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«Das war nicht nur Pech!»

Die Republikaner sahen das Desaster kommen und steuerten trotzdem frontal darauf zu. Mit Folgen: Diesmal dürften die Demokraten mehr als ein «Schlagloch auf dem Ronald-Reagan-Highway» sein.

«Wie sind wir in diesen Schlamassel geraten?»: Republikaner Newt Gingrich.
«Wie sind wir in diesen Schlamassel geraten?»: Republikaner Newt Gingrich.
Keystone

«Das ist eine der sehr seltenen, umgestaltenden Wahlen, die es ein Mal in einer Generation gibt und die das Ende eines politischen Zeitalters und den Beginn eines neuen einläutet», sagte der Historiker Allan Lichtman von der American University gegenüber der Zeitung «San Francisco Chronicle».

Selbst wenn McCain gewählt worden wäre, hätte er die Zeit nicht in die alte konservative Ära zurückdrehen können, meint Lichtman. Andere sind da skeptischer.

«Schlagloch auf dem Ronald-Reagan-Highway»

«Von 1980 an lebten wir in einem Mitte-Rechts-Amerika, aber jetzt sind wir ganz in der Mitte, und wir rutschen wahrscheinlich nach links», schreibt der renommierte «Newsweek»-Autor Jonathan Alter.

Doch sollten sich die Demokraten wieder eine «altmodische Kapitulation vor Interessengruppen und eine Serie von aussenpolitischen Anfängerfehlern leisten», warnt Alter, werde sogar ein grosser Sieg der Demokraten «nicht mehr sein als ein Schlagloch auf dem Ronald-Reagan-Highway», der 1980 begonnen hatte.

Nicht einfach nur Pech

Jeder ernsthafte Republikaner müsse sich fragen: «Wie sind wir in diesen Schlamassel geraten?»», klagte unlängst der Republikaner Newt Gingrich. «Das war nicht nur Pech», sagte er.

Alarmzeichen gab es schon früher: So verloren die Republikaner Anfang Jahr bei Nachwahlen in Illinois, Mississippi und Louisiana drei sicher geglaubte Sitze im Repräsentantenhaus.

«Markenzeichen» taugt nichts mehr

Das «Markenzeichen» Republikaner tauge nichts mehr, sagte Tom Davis, Kongressabgeordneter aus Virginia. Die «schlechteste Atmosphäre seit Watergate» erwartete er für die Wahl. Und er sollte recht behalten.

Auf der Suche nach Schuldigen zeigen alle auf Präsident George W. Bush. Irak-Krieg, Ansehensverlust der USA weltweit, Rekord-Budgetdefizit, gigantische Schulden, Finanzkrise und Konjunkturabschwung – kein anderer Mann im Weissen Haus seit Richard Nixon war unbeliebter als der Texaner.

Der Markt richtet es nicht mehr

Aus dem Wahlkampf hielt er sich weitgehend heraus, zur grossen Erleichterung von Parteikollegen, wie es heisst. Von den einst so mächtigen Neokonservativen will niemand mehr etwas wissen. Dazu gesellten sich noch einige Skandale um Sex und Korruption im republikanischen Lager.

Die Finanzmisere zwang die Partei dann auch noch, ihre magische Formel über Bord gehen zu lassen, wonach sich der Staat herauszuhalten hat und der Markt schon alles richten wird. Hinzu kommt, dass die Konservativen ihre Basis aus den Augen verloren haben. Dafür wurden während der Bush-Jahre die Reichen immer reicher.

Nixon beendete vormalige Demokraten-Ära

Den Beginn der vorangegangenen demokratischen Ära datieren Historiker auf 1932, das Jahr der Wahl von Franklin D. Roosevelt, der den «New Deal» als politische Antwort auf die Grosse Depression formulierte. In der Folge gewannen die Demokraten sieben von neun Präsidentenwahlen.

Die Zeitenwende kam mit dem Sieg von Richard Nixon 1968, als die Demokraten im Süden der Partei aus Protest gegen ihren Bürgerrechtskurs den Rücken kehrten und die kulturellen Umwälzungen während der Vietnamkriegszeit die demokratische Arbeiterschaft im Norden verschreckte.

Mit Clinton keine dauerhafte Wende

Und nun könnte Obama wieder eine neue Ära für die Demokraten eingeleitet haben. Die zwei Amtszeiten von Bill Clinton hatten die dauerhafte Wende jedenfalls noch nicht einzuleiten vermocht, folgten ihr doch acht Jahre Bush.

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