Zum Hauptinhalt springen

Schwarze werden nicht enttäuscht

Barack Obama ist der erste schwarze Präsident der USA. Er hat auch die Weissen überzeugt. Seine Wahl bedeutet ein neues Kapitel für das Zusammenleben der Ethnien im Land.

Der Moment der Stimmabgabe: Barack und Michelle Obama in ihrer Heimatstadt Chicago.
Der Moment der Stimmabgabe: Barack und Michelle Obama in ihrer Heimatstadt Chicago.
Keystone
Die haushohe Favoritin Hillary Clinton hatte das Nachsehen. Obama hängte sie im Vorwahlkampf nach und nach ab.
Die haushohe Favoritin Hillary Clinton hatte das Nachsehen. Obama hängte sie im Vorwahlkampf nach und nach ab.
Keystone
Barack Obama wurde in Honolulu geboren. Seine Mutter Stanley Ann Dunham war eine weisse Amerikanerin aus Wichita, der Vater Barack Obama Senior stammte aus Kenia. Die Eltern lernten sich als Studenten an der Uni von Hawaii in Manoa kennen.
Barack Obama wurde in Honolulu geboren. Seine Mutter Stanley Ann Dunham war eine weisse Amerikanerin aus Wichita, der Vater Barack Obama Senior stammte aus Kenia. Die Eltern lernten sich als Studenten an der Uni von Hawaii in Manoa kennen.
Keystone
1 / 6

Es ist die grosse Sensation der heutigen Wahlnacht: Ein Vertreter einer Minderheit wird wichtigster Mann im Staat. Mit Barack Obama zieht der erste Schwarze als Präsident ins Weisse Haus ein. Noch vor Kurzem wäre das undenkbar gewesen. Und vor fünfzig Jahren mussten Schwarze – die so genannten Afroamerikaner – im Theater, Restaurant oder im Bus getrennt von den Weissen sitzen. In einigen Staaten gab es gar reservierte Parkbänke für Weisse.

Die Spätfolgen der Rassentrennung sind bis heute spürbar. Zwar machen die Schwarzen mit 39 Millionen rund 13 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, doch sind sie wirtschaftlich stark benachteiligt. Laut der Volkszählungsbehörde US-Census beträgt das Pro-Kopf-Einkommen der Afroamerikaner nur etwa 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens eines weissen Amerikaners. Der Grund liegt in der schlechteren Ausbildung. Während rund 78 Prozent aller Weissen eine Schule abschliessen, sind es gerade mal 55 Prozent der Schwarzen. Überdurchschnittlich vertreten sind Schwarze nur in den Gefängnissen. Dort kommt ein Afroamerikaner auf einen Weissen.

Präsident für alle

Barack Obama scheint der Mann zu sein, der diese tiefen gesellschaftlichen Gräben zwischen den Ethnien in den USA zuschütten könnte. Denn die Befürchtungen der Afroamerikaner, die Amtseinführung des ersten schwarzen Präsidenten könnte ein unerfüllter Wunsch bleiben, hat sich nicht bewahrheitet. Die schwarze Geschichte wird nicht um eine Enttäuschung reicher, der Bradley-Effekt ist nicht eingetreten: Obama ist nicht an weissen wie hispanischen Rassenvorurteilen gescheitert, wie 1982 der schwarze Politiker Tom Bradley bei der Gouverneurswahl in Kalifornien.

Die Wahl Obamas bedeutet für das Zusammenleben der Ethnien in den USA ein neues Kapitel. Sie beweist, dass die Hautfarbe nichts unmöglich macht – auch nicht das höchste Amt im Land.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch