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«Der Bürgerkrieg ist vorbei»

1619 gingen in Nordamerika die ersten Sklaven an Land. 389 Jahre später zieht der erste schwarze Präsident ins Weisse Haus ein. Die dunkle Geschichte der Afroamerikaner in den USA endet mit einem Happy End.

Unermessliche Freude bei zwei Obama-Anhängerinnen im verlassenen Grant Park in Chicago.
Unermessliche Freude bei zwei Obama-Anhängerinnen im verlassenen Grant Park in Chicago.
Keystone
Sie können es kaum glauben: Obama-Wählerinnen in Chicago.
Sie können es kaum glauben: Obama-Wählerinnen in Chicago.
Keystone
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Einst als Sklaven ins Land gebracht, ist die Diskriminierung dieser Bevölkerungsgruppe auch bis heute in vielen Städten und vor allem dem Süden der USA noch nicht überwunden. Jetzt aber gelang ein tiefer historischer Einschnitt: Mit Barack Obama wurde erstmals ein Afroamerikaner zum Präsidenten der USA gewählt.

«Der amerikanische Bürger Krieg endet nach 147 Jahren», schreibt Kolumnist Thomas L. Friedman in der «New York Times». Die Sklavenfrage spielt eine entscheidende Rolle im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865, in dem sich die Gegner der Sklaverei aus den Nordstaaten durchsetzen. 1865 wird mit dem 13. Zusatz zur Verfassung die Sklaverei in den USA offiziell verboten.

Strikte Trennung

1896 legt der oberste Gerichtshof der USA fest, dass die Verfassung für Schwarze und Weisse getrennte Einrichtungen und Dienstleistungen zulassen kann, solange diese gleichwertig sind. Die Südstaaten richten daraufhin separate, aber keinesfalls gleichwertige Einrichtungen für Afroamerikaner ein. Es folgt eine strikte Trennung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Theatern und sogar in Fahrstühlen und auf Friedhöfen.

Ein langes Martyrium beginnt. Schliesslich hebt Präsident Harry Truman 1949 per Dekret die Rassentrennung in der US-Armee auf. Der Oberste Gerichtshof untersagt 1954 die Rassentrennung in Schulen.

Rosa Parks mutige Tat

1955: Die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks weigert sich, ihren Platz im Bus einem Weissen zu überlassen: ein Schlüsselmoment der Protestbewegung gegen die Rassentrennung. Dabei spielt zunehmend der schwarze Baptistenprediger Martin Luther King eine Rolle.

Weitere wichtige Schritte sind: Der Kongress verabschiedet 1957 den Civil Rights Act, das Wahlrecht für Schwarze. Und in Kalifornien gründen 1966 schwarze Aktivisten die Black Panther Party. Ein tiefer Rückschlag ist die Ermordung von Bürgerrechtler Martin Luther King 1968. Danach erschüttern schwere Rassenunruhen das Land.

Colin Powell und Condoleezza Rice

Es dauert danach mehr als 20 Jahre, bis schwarze US-Bürger wichtige politische Ämter übernehmen können. 1989 wird Colin Powell der erste schwarze Oberbefehlshaber der US-Armee, 2001 der erste schwarze US-Aussenminister. Condoleezza Rice wird 2005 als erste schwarze Frau Aussenministerin.

Und jetzt wurde der schwarze Senator von Illinois, Barack Obama, zum 44. Präsidenten der USA gewählt. Friedman schreibt: «Jeder Bürger und jeder neue Einwanderer weiss seit dem heutigen Tag, dass in Amerika nun wirklich alles möglich ist.»

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