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10 Fragen zum politischen Ereignis des Jahres

Die Amerikaner wählen von Dienstag auf Mittwoch ihren 44. Präsidenten. 10 Fragen und Antworten zum wichtigsten politischen Ereignis des Jahres.

Wer wird am 4. November gewählt?Der Nachfolger von US-Präsident George W. Bush. Gleichzeitig wird das gesamte Repräsentantenhaus (entspricht dem Schweizer Nationalrat) und ein Drittel des Senats (Ständerat) neu gewählt. Des weitern bestimmen elf amerikanische Bundesstaaten einen Gouverneur. Der erste Dienstag im November ist traditionell US-Wahltag.

Wie wird der neue Präsident gewählt?Indirekt via Wahlmänner, die so genannten Elektoren. Dieses System stammt aus der Pionierzeit im 18. Jahrhundert. Wegen der grossen Distanzen in Amerika entsandten damals die einzelnen Bundesstaaten Delegierte mit ihrem Wählervotum in die Hauptstadt. Dort wählten sie dann den Präsidenten. Jeder Bundesstaat hat so viele Wahlmänner wie Senatoren und Abgeordnete (abhängig von der Einwohnerzahl). Kalifornien hat mit 55 am meisten. Insgesamt werden 538 Elektorenstimmen vergeben. Wer 270 hat, ist Präsident.

Werden die Stimmen der Wähler proportional auf die Elektoren verteilt?In der Regel nein. In 48 Bundesstaaten und in Washington D.C. gilt das Prinzip «winner takes all»: Wer die Mehrheit hat, und ist sie noch so dünn, gewinnt alle Elektorenstimmen. Eine Ausnahme bilden Nebraska und Maine. Hier werden nur zwei Wahlmänner nach der Regel «winner takes all» gewählt, die anderen (2 in Maine, 3 in Nebraska) werden mit relativer Mehrheitswahl gewählt.

Spielt das Volksmehr keine Rolle?Nein. Wer mehr Stimmen erhalten hat, wird nicht unbedingt Präsident. So geschehen im Jahr 2000: Bush gewann, wenn auch umstritten, 270 Elektorenstimmen und wurde Präsident. Dies, obwohl Al Gore landesweit 500'000 Stimmen mehr bekommen hatte.

Welches waren diesmal die wichtigsten Wahlkampfthemen?Seit Ausbruch der Finanzkrise die Wirtschaft: Die Amerikaner machen sich ernsthafte Sorgen über ihr weiteres Auskommen. Dagegen ist die Diskussion um den Irak-Krieg in der Hintergrund geraten. Weitere Themen waren die zeitweilig hohen Benzinpreise und die Reform des Gesundheitswesens.

In welchen Bundesstaaten wird die Wahl voraussichtlich entschieden?In den vergangenen Jahren wählten die Staaten an den Küsten mehrheitlich demokratisch, jene dazwischen republikanisch. Nun könnte dieser Trend gestoppt werden, denn die Umfragen prognostizieren in zahlreichen Staaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In diesen so genannten Swing States – sie pendeln zwischen Demokraten und Republikanern – wird die Wahl entschieden. Dazu zählen vor allem Florida und Ohio, die je mehr als 20 Elektorenstimmen haben. Dazu kommen dieses Jahr Colorado, Indiana, Missouri, Nevada, Montana, North Carolina, North Dakota, Virginia und West Virginia.

Welche Rolle spielt der so genannte Bradley-Effekt?Das ist die grosse Unbekannte. Er besagt, dass weisse Wähler in Umfragen angeben, einen schwarzen Kandidaten wie Obama zu wählen – man will ja nicht als Rassist gelten. In der Anonymität der Wahlkabine hingegen kreuzt man dann doch den weissen Kandidaten an. Vom Bradley-Effekt spricht man seit 1982. Damals kandidierte Tom Bradley, der schwarze Bürgermeister von Los Angeles, für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien. Noch wenige Tage vor der Wahl sah er gemäss Umfragen wie der sichere Sieger aus, verlor dann aber überraschend gegen seinen weissen Kontrahenten.

Weshalb sind die Umfragen oft falsch?Ein Problem ist, dass immer mehr Amerikaner ablehnen, an einer Erhebung teilzunehmen. Zudem steigt die Zahl von US-Bürgern, die keinen Festnetz-Telefonanschluss haben, sondern nur noch per Handy erreichbar sind. Umfragen werden traditionell über das Festnetz geführt. Entscheidend ist auch die Frage, wie viele der Befragten tatsächlich auch wählen.

Wann wissen wir, wer der 44. Präsident der Vereinigten Staaten ist?Am Mittwochmorgen, wenn es läuft wie meistens. Weil aber Obama in den Umfragen klar vorne liegt, planen die amerikanischen Fernsehsender für den Fall, dass die Entscheidung früher fällt. Sollte Obama tatsächlich wie vorhergesagt im Osten Swing States wie Virginia, Florida, Ohio und Indiana erobern, könnte die Entscheidung bereits um 2.30 Uhr MEZ fallen.

Wann tritt der neue Präsident sein Amt an?Am 20. Januar 2009, dem Tag seiner feierlichen Vereidigung vor dem Kapitol.

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