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«Wir wachen in einem neuen Amerika auf»

Die US-Presse feiert die Wahl ihres neuen Präsidenten Barack Obama als historisches Ereignis. So etwas sei nur in den Vereinigten Staaten von Amerika möglich.

Glückwünsche von der Ehefrau: Michelle Obama freut sich mit Barack über den Wahlsieg.
Glückwünsche von der Ehefrau: Michelle Obama freut sich mit Barack über den Wahlsieg.
Keystone
Wie im Schockzustand: Viele Amerikaner können es kaum fassen, sie erleben US-Geschichte live mit und gehen darob in die Knie.
Wie im Schockzustand: Viele Amerikaner können es kaum fassen, sie erleben US-Geschichte live mit und gehen darob in die Knie.
Keystone
Indonesien: Schulkinder freuen sich über den Sieg Obamas.
Indonesien: Schulkinder freuen sich über den Sieg Obamas.
Keystone
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«Obama rauscht zu einem historischen Sieg» titelt das «Wallstreet Journal». «Das ist eine Ehrung an die amerikanische Opportunität. Das hat es noch in keiner anderen westlichen Demokratie gegeben – den europäischen Herablassungen zum 'rassistischen' Amerika zum Trotz.» Und weiter: «Die Republikaner können sich damit trösten, dass die Demokraten nun nicht mehr auf George W. Bush herumhacken werden, sondern selbst Verantwortung tragen müssen.»

«Obama gewinnt die Wahl und schreibt Geschichte», heisst es in der «LA Times». «Doch als Präsident läuft er Gefahr, wenn er zu stark nach links ausschlägt oder wenn er versucht, einen behutsamen Beschwichtigungs-Kurs zu lasten seiner Agenda zu fahren.» Und weiter: «Er gewann die Wahl, weil er versprach, ein scheinbares Paradoxon zu lösen: eine Herrschaft, die auf den widersprüchlichen Prinzipien von Veränderung und Beruhigung basiert.»

«Probleme von historischem Ausmass»

Dass Obama Geschichte schreibt, ist auch für die «Washington Post» klar. Doch: «Schwierige Entscheide und Aufgaben folgen auf den Triumph», gibt die Zeitung zu bedenken. «Nach einem Sieg von historischer Bedeutung erbt Barack Obama die Probleme von historischem Ausmass.»

Für die «New York Times» hat Obama gewonnen, weil er erkannte, was in den USA schief läuft: das völlige Versagen der Regierung, seine Bürger zu schützen. «Obama verspricht, die amerikanischen Bürgerrechte und den angeschlagenen Ruf in der Welt wieder herzustellen.» Mit der Botschaft der Hoffnung und mit Kompetenz habe Obama Heerscharen von Wählern hinter sich gebracht, die bisher keine Stimme hatten. Laut Kolumnist Thomas L. Friedman wachen die Amerikaner heute in einem neuen Land auf. Denn mit der Wahl Barack Hussein Obamas finde der amerikanische Bürgerkrieg nach 147 Jahren endlich ein Ende. Er spricht vom «Buffet-Effekt», von dem Obama profitiert habe. Weisse Konservative hätten nach aussen gesagt, sie würden für McCain wählen, gaben schliesslich aber Obama die Stimme. «Sie taten dies weil sie spürten, welche Hoffnungen ihre Kinder mit der Präsidentschaft Obamas verbinden. Sie wollten diese Hoffnung nicht zerstören und teilten sie – im Geheimen».

Steiniger Weg

Laut der «San Francisco Chronicle» hat Obama einen steinigen Weg vor sich: Der junge Präsident sieht sich zwei Kriegen gegenüber, der terroristischen Bedrohung, einer gefährlich geschwächten Wirtschaft und einem riesigen Budgetdefizit. Zugleich würden an ihn grosse Erwartungen gestellt. «Schreitet er erfolgreich durch dieses Minenfeld, könnte er eine fortdauernde Ära der Demokraten einläuten».

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