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Obama zimmert sich sein Team

Einen Tag nach seinem historischen Wahlsieg macht sich Barack Obama daran, sein Regierungsteam zusammenzustellen – auch Republikaner stehen auf der Liste.

Bereits hat Obama ein Übergangsteam ernannt, das den Regierungswechsel vorbereiten soll. In dem Team sind auch enge Mitarbeiter des früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton vertreten.

Das Übergangsteam wird von dem früheren Clinton-Mitarbeiter John Podesta, der Obama-Beraterin Valerie Jarrett und Pete Rouse, Obamas Stabschef im Senat, geleitet. Im Team ist auch Susan Rice, die in US-Medien als mögliche nationale Sicherheitsberaterin in einer Regierung Obama gehandelt wird.

Finanzminister wird bald ernannt

Zu Obamas ersten Personalentscheidungen in diesen Wochen dürfte die Benennung des Finanzministers zählen. In seinem Team arbeiten Bill Clintons frühere Finanzminister Robert Rubin und Lawrence Summers mit, beide sind weltweit angesehene Experten und gelten als Kandidaten für eine Rückkehr in ihr altes Amt.

Als möglicher Aussenminister wird in US-Medien immer wieder John Kerry genannt, der unterlegene Präsidentschaftskandidat von 2004. Auch der frühere Uno-Botschafter Bill Richardson gilt als Anwärter. Im Verteidigungsressort ist ein Verbleib des angesehenen Robert Gates denkbar, als weiterer Kandidat wird Senator Chuck Hagel genannt - auch er ist Republikaner.

Obama und seinem Team steht in den kommenden Wochen ein Schnell-Kurs in Regierungsführung bevor. Bush sagte dem designierten Präsidenten zu, ihn «vollständig über alle wichtigen Entscheidungen zu informieren».

Geheimdienst und Militär werden werden Obama in vertrauliche Fragen der nationalen Sicherheit einweihen, dazu zählt letztlich auch die Befehlsgewalt über die Atomwaffen der USA. Obamas Übergangsteam wird sich in eigenen Büroräumen in Washington vorbereiten, das Weisse Haus stellt dafür 8,5 Millionen Dollar bereit.

Obamas Top-Berater werden vom Präsidialamt umfassend geschult, auf dem Programm stehen auch Simulationsübungen zur Reaktion bei Terroranschlägen und Naturkatastrophen.

7000 Stellen

In Washington dreht sich derweil das hochkarätigste Personalkarussell der Welt. Etwa 7000 Posten darf Obama mit Amtsträgern seiner Wahl besetzen.

Denn anders als in vielen europäischen Ländern, in denen der Verwaltungsapparat eigenständig neben der Regierung besteht und Wechsel an deren Spitze unverändert überdauert, sind in den USA viele Verwaltungsposten Verfügungsmasse des Präsidenten.

Jeder Bewerber muss sich dabei einer aufwändigen Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Die ist bereits in vollem Gange: Schon mehrere Wochen vor der Wahl hat Obama den zuständigen Behörden vertrauliche Listen mit den Namen von möglichen Kandidaten vorgelegt.

Spiegel Online gibt auf der Website einen Überblick über potentielle Kandidaten in Obamas Kabinett:

Finanzen/Wirtschaft

- die Ex-Finanzminister Lawrence Summers und Robert Rubin (beide ebenfalls Clinton-Alumni) - Timothy Geithner, Chef der Federal Reserve Bank in New York, der sich durch seine Rolle bei der Bewältigung der Bankenkrise einen Namen gemacht hat - der frühere Notenbankchef Paul Volcker

Aussenminister

- Ex-Präsidentschaftskandidat John Kerry - Ex-Uno-Botschafter Richard Holbrooke - die republikanischen Senatoren Chuck Hagel und Richard Lugar

Verteidigungsminister

- Amtsinhaber Robert Gates - Ex-Aussenminister Colin Powell, der aber auf CNN sagte, er habe kein Interesse, aus dem Ruhestand zurückzukehren - Senator Jack Reed - Ex-Marine-Minister Richard Danzig - Ex-General Wesley Clark - der republikanische Senator Richard Lugar

Justizminister

- Ex-Vizeminister Eric Holder - Cass Sunstein, Harvard-Juraprofessor

SDA/bru

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