 13 Prozent. Massgeblich dazu beigetragen haben die beiden kompakten SUV der VW-Tochter: der Ateca, der 2016 auf den Markt kam, und der Arona, der 2017 folgte. Und jetzt, ein Jahr später, ist bereits Nummer 3 angesagt, der Tarraco. Rechne!

De Meos 3-M-Strategie

Luca de Meo hat das offensichtlich schon getan. Mehr trendige Modelle, um weltweit auf möglichst noch mehr Märkten Erfolg zu haben, das ist die Strategie des Firmenchefs. Und sie lässt sich noch auf ein weiteres Wort, das mit M beginnt, ausdehnen: Marken. Genau deshalb begründet Seat noch diesen Herbst eine neue Marke – so, wie Citroën seine Palette um die Marke DS als eigenständige Premiumreihe erweitert hat. Bei den Spaniern geht es aber nicht um mehr Luxus, sondern um mehr Sportlichkeit. Cupra wird sie sich deshalb nennen und – logisch für die Premiere – auf einem SUV basieren, dem Ateca. 300 PS stark soll der neue Neue sein, serienmässig über Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe verfügen und den Spurt von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden schaffen. Mehr verrät Seat nicht, vor allem bezüglich der Fahrdynamik halten sich die Spanier noch bedeckt.

Bedeckt ist auch das Stichwort für den Tarraco, allerdings in ganz anderem Sinne. Denn das designierte Flaggschiff rollt bereits seit Wochen über spanische Strassen und in Tarragona sogar über einen werkseigenen Offroad-Parcours. Allerdings noch immer als Prototyp. Und natürlich voll getarnt.

Ein grosses Geheimnis wird Seat-Chef de Meo aber nicht lüften, wenn er den Tarraco am 18. September offiziell enthüllt und ihn dann am Salon d’Automobile in Paris auffahren lässt. Denn der grosse Bruder von Ateca und Arona offenbart schon unter seiner Tarnfolie auffallende Parallelen zum VW Tiguan Allspace und zum Skoda Kodiaq. Auch der Spanier basiert auf dem modularen VW-Querbaukasten, er ist mit einer Länge von 4,74 Metern aber der Grösste des Trios und bietet dank gestrecktem Radstand einen imposanten Innenraum. Dennoch reicht er trotz 760 Litern Kofferraumvolumen diesbezüglich nicht ganz an den Rekordhalter aus Mlada Boleslav heran. In dieser Beziehung ist und bleibt Skoda mit all seinen Modellen unschlagbar.

Erst 2019 in der Schweiz

Moderner gestaltet, als es im Tiguan und im Kodiaq der Fall ist, hat Seat das dem Fahrer subtil zugeneigte Cockpit, bestückt mit digitalen Instrumenten und freistehendem Touchscreen. Welche Materialien die Spanier zur Ausgestaltung des Interieurs einsetzen wollen, war allerdings nicht einsehbar, weil auch der Innenraum im Prototyp abgedeckt war. Offensichtlich ist hingegen, dass sich unter der Haube wenig getan hat. Zum Marktstart Ende Jahr (in der Schweiz wohl erst im Januar 2019) wird es den Tarraco mit je zwei Benzin- und Dieselaggregaten geben, wie sie bereits in anderen Konzernmodellen zum Einsatz kommen. Bei den Benzinern werden es ein 1,5 Liter-Vierzylinder mit 150 PS und Vorderradantrieb sowie ein 2,0 Liter mit 190 PS und Allradantrieb sein. Die beiden Selbstzünder sollen ebenfalls über 150 und 190 PS verfügen, wobei der Stärkere der beiden serienmässig Allradantrieb haben wird.

Soweit man das bei einem Prototyp beurteilen kann, dürften die Spanier den Tarraco eher sportlicher abstimmen, als es VW beim Tiguan und Skoda beim Kodiaq getan hat. Zudem wird Seat sein Flaggschiff, das nicht in Martorell, sondern in Wolfsburg gebaut wird, optional mit einem DCC-Fahrwerk anbieten, das sich auf der Mittelkonsole per Tastendruck programmieren lässt. So individuell gefahren, machte der Tarraco trotz seiner 1,6 Tonnen Eigengewicht auf ersten Probefahrten durchaus Spass. Und eine gute Figur auch auf dem Offroad-Parcours.

Peter Hegetschweiler fuhr den Tarraco-Prototyp auf Einladung von Seat-Importeur Amag am 30. Juli in Spanien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.08.2018, 19:30 Uhr

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